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Kamerateams verfolgten jeden Schritt der Mannschaft, Autogramme mussten geschrieben, Interviewwünsche berücksichtigt, viele Glückwünsche entgegengenommen werden: Robert Zillner war mittendrin, obwohl er bis zu diesem denkwürdigen Mittwochabend nur dabei war.
Zillner war einer der Hauptdarsteller beim umjubelten 1:0-Sieg der SpVgg Greuther Fürth im Viertelfinale in Hoffenheim. Er rannte, er grätschte, er ging immer genau dahin, wo es wehtut, wie es im Fußballjargon heißt. Auch nach der Aktion, der wenig später die Rote Karte für Hoffenheims Compper folgte, war es Zillner, der sich den Sünder als erstes zur Brust nahm.
So, als wäre er schon immer ein fester Bestandteil der Mannschaft, attackierte er den ehemaligen Nationalspieler. „Den kriegst du ja nicht kaputt“, befand sein Trainer Mike Büskens sehr viel später mit dieser Prise Anerkennung, die Zillner im letzten halben Jahr seit seinem Wechsel von der SpVgg Unterhaching nach Fürth verwehrt geblieben war.
„Da war ich manchmal ganz schön genervt. Da muss man schon aufpassen, dass man vom Kopf her kein Problem mit sich selbst bekommt“, blickte der Mittelfeldspieler auf die zurückliegenden Monate zurück, in denen er große Geduld beweisen musste.
Vor allem mit seinem Körper, denn Zillner trat seinen Dienst in Fürth auf Krücken an: Zunächst legte ihn eine Schultereckgelenkssprengung Mitte April lahm, und gerade als er zwei Tage nicht mehr krankgeschrieben war, zog er sich im letzten Training in Unterhaching einen Sehnenanriss in der Fußsohle zu. Lange war er außen vor, erst ein Gespräch mit dem Trainer gab ihm wieder Selbstsicherheit. „Er hat mir gesagt, dass es ein Fehler wäre, nach nur einem halben Jahr schon das Handtuch zu werfen. Da hat er recht.“
Mühsam diente er sich über die Amateure nach oben, durfte mal in einem Testspiel gegen Augsburg ran, aber trat dann im Trainingslager so überzeugend auf, dass ihm Büskens ausgerechnet in einem der wichtigsten Spiele der Fürther Vereinsgeschichte zum Debüt in der Startelf verhalf. „Ich war selber überrascht“, räumte Zillner ein, der erst zwei Stunden vor dem Anpfiff in Hoffenheim von seiner Nominierung erfahren hatte.
Zeit, sich mehr Gedanken zu machen als es für Fußballer gemeinhin von Vorteil ist, hatte „Zille“, wie sie ihn in Fürth nennen, also nicht. „Überhaupt nicht nervös“ war er deshalb und setzte genau das um, was Büskens von der ganzen Mannschaft erwartete: An sich und die eigenen Fähigkeiten glauben und beherzt um seine Chance kämpfen. Mit inzwischen 26 Jahren ist Zillner ohnehin das, was man einen Spätberufenen nennt. Jetzt aber will er in Fürth durchstarten ...
Di. 22.05.12
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Mo. 21.05.12