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Ice Tigers können doch noch Tore schießen

Den Nürnbergern gelingt ein 6:4-Sieg gegen die Augsburger Panther - 01.02.2013 22:36 Uhr

NÜRNBERG  - Jeff Tomlinson lässt grüßen! Irgendwie fühlte man sich am Freitagabend in der Arena Nürnberger Versicherung an die Anfangszeiten dieser Saison erinnert: Tempo-Eishockey mit viel Zug zum gegnerischen Tor, ein fast offener Schlagabtausch mit dem Gegner und endlich auch wieder Tore für die Thomas Sabo Ice Tigers.

Nach sage und schreibe 39 Spielsekunden netzte Yan Sastny zum 1:0 für die Tigers ein.
Nach sage und schreibe 39 Spielsekunden netzte Yan Sastny zum 1:0 für die Tigers ein.
Foto: Sportfoto Zink / MaWi
Nach sage und schreibe 39 Spielsekunden netzte Yan Sastny zum 1:0 für die Tigers ein.
Nach sage und schreibe 39 Spielsekunden netzte Yan Sastny zum 1:0 für die Tigers ein.
Foto: Sportfoto Zink / MaWi

Gleich sechs an der Zahl durften die einheimischen Fans bejubeln, nachdem die Nürnberger in den letzten fünf (verlorenen) Partien nur insgesamt siebenmal eingenetzt hatten. Sie haben ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben, die Schützlinge von Bengt-Ake Gustafsson, auch wenn sie sich am Ende fast noch um den verdienten Lohn gebracht hätten.

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Das ist doch einmal eine starke Reaktion auf die Kritik der letzten Wochen gewesen! Beim Heimspiel in der Nürnberger Arena, das unter dem Motto "Fasching on Ice" begangen wurde, besiegten die Thomas Sabo Ice Tigers am Freitagabend die Augsburger Panther mit 6:4.

40 Minuten, oder sagen wir sogar 48 Minuten, war die (Eishockey-)Welt der Ice Tigers am Freitagabend wieder in Ordnung. Bis dato führten die Gastgeber nach einem sehenswerten Auftritt mit 5:1. Endlich wurden Reimer und Co. ihren eigenen (zu hohen?) Ansprüchen gerecht. Endlich einmal legten die Tigers-Profis nach einer frühen Führung (Yan Stastny traf schon nach 39 Sekunden) nach und versuchten nicht das Ergebnis nur zu verwalten. Der Lohn waren bis zur 28.Minute vier weitere Treffer, die für beste Stimmung auf den Rängen sorgten und die Frage aufwarfen: warum nicht öfters so?

Doch bekanntlich dauert ein Eishockeyspiel 60 Minuten, und ein Vier-Tore-Vorsprung muss kein sanftes Ruhekissen sein. Und so wurde es auch am Freitag tatsächlich noch eng, denn im Schlussabschnitt verloren die Nürnberger zusehends ihre Ordnung und ließen die Gäste noch einmal bedrohlich nahe herankommen.

Reinprecht erlöste die Tigers–Anhänger


Das 2:5 (49.) schien aus Augsburger Sicht zunächst nur eine Resultatsverbesserung zu sein. Doch als Panther-Torjäger Sergio Somma gar auf 3:5 (56.) verkürzte, begann doch noch das große Zittern – zumindest für einige Minuten, ehe Steven Reinprecht mit seinem Schuss ins verwaiste Augsburger Gehäuse zum 6:3 Mannschaft und Zuschauer gleichermaßen erlöste. Das vierte Gegentor kurz darauf war dann wirklich nur noch ein Schönheitsfehler, bei dem der ansonsten bestens aufgelegte Tyler Weiman nicht glücklich aussah.

Dennoch wurde durch die drei Gegentore im Schlussdrittel der gute Eindruck aus den ersten 30, 40 Minuten etwas getrübt. Wenigstens haben die Nürnberger aber bewiesen, dass sie das Toreschießen noch nicht gänzlich verlernt haben. Das sollte für die nächsten schweren Aufgaben (am Sonntag geht es nach Straubing) auf jeden Fall Mut machen. Wie wichtig der gestrige Dreier war, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Iserlohn, München und Straubing liegen allesamt nur einen Punkt hinter den Ice Tigers. Der Kampf um die Play-off-Plätze bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge.

Nürnberg: Weiman – Pollock, Borer; Butenschön, Festerling; Leask, Nowak – Reimer, Stastny, James; Reinprecht, Jaspers, Bayda; Ehliz, Chouinard, Frosch; Aab, Weiß, Rupprich

Augsburg: Ehelechner – Boyle, Forrest; Ross, Tölzer; Brown, Draxinger – MacArhur, Werner, Trevelyan; Whitmore, Zeiler, Somma; Thang, Farny, Flache; Bassen, Schäffler

SR: Brüggemann/Rohatsch (Iserlohn/Lindau)

Zuschauer: 4816

Strafminuten: Nürnberg 10 (Pollock 4, Reimer, Festerling, Leask je 2) – Augsburg 8 plus 10 Disziplinar (Boyle) plus Spieldauerdisziplinar (Boyle/26:02)

Tore: 1:0 (0:39) Stastny (Reimer), 2:0 (6:26) Festerling (Stastny/Reimer), 3:0 (10:50) Bayda (Jaspers/Pollock), 4:0 (24:23) Jaspers (Bayda/Reinprecht), 4:1 (25:10) Thang, 5:1 (27:53) Frosch (Chouinard/Ehliz, 5-4), 5:2 (48:19) Brown (5-4), 5:3 (55:44) Somma, 6:3 (59:10) Reinprecht (Pollock/Jaspers, 5-6), 6:4 (59:40) Bassen. 

Von Horst Dittmann


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Kurzbeschreibung:
Die Nürnberg Ice Tigers sind ein Verein in der Deutschen Eishockey Liga DEL; seit Mai 2009 firmiert die Mannschaft unter dem Namen Thomas Sabo Ice Tigers. Hervorgegangen ist das Profiteam aus dem EHC 80 Nürnberg, der seit 2009 auch wieder als Stammverein fungiert. Heimspielstätte ist seit 2001 die Arena Nürnberger Versicherung.
Die größten Erfolge waren bislang die erreichten Meisterschafts-Finalserien in den Jahren 1999 und 2007, in denen die Nürnberger jeweils an den Adler Mannheim scheiterten.
Nach der enttäuschend verlaufenen Saison 2011/2012, die die Tigers nur auf dem vorletzten Platz abschlossen, wollte die Mannschaft unter Trainer Jeff Tomlinson in dieser Saison wieder vorne angreifen, was bis in den Winter hinein jedoch misslang. Bengt-Ake Gustafsson sollte Nürnbergs Kufencracks als neuer Coach nun zurück in die Erfolgsspur bringen. Leider misslang dieses Vorhaben, die Ice Tigers scheiterten bereits in den Pre-Playoffs und Thomas Sabo hatte genug gesehen: Sportdirektor Lorenz Funk und Gustafsson mussten ihren Hut nehmen, am Kurt-Leucht-Weg standen die Zeichen auf Neuanfang.


Der Ice-Tigers-Kader in der Saison 2012/13

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