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Ice Tigers: «In Mannheim haben wir nichts zu verlieren»

Manager Lorenz Funk jun. im NZ-Interview - 31.08.2009

Völlig unaufgeregt sieht Tigers-Sportdirektor Lorenz Funk dem Saisonstart in Mannheim entgegen.

Völlig unaufgeregt sieht Tigers-Sportdirektor Lorenz Funk dem Saisonstart in Mannheim entgegen. © Icks


NZ: Die Neuzugänge haben in den Vorbereitungsspielen noch keine Bäume ausgerissen. Wie beurteilen Sie ihre bisherigen Leistungen?
Lorenz Funk:
Svoboda und Ask haben sich, da sie aus Europa kommen, schnell integriert. Sie haben überzeugt und gehalten, was wir uns von ihnen versprochen haben. Die Jungen Martens und Fischhaber sind natürlich noch nicht so erfahren, aber sie haben bisher einen guten Eindruck gemacht. Bei Spang, Albers und Mosienko ist es noch zu früh, um ein Urteil abzugeben. Albers fällt wegen seiner Verletzung ohnehin noch einige Wochen aus. Sie brauchen Zeit zur Umstellung auf das für sie andere Eishockey. Sie sind jetzt in einer Phase, wo sie viel umdenken müssen. Das hemmt natürlich ihr Spiel.

NZ: In den acht Vorbereitungsspielen gab es mehr Niederlagen als Siege. Ist die Mannschaft bereit für den DEL-Start in Mannheim?
Funk:
Es war bisher ein Auf und Ab. Aber das ist normal und typisch für die Vorbereitung. Aber so ist es auch den anderen Mannschaften gegangen. Dass wir zum Auftakt in Mannheim spielen, ist gut. Da haben wir nichts zu verlieren. Schlimmer wäre ein Heimspiel, das wir gewinnen müssen.

NZ: Was ist für die Ice Tigers in dieser Saison möglich, und wer sind für Sie die Titelanwärter?
Funk:
Klar, nach den Niederlagen in der Vorbereitung sind die Erwartungen niedriger. Dafür ist aber auch der Druck nicht so groß. Platz zehn ist unser Saisonziel, das habe ich immer schon gesagt. Ein King ist nicht zu ersetzen, Periard und auch Swanson nur sehr schwer. Meine Favoriten sind Düsseldorf, Berlin und Mannheim. Aber ich schätze heuer auch Augsburg sehr stark ein. Sie sind für mich ein sicherer Play-off-Kandidat.

NZ: Wie schätzen Sie die DEL im Vergleich zu den anderen europäischen Ligen ein? Es gibt ja immer sehr kontroverse Meinungen über das Niveau in der DEL.
Funk:
Das ist schwer zu sagen, die Ligen sind so verschieden. Die DEL ist etwas älter von den Spielern und individueller von den Spielertypen her. Aber mit Russland und seiner finanzstarken KHL sowie Schweden und Tschechien liegen mindestens drei Ligen vor der DEL.

NZ: Zuletzt war zu hören, dass Sie und Trainer Andreas Brockmann noch einen Mittelstürmer verpflichten möchten. Ist das realisierbar?
Funk:
Es ist realistisch. Aber es bringt nichts, wenn wir es schnell, schnell machen. Lieber verpflichten wir einen Spieler erst in zwei Wochen, haben dabei aber ein gutes Gefühl. Was wir suchen, ist ein Zwei-Wege-Spieler der groß und kompakt ist. Aber es gibt immer verschiedene Hürden: zu teuer, verletzungsanfällig, schlechter Charakter oder zu wenig Infos.

NZ: Gibt der Markt noch gute Spieler her?
Funk:
Es sind noch viele Spieler zu haben. Darunter auch welche, die schon in Nürnberg gespielt haben wie Justin Mapletoft oder Robert Tomik. Auch der Ex-Mannheimer Rene Corbet sucht noch einen Verein. Der Straubinger Eric Chouinard oder der Düsseldorfer Ryan Ramsay sind weitere bekannte Spieler, die auf dem Markt sind.

NZ: Die Ice Tigers sind Ihre erste Station als Sportdirektor eines Profi-Klubs. Haben Sie sich in Nürnberg gut eingelebt, und vermissen Sie ihre Heimat Oberbayern?
Funk:
Ich fühle mich hier wohl. In der Regel bin ich um acht Uhr im Büro und gehe erst am Abend wieder raus. Wenn man nicht so viel Zeit für die Freizeit hat, fehlt einem auch nicht die gewohnte Umgebung aus der Heimat. Etwas unterschätzt habe ich aber den Arbeitsaufwand. Man muss sich um so viele Sachen am Rande kümmern, die nichts mit dem sportlichen Bereich zu tun haben. Das fängt bei der Ausrüstung an und hört bei den Spielerwohnungen auf.

NZ: Was würden Sie nach ihren bisherigen Erfahrungen bei den Ice Tigers in Zukunft anders machen?
Funk:
Am meisten bedauere ich, dass mir die Zeit gefehlt hat, um die neuen Spieler selbst zu beobachten. Ich musste mich zum Beispiel bei unseren drei Nordamerikanern auf Informationen anderer verlassen, doch die stimmten nicht alle überein. In Zukunft möchte ich mir ein eigenes Bild von den Spielern machen und sie selbst vorher beobachten. 

Fragen: Horst Dittmann

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