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Kleeblatt: Ein Späteinsteiger gibt Vollgas

Fürths Robert Zillner überzeugte beim Coup in Hoffenheim - 09.02. 18:57 Uhr

FÜRTH  - So einen medialen Auflauf hatte Robert Zillner bislang noch nicht erlebt. Als er gestern zusammen mit den anderen Fürther Pokalhelden zum üblichen Auslaufen schritt, war alles anders rund um den sonst so beschaulichen Ronhof.


"Den kriegste nicht kaputt": Ein Lob von Trainer Mike Büskens an Robert Zillner (vorne), der bis zu seiner Auswechslung nach knapp einer Stunde keinen Zweikampf scheute.
"Den kriegste nicht kaputt": Ein Lob von Trainer Mike Büskens an Robert Zillner (vorne), der bis zu seiner Auswechslung nach knapp einer Stunde keinen Zweikampf scheute.
Foto: Sportfoto Zink
"Den kriegste nicht kaputt": Ein Lob von Trainer Mike Büskens an Robert Zillner (vorne), der bis zu seiner Auswechslung nach knapp einer Stunde keinen Zweikampf scheute.
"Den kriegste nicht kaputt": Ein Lob von Trainer Mike Büskens an Robert Zillner (vorne), der bis zu seiner Auswechslung nach knapp einer Stunde keinen Zweikampf scheute.
Foto: Sportfoto Zink

Kamerateams verfolgten jeden Schritt der Mannschaft, Autogramme mussten geschrieben, Interviewwünsche berücksichtigt, viele Glückwünsche entgegengenommen werden: Robert Zillner war mittendrin, obwohl er bis zu diesem denkwürdigen Mittwochabend nur dabei war.

Zillner war einer der Hauptdarsteller beim umjubelten 1:0-Sieg der SpVgg Greuther Fürth im Viertelfinale in Hoffenheim. Er rannte, er grätschte, er ging immer genau dahin, wo es wehtut, wie es im Fußballjargon heißt. Auch nach der Aktion, der wenig später die Rote Karte für Hoffenheims Compper folgte, war es Zillner, der sich den Sünder als erstes zur Brust nahm.

So, als wäre er schon immer ein fester Bestandteil der Mannschaft, attackierte er den ehemaligen Nationalspieler. „Den kriegst du ja nicht kaputt“, befand sein Trainer Mike Büskens sehr viel später mit dieser Prise Anerkennung, die Zillner im letzten halben Jahr seit seinem Wechsel von der SpVgg Unterhaching nach Fürth verwehrt geblieben war.


Bilderstrecke zum Thema
Mit 1:0 gewann die SpVgg Greuther Fürth das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Hoffenheim und sorgte damit für eine Überraschung. Nach einem Spiel, in dem bei beiden Teams blanke Nerven sichtbar wurden, hatten die Fürther das nötige Quentchen Glück. Und Stürmer Olivier Occean, der mal wieder zur Stelle war, als es darauf ankam.

„Da war ich manchmal ganz schön genervt. Da muss man schon aufpassen, dass man vom Kopf her kein Problem mit sich selbst bekommt“, blickte der Mittelfeldspieler auf die zurückliegenden Monate zurück, in denen er große Geduld beweisen musste.

Vor allem mit seinem Körper, denn Zillner trat seinen Dienst in Fürth auf Krücken an: Zunächst legte ihn eine Schultereckgelenkssprengung Mitte April lahm, und gerade als er zwei Tage nicht mehr krankgeschrieben war, zog er sich im letzten Training in Unterhaching einen Sehnenanriss in der Fußsohle zu. Lange war er außen vor, erst ein Gespräch mit dem Trainer gab ihm wieder Selbstsicherheit. „Er hat mir gesagt, dass es ein Fehler wäre, nach nur einem halben Jahr schon das Handtuch zu werfen. Da hat er recht.“


Mühsam diente er sich über die Amateure nach oben, durfte mal in einem Testspiel gegen Augsburg ran, aber trat dann im Trainingslager so überzeugend auf, dass ihm Büskens ausgerechnet in einem der wichtigsten Spiele der Fürther Vereinsgeschichte zum Debüt in der Startelf verhalf. „Ich war selber überrascht“, räumte Zillner ein, der erst zwei Stunden vor dem Anpfiff in Hoffenheim von seiner Nominierung erfahren hatte.

Zeit, sich mehr Gedanken zu machen als es für Fußballer gemeinhin von Vorteil ist, hatte „Zille“, wie sie ihn in Fürth nennen, also nicht. „Überhaupt nicht nervös“ war er deshalb und setzte genau das um, was Büskens von der ganzen Mannschaft erwartete: An sich und die eigenen Fähigkeiten glauben und beherzt um seine Chance kämpfen. Mit inzwischen 26 Jahren ist Zillner ohnehin das, was man einen Spätberufenen nennt. Jetzt aber will er in Fürth durchstarten ... 



Florian Pöhlmann

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.