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Ismaels Rolle vorwärts und wieder zurück

Bayerns Innenverteidiger findet Club interessant, lehnt aber Wechsel ab - 21.11.2007

Die Tür beim FC Bayern München hat Valerien Ismael zugeschlagen. Der Franzose will den Verein wechseln. Aber der Club ist für ihn kein Thema.

Die Tür beim FC Bayern München hat Valerien Ismael zugeschlagen. Der Franzose will den Verein wechseln. Aber der Club ist für ihn kein Thema. © dpa


Der 32-jährige Franzose, der beim deutschen Rekordmeister nach zwei Beinbrüchen und insgesamt 18 Monaten Verletzungspause vergeblich um den Anschluss kämpft, konnte sich einen Wechsel durchaus vorstellen: «Nürnberg ist ein interessanter Verein«, sagte er noch am Montag. Auch dass er innerhalb der Bundesliga einen neuen Arbeitgeber finden wolle, dem er «wirklich weiterhelfen kann«, sprach da noch für einen Wechsel an den Valznerweiher. Allerdings ließ er die französische Sport-Tageszeitung «L’Equipe« wissen, dass er sich bei seiner Suche im oberen Tabellendrittel orientiert. Also doch nicht der Club? Neben Hannover 96 soll auch Dortmund in Frage kommen.

Von Seiten des FC Bayern werden dem erfahrenen Abwehrspieler keine Steine in den Weg gelegt - wohin dieser auch führen mag. «Wenn er einen neuen Verein findet, kann er gehen«, sagte Manager Uli Hoeneß lapidar. Eine erstaunliche Aussage über einen Spieler, dessen Dienste sich der FCB vor zweieinhalb Jahren noch acht Millionen Euro kosten ließ. Anscheinend hat nicht nur Trainer Ottmar Hitzfeld den Fußballer Ismael abgeschrieben, sondern Geschäftsmann Hoeneß ihn auch schon aus den Bilanzbüchern gestrichen.

Nach Ismaels Wechsel von der Weser an die Isar brachte der Ex-Bremer nur anfangs ein Bein auf den bajuwarischen Boden. Nach einem ordentlichen ersten Jahr erlitt er im August 2006 einen Schien- und Wadenbeinbruch. Danach wurde er in der Bundesliga nur noch einmal eingewechselt und schraubte seine Bundesligabilanz auf 95 Einsätze. In der laufenden Saison lief er nur noch dreimal für das Regionalliga-Team der Bayern auf.

Mangelndes Vertrauen und andauernde Nichtberücksichtigung sind die Gründe des Franzosen für einen Neuanfang. Nach eigener Aussage fühlt er sich inzwischen wieder hundertprozentig fit. Schon vor einigen Wochen war er wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Via «L’Equipe« rechnete er trotz eines Vertrags bis Sommer 2008 vermeintlich mit Hitzfeld ab, der ihn trotz der Verletzungen von Daniel van Buyten und Martin Demichelis nicht in den Kader für das Uefa-Cup-Spiel bei Roter Stern Belgrad Ende September berufen hatte: «Er gibt mir das Gefühl, dass ich nicht dazugehöre. Ich bin sauer auf den Trainer. Mein Problem ist er. Ich hätte eine Chance verdient gehabt.« Außerdem glaube er nicht, dass Hitzfeld ihm noch eine Chance geben werde.

In einem Interview mit dem deutschen Fernsehsender DSF distanzierte sich Ismael am Mittwochabend allerdings von den Zitaten und erklärte sie mit Übersetzungsfehlern: «Das habe ich nie gesagt, das schwöre ich.« Außerdem erteilte er Nürnberg nebenbei, aber klar verständlich und mit französischem Akzent eine Absage: «Es gibt keine Kontakte zu Nürnberg, und es wird auch keine geben.« 

Stefan Jablonka

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