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Ice Tigers: Viel Platz auf der Bank und zu viele Fehler

Tomlinson-Team kämpfte beim 4:5 gegen Köln erfolglos - 21.10.2012 21:07 Uhr

Dezimiert und geschlagen: Connor James, Jason Jaspers und Evan Kaufmann (von links) vor der Nürnberger Bank.

Dezimiert und geschlagen: Connor James, Jason Jaspers und Evan Kaufmann (von links) vor der Nürnberger Bank. © Roland Fengler


Ohnehin von einer Verletztenmisere geplagt musste Jeff Tomlinson nach dem ersten Drittel auch noch auf Stürmer Evan Kaufmann verzichten. Versucht wurde einiges, Kaufmann am Handgelenk getapet, dazu gab es eine Spritze, doch konnte der Angreifer seinen Schläger nicht mehr richtig halten. „Er geht am Montag zum Röntgen oder zum Kernspin“, vermeldete der Coach nach dem Spiel die neuesten Neuigkeiten aus dem medizinischen Bereich. Dass Kaufmann ein Ploppen gehört hatte, verheißt für die Untersuchungen nichts Gutes.

Auch bei Jason Jaspers schmerzte das Handgelenk, zumindest bei ihm reichte es aber, um die 60 Minuten durchzuhalten. Immerhin. Denn mit Brett Festerling und Steven Reinprecht fanden sich zwei weitere angeschlagene Ice Tigers unter dem letzten Aufgebot.

Beiden merkte man an, dass sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Personell auf dem Zahnfleisch stemmten sich die Nürnberger also gegen einen Gegner, der schnell zeigte, warum er in der Deutschen Eishockey-Liga an der Spitze steht.

Mit schnellen, flüssigen Kombinationen im Angriff und einer soliden Abwehr um den umsichtigen wie unaufgeregten Daniel Tjärnqvist sowie dem starken Youri Ziffzer im Kasten unterstrichen die Haie ihre Qualität. Nürnberg setzte Mut und je mehr sich das Spiel dem Ende näherte Offensivgeist dagegen.

Beging aber die höhere Fehlerquote und vergab eine Vielzahl an Torchancen. „Wir verlieren nicht, weil die Jungs nicht wollen. Wir verlieren wegen blöden individuellen Fehlern und weil uns das Scheibenglück fehlt. Das müssen wir uns erarbeiten, das kommt wieder“, gab sich Tomlinson was den letzten Punkt angeht zuversichtlich.

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Nach der Pleite gegen Iserlohn gibt es auch eine Niederlage für die Tigers gegen den Spitzenreiter der DEL aus Köln. Nachdem die Franken einen 0:2-Rückstand noch einmal ausglichen, gab es die Entscheidung im letzten Drittel.




Schließlich ackerte sein Team, versuchte zum Schluss nochmal alles. Als Tyler Weiman 1:06 Minute vor dem Ende seinen Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, belohnten sich die Ice Tigers für ihre „Jetzt-erst-recht“-Mentalität noch mit dem vierten Treffer durch Kapitän Patrick Reimer. Für mehr war die Zeit aber doch zu knapp.

Verloren hatten die Franken das Spiel ohnehin nicht in der Schlussphase. Dem 0:1 durch Chris Minard ging eine klare Abseitsstellung von Nathan Robinson voraus, der vor der Scheibe die blaue Linie passiert hatte. Als endgültiger Knackpunkt erwies sich dann aber das Unterzahltor von Marcel Ohmann. „Wir mussten offen spielen, sie haben gekontert“, beschrieb Tomlinson die Phase nach dem 0:2. Nürnberg lief dem Rückstand hinterher und den Haie trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs ins offene Messer.

Die Gegentore zum 2:3 und 2:4 waren die fast logische Folge, weil sich in der Vorwärtsbewegung der Ice Tigers Schnitzer einschlichen, die es den Kölnern ermöglichten, zügig ihre Gegenangriffe zu fahren und diese eiskalt abzuschließen. Wobei manchmal auch ein Nürnberger Schläger oder das Torgestänge Pate stand.

Nach einem Wochenende mit zwei Niederlagen wird der Trainer sich zunächst erstmal ein Bild davon machen müssen, mit wie vielen Spielern er am Montag zur nächsten Einheit aufs Eis gehen kann. Festerling und auch Reinprecht wollten sich angeschlagen gegen Köln in den Dienst der Mannschaft stellen und bissen auf die Zähne. Ehrenwert, dem Heilungsprozess aber eventuell auch nicht gerade förderlich.

Stastny und Buzas werden am Montag einen ersten Test wagen, ob Kaufmann über das Eis kurven kann, entscheidet heute wahrscheinlich die Diagnose der Ärzte. Als vorhersehbar erscheint derzeit nur, dass wohl auch am nächsten Wochenende wieder ein paar Plätze auf der Nürnberger Bank frei bleiben werden.

Nürnberg: Weiman – Butenschön, Borer; Leask, Nowak; Pollock, Lindlbauer; Festerling – Kaufmann, Jaspers, James; Reimer, Chouinard, Frosch; Ehliz, Reinprecht, Rupprich; Pföderl / Köln: Ziffzer – Holmqvist, Tjärnqvist; Müller, Kranjc; Ankert, B.Krupp; Lavallee – Minard, Falk, Robinson; Weiß, Schütz, Gogulla; Tripp, Stephens, Ticar; Riefers, Claaßen, Ohmann / SR: Steinecke/Zehetleitner (Brotterrode/Oberstorf) / Zuschauer: 4084 / Strafminuten: Nürnberg 4 (Festerling, Leask je 2) – Köln 8 / Tore: 0:1 (27:47) Minard, 0:2 (31:51) Ohmann (4-5), 1:2 (39:38) Ehliz (Pollock, Rupprich), 2:2 (43:28) Pföderl (James, Nowak), 2:3 (47:15) Kranjc (5-4), 2:4 (50:13) Tjärnqvist, 2:5 (52:53) Lavallee, 3:5 (53:44) Chouinard (Borer, Frosch), 4:5 (59:15) Reimer (Lindlbauer, Reinprecht, 6-5). 

Florian Jennemann

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