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„Eigentlich musst du so eine Mannschaft in Sonne, Mond und Sterne schießen“, befand HGN-Trainer Matthias Schmeiser nach dem ungleichen Kräftemessen mit einem personell arg dezimierten Gegner in einer Mischung aus Unzufriedenheit und wohltuender Erkenntnis. Seine Jungs hatten gerade im zehnten Saisonspiel den neunten Sieg eingefahren und einmal mehr klargemacht, dass sie den Ausrutscher Abstieg aus der Vorsaison möglichst postwendend wieder korrigieren wollen.
In so einer scheinbar komfortablen Situation mag es selbst einem Trainer, der viel von dem Perfektionismus seines Vorgängers und langjährigen Intimus Sepp Müller mitgenommen hat, schwerfallen, Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Schmeiser nicht. Am Spielfeldrand flucht er, wenn Stürmer einfachste taktische Vorgaben nicht umsetzen, wenn bei Strafecken der Gegner zum Toreschießen eingeladen wird und die eigene Truppe mit ihren Chancen nonchalant großzügig umgeht. „Wir spielen ja eine ganz ordentliche Saison, da will ich nicht meckern. Aber verbessern kann man immer was“, meint Schmeiser und bietet das entwaffnende Argument für vermeintliche Höhenflüge: „Sonst würden wir ja nicht in der Regionalliga spielen.“
Möglicherweise muss das die Mannschaft aus Buchenbühl aber nicht mehr lange. Zwei Spiele vor Rundenschluss hat sie zwei Zähler Vorsprung auf Bad Kreuznach, den einzig verbliebenen Konkurrenten. Am kommenden Wochenende steigt das vorzeitige Finale, das vermeintliche Aufstiegs-Endspiel. In Bad Kreuznach. Alles oder nichts: Bei einem Sieg ist die HGN durch, ein Remis lässt alle Möglichkeiten offen, nur eine Niederlage würde die Mühen einer ganzen Saison konterkarieren – eine Bewährungsprobe für eine junge Mannschaft, bei der nicht wenige Aktive noch mit dem Fahrrad zu den Spielen kommen. Kein Wunder, dass der Trainer die Vorgaben für das anstehende Spitzenspiel minimiert. „Geduld haben, cool bleiben, diszipliniert spielen“, blickt Schmeiser voraus.
Eine Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spielklasse wäre für den Trainer nur eine logische Konsequenz, „weil die Jungs enorm viel investiert haben“. Es wäre ein erster Schritt aus dem Niemandsland der Regionalliga, die für Spieler, Sponsoren und Zuschauer so attraktiv wie abgelaufenes Joghurt ist. Ein Aufstieg in der Halle würde die vermeintlich dröge Hockey-Gesellschaft Euphorie spüren lassen und ihr auch im bevorstehenden zweiten Teil der Feld-Saison helfen.
So ein Aufstieg wäre laut Schmeiser deshalb auch ein Neubeginn, weil die Mannschaft in den letzten Monaten in fünf Partien gerade mal ein mageres Pünktchen holte und als Tabellenschlusslicht der Feld-Regionalliga in die Saison unterm Hallendach startete. „Mit dem Aufstieg würden die Jungs sehen, dass sie Hockey spielen können und nicht die Deppen der Nation sind.“
Mi. 22.05.13
Mi. 22.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
So. 19.05.13