Bei Union machte das Fürther Eigengewächs mit dem wohl größten Entwicklungspotenzial ein ordentliches Spiel, gefiel in der Rolle des Balleroberers, zündete des öfteren seinen Turbo und schaffte so auch Räume für die Mitspieler. "Es war ein gutes Gefühl für mich. Ich wollte dem Team helfen, das war ganz gut", sagte Sararer.
Mit seinen kraftvollen Antritten sorgte er in der Berliner Abwehr für ordentlich Alarm. Zu stoppen war er häufig nur durch regelwidrige Aktionen. Doch sein Kardinalproblem bleibt: Sararer fehlt oft die Effizienz. Der direkte Weg zum gegnerischen Tor erscheint ihm nicht erstrebenswert genug. Gemessen am Aufwand kommt zu wenig dabei heraus.
"Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht, hat gezeigt, was er in sich hat. Mir war klar, dass er über sehr gute Fähigkeiten verfügt. Fakt aber ist: Da muss Konstanz rein, das muss er bestätigen. Noch ist da eine Diskrepanz zwischen seinen Möglichkeiten, und dem, was er uns bislang gezeigt hat", urteilt Trainer Mike Büskens.
Über ein halbes Jahr hat der Coach nun schon ein Auge auf die Entwicklung des Offensivkünstlers, der von der C-Jugend des TSV Rückersdorf zum "Kleeblatt" stieß, aber schon im dritten Jahr versucht, Stammspieler zu werden. Sein Potenzial ist hinlänglich bekannt, seine Diva-Allüren und sein überschaubarer Trainingsfleiß aber auch. "Er hat drei Jahre Vertrag bei uns, er kann selbst entscheiden, ob er Profi bleibt oder eine Lehre auf der Geschäftsstelle machen muss. Er ist 20 Jahre alt, kein fertiger Spieler, aber wir werden ihn gerne auf seinem Weg begleiten und fördern", meint Büskens nicht ganz ironiefrei.
Die Geduld des Trainers will Sararer nicht allzu sehr strapazieren: "Ich habe mir vorgenommen, verletzungsfrei zu bleiben und fußballerisch an mir zu arbeiten." Dabei geht es nicht um seine ohnehin schon fast perfekte Athletik, sondern um den mentalen Bereich: "Ich muss noch viel lernen, vor allem den Kopf frei kriegen."