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Jüngstes Beispiel: Tomas Galasek, der für den Club von 2006 bis 2008 insgesamt 63 Bundesliga-Spiele (vier Tore) bestritt und derzeit in seiner tschechischen Heimat einen Trainer-Lehrgang absolviert, wollte am Valznerweiher ein Praktikum machen. "Im Nachwuchsbereich", wie er berichtet. Deshalb hat sich der 69-fache Nationalspieler an seinen Ex-Verein gewandt. "Ich habe zwei SMS an Rainer Zietsch geschickt", erzählt Galasek, "aber leider bis heute keine Antwort erhalten. Beide habe ich noch gespeichert."
Der Leiter des Nürnberger Nachwuchs-Leistungszentrums (NLZ) aber will davon nichts wissen: "Ich habe vom Interesse an einem Praktikum nie etwas vernommen", sagte Zietsch auf NZ-Anfrage. Sportdirektor Martin Bader ist mit dieser Angelegenheit bislang nicht konfrontiert worden und zeigte sich deshalb verwundert. Ein Praktikum von Galasek wäre - und dies sogar bei den Profis - überhaupt kein Problem, meint der Manager.
Ist dem Club Absicht zu unterstellen, nachdem Galaseks erzwungener Abschied vom Valznerweiher auf gewisse Unstimmigkeiten - was Bader aber energisch bestreitet - schließen lässt? Wohl kaum, aber auf jeden Fall handelt es sich um eine Schwäche in Sachen Kommunikation. Der Schaden ist aber durchaus reparabel: Ein Gespräch könnte die Irritationen zwischen den beiden Parteien sicher beseitigen.
Galasek, der seine beeindruckende Laufbahn als Spieler beim Bayernligisten FSV Erlangen-Bruck langsam ausklingen lässt und so am vergangenen Freitag im Testspiel gegen den 1.FCN (0:3) ein Wiedersehen mit einigen ehemaligen Kollegen feierte, hat von Club-Seite Respekt verdient. Immerhin war der inzwischen 37-jährige Mittelfeldstratege einst Kapitän und auch maßgeblich am Gewinn des DFB-Pokals im Jahr 2007 beteiligt. Dass seine Leistungen im bitteren Abstiegsjahr etwas zu wünschen übrig ließen und zum Verzicht der Vereins auf eine Vertragsverlängerung führten, sei auch nicht verschwiegen.
Aber nach dem Abschied aus Franken überzeugte Galasek noch bei seinem Heimatverein Banik Ostrau und auch 2009 bei seinem halbjährigen Bundesliga-Comeback in Mönchengladbach, wohin ihn Hans Meyer, sein früherer Trainer aus gemeinsamen Nürnberger Tagen, geholt hatte. "Ohne Tomas hätten wir wahrscheinlich den Klassenerhalt nicht geschafft", sagt Borussen-Manager Max Eberl.
Ein Beispiel sollte sich der 1.FCN vielleicht an Ajax Amsterdam nehmen. Bei dem europäischen Spitzenklub, für den Galasek unter anderem 26 Champions-League-Spiele bestritten hat, durfte der tschechische Routinier inzwischen ein Praktikum absolvieren und wurde vor dessen Antritt sogar vom Präsidium des niederländischen Ehrendivisionärs herzlich empfangen.