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„Es ist traurig, dass einige nicht alles geben“, zürnte Ice-Tigers-Coach Peter Draisaitl. „Ob du die Qualität hast, zu gewinnen, ist das eine. Wenn nicht, musst du aber mal eine Bombe platzen lassen, dem Gegner wehtun. Davon haben wir zu wenige Spieler“, polterte Draisaitl weiter.
60 Minuten sieht das Regelwerk für eine Eishockey-Begegnung vor. Da sind die ersten 20 Minuten nicht mehr als eine Etappe. Doch den Düsseldorfern genügten genau diese 20 Minuten, um sich drei Punkte in Nürnberg zu sichern. „So etwas gibt es kaum im Eishockey, aber heute war es ein bisschen so“, gestand Düsseldorfs Coach Jeff Tomlinson.
Tomlinson war ein begehrter Gesprächspartner. Nicht alleine weil seine Mannschaft im ersten Durchgang eine starke Vorstellung bot und den Gegner praktisch nicht ins Spiel kommen ließ. Sondern weil der Kanadier immer konkreter mit den Ice Tigers und einem Engagement in Nürnberg zur kommenden Saison in Verbindung gebracht wird.
Ein Gespräch mit den Franken fand statt. Dass er heute in die Heimat fliegt, um dort eine Entscheidung zu fällen, ob er zu den Ice Tigers gehen möchte oder nicht, verneinte der 41-Jährige. „Ich fliege nicht deswegen heim“, so Tomlinson. „Wir hatten ein nettes Gespräch, aber dass Nürnberg mich haben will, ist nicht klar“, sprach der Coach und machte sich auf den Weg zum Bus, der ihn und sein Team zum Sonderzug chauffierte.
Jenen Bus bestieg auch Patrick Reimer, nachdem er deutlich nachgewiesen hatte, warum die Ice Tigers ihn ab der kommenden Saison für drei Jahre unter Vertrag genommen haben. Torgefährlich, engagiert, mit Auge für den Mitspieler. Reimer zeigte viele der Attribute, die zahlreichen aktuellen Nürnbergern seit Saisonbeginn abgehen. „Patrick, die sind zu schlecht für dich“, sangen rund 450 DEG-Fans, die schon mit besagtem Sonderzug angereist waren, voller Galgenhumor im Oberrang der Nordkurve.
Reimer vernahm dies sehr wohl. „Natürlich war es eine besondere Situation, das kann ich nicht abstreiten“, befand der Stürmer, der Düsseldorf nach acht Jahren im Sommer in Richtung Nürnberg verlassen wird. „Ich habe das mitgekriegt, und es ist ein schönes Gefühl, dass die Fans noch hinter mir stehen und meine Entscheidung respektieren“, so Reimer weiter. Wohlwissend, dass „die“ in der nächsten Saison größtenteils andere sein werden. Zum Beispiel Marco Nowak, der für die DEG eine gute Leistung in der Abwehr zeigte.
Was bei seinem künftigen Klub passiert, verfolgt Reimer interessiert. „Die Verlängerung mit Yan Stastny ist ein guter Mosaikstein, ich bin sicher, dass wir eine gute Rolle spielen werden“, blickt er in die Zukunft.
Noch heißt die Gegenwart für ihn aber Düsseldorf, daran lässt er keinen Zweifel. Wie beim ersten Treffer, den er mit vorbereitete. Wie beim zweiten, den er mit einem humorlosen Schuss ins freie Eck selbst erzielte. Wie beim dritten, den er mit Übersicht einleitete. Nürnberg fand erst nach der Hälfte der Partie einen Zugang zum Spiel. Adrian Grygiel und Alexander Oblinger konnten verkürzen. Viel mehr ging aber nicht.
Auch bei Evan Kaufmann und Connor James gab es Grenzen. Beide Düsseldorfer Stürmer werden wie Trainer Tomlinson in Nürnberg gehandelt. Beide werden nicht bei der DEG bleiben. So viel verrieten sie. „Vielleicht wird es der Verein nächste Woche bekanntgeben“, setzte Kaufmann auf seinen neuen Arbeitgeber. „Ich lasse es den Klub entscheiden“, formulierte es James ähnlich.
Nürnberg: Ehelechner (ab 20:00 Moss) – Pollock, Leask; Kemp, Butenschön; Walter, Traynor – Bayda, Joseph, B. Leeb; Aab, Barta, Frosch; Oblinger, G. Leeb, Grygiel; Schüle, S. Fischhaber, Ehliz – Düsseldorf: Goepfert – Hedlund, Roach; Nowak, Bazany; Dinger, Holland – Kreutzer, Gordon, Reimer; James, Beechey, Kaufmann; Danner, Courchaine, Ulmer; Loyns, Hinterstocker / SR: Brill (Zweibrücken) / Zuschauer: 4729 / Strafminuten: Nürnberg 6 (Pollock, Grygiel, Barta je 2) – Düsseldorf 4 / Tore: 0:1 (5:05) Dinger, 0:2 (11:07) Reimer, 0:3 (14:18) Kreutzer, 1:3 (27:08) Grygiel (Oblinger, Butenschön), 2:3 (41:37) Oblinger (G. Leeb, Traynor).

Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Do. 10.05.12
Mi. 09.05.12