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"Kettenhund" Karaslavov an kurzer Leine

Bulgarischer Abwehrspieler wird nur noch selten losgelassen - 22.05.2012 19:17 Uhr

FÜRTH  - Er erinnert optisch immer ein wenig an den römischen Feldherrn aus einem der Asterix-Comics: leicht spitzbübisches Grinsen, große, erwartungsvolle Augen, kerzengerade geschnittener Pony. Diese Einschätzung wird einem Asen Karaslavov bestimmt nicht übelnehmen. Der bulgarische Abwehrspieler begegnet selbst weitaus größeren Problemen immer mit einem gewissen Gleichmut.

Wenn Asen Karaslavov in Aktion ist, geht er kompromisslos zu Werke. In der Meister-Saison wurden seine Dienste seltener benötigt.
Wenn Asen Karaslavov in Aktion ist, geht er kompromisslos zu Werke. In der Meister-Saison wurden seine Dienste seltener benötigt.
Foto: Zink
Wenn Asen Karaslavov in Aktion ist, geht er kompromisslos zu Werke. In der Meister-Saison wurden seine Dienste seltener benötigt.
Wenn Asen Karaslavov in Aktion ist, geht er kompromisslos zu Werke. In der Meister-Saison wurden seine Dienste seltener benötigt.
Foto: Zink

Wie sich Menschen doch verändern können: Abseits des Platzes wirkt Karaslavov wie der nette Nachbar von nebenan. Immer hilfsbereit, aber immer auch mit der Zurückhaltung, die man sich von einem wünscht, den man zwar täglich sieht und grüßt, mit dem man aber nicht intimste Details austauschen würde. Karaslavov ist der große Schweiger in Fürth, wobei seine Blicke verraten, dass er nach anfänglichen Sprachproblemen längst alles versteht, nur nicht alles kommentieren muss.

Betritt der Innenverteidiger hingegen den Rasen, wird es zumeist ungemütlich. Zumindest für seine Gegenspieler. Als „Kettenhund“ hat ihn Trainer Mike Büskens mal bezeichnet. So etwas vom ehemaligen „Eurofighter“ zu hören, der als rasender Linksverteidiger ebenfalls keine Gefangenen machte, muss sich für Karaslavov wie eine hohe Auszeichnung ausnehmen. „Kettenhund“ charakterisiert ihn tatsächlich. Hat er einmal von gegnerischen Stürmern die Fährte aufgenommen, lässt er nicht mehr los. Er verfolgt sie auf Schritt und Tritt, gegen Karaslavov zu spielen, macht sicher keinen Spaß.

Andererseits legt die Titulierung „Kettenhund“ auch offen, dass Karaslavov in seinen fußballerischen Möglichkeiten limitiert ist. Die Spieleröffnung aus der Abwehr ins Mittelfeld oder der öffnende Pass zählen nicht unbedingt zu seinen Stärken, im Kurzpassspiel wirkt es bisweilen etwas hölzern, wenn sich „Kara“ einschalten soll.

Bilderstrecke zum Thema
Derby-Sieg in Nürnberg, das größte Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte im Pokal-Halbfinale gegen Dortmund, nächtliche Party-Exzesse auf der Gustavstraße, und beim letzten Saisonspiel in Rostock auch die Krönung zum Zweitliga-Meister: Die SpVgg Greuther Fürth bot 2011/2012 reichlich unvergessliche Momente. Wir blicken zurück auf die besten Szenen der Aufstiegssaison.

Wirklich schlimm findet das bei der Spielvereinigung aber niemand, seine kämpferischen Qualitäten gleichen diese Mankos aus. Zumal Karaslavov eine tadellose Einstellung zu seinem Beruf hat. Vollgas gibt er in jedem Training, seit er 2007 von Slavia Sofia an den Laubenweg wechselte.

War er in den ersten Jahren eine feste Größe im Team, trat er zuletzt nur noch als Innenverteidiger Nummer drei auf. Mit der Verpflichtung Mergim Mavrajs im Winter letzten Jahres verlor der ehemalige bulgarische Nationalspieler seinen Stammplatz; in der Aufstiegssaison stand er mit gerade mal zehn, vorwiegend kurzen Einsätzen klar im Schatten des gesetzten Duos Thomas Kleine und Mavraj.

Eine Rolle, mit der er sich auch künftig anfreunden muss. Nun wird der 1,86 Meter große und 87 Kilo schwere Modellathlet im nächsten Monat aber 32. Eine Luftveränderung scheint unter diesen Voraussetzungen zumindest nicht ausgeschlossen. Nur dazu mag Asen Karaslavov erwartungsgemäß eher wenig sagen... 

Florian Pöhlmann


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13