„Das ist jetzt aber fünf Kilogramm leichter geworden“, sagt Büskens und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn er den 18-Jährigen im Trainingslager im türkischen Belek gelegentlich mit dem Spitznamen „Dicki“ begrüßt. Obwohl Geis nie wirklich pausbäckig war, für ein bisschen zu klein für sein Gewicht konnte man ihn schon halten.
Bei 1,81 m Körpergröße sind 85 kg eben doch jede Menge. „Als junger Spieler hat man nicht das Gefühl dafür. Man denkt halt, man ist doch noch jung“, gesteht der defensive Mittelfeldspieler. Doch auch an Profifußballern finden Speckröllchen ihren Platz, wenn sie mehr Kalorien zu sich nehmen als sie verbrennen. Die Maßgabe war klar. Der 18-jährige Geis sollte binnen kurzer Zeit mindestens drei Kilogramm abnehmen, um eines Profis würdig zu sein, wie Büskens meinte.
„Man kommt dann schon ins Grübeln und macht sich Gedanken, was passiert, wenn ich das nicht schaffe“, gesteht Geis nun am Rande des Trainigslagers in der Türkei. Büskens hatte aber wenig Spielraum für Interpretationen gelassen und Geis das Amateurteam als künftiges Betätigungsfeld in Aussicht gestellt. „Ich dachte dann, ich zieh das jetzt voll durch“, erzählt Geis. Sein Speiseplan hatte nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem eines Hobbysportlers: Ernährungssünden wie Fast Food oder Coca Cola waren passé.
Und von den Plätzchen naschte er an Weihnachten nur noch zu Tageszeiten, zu denen eine halbwegs gute Verdauung gewährleistet war. Abends verzichtet er auf Kohlenhydrate. Den Gang in die Muckibude spart er sich nun und joggt stattdessen zweimal täglich. Die üppigen Auslagen des Buffets im Fünf-Sterne-Hotel Maxx Royal machen den Verzicht gewiss nicht einfacher.
Selbst auf das WG-Leben mit Mitspieler Felix Klaus hatte die Ansage des Trainers Auswirkungen. Im Kühlschrank fanden sich keine Schokoriegel mehr. Äpfel und Birnen lösten Zuckerhaltiges ab. Auch Klaus´ Oma, die mittags gelegentlich vorbeischaut, um die beiden dicken Kumpels zu bekochen, passte ihre Gerichte den Bedürfnissen eines Profis an. „Das Gewicht lasse ich nicht zwischen mich und den Trainer kommen“, sagte sich Geis.
Beim Gang auf die Waage offenbarte sich schließlich sein starker Wille. Der „U19“-Nationalspieler kratzte an der Marke von 80 Kilogramm. Sein Anteil an Körperfett liegt mit elf Prozent in einem Bereich, den nur Triathleten und Magersüchtige deutlich unterschreiten. „Ich wollte das Vertrauen des Trainers nicht enttäuschen“, erzählt Geis.
Der gebürtige Schweinfurter hat nicht nur mit seiner Gewichtsreduzierung Pluspunkte gesammelt: „Ich bin jetzt im Kopf klarer und insgesamt professioneller geworden.“ Mit der Rolle des Rechtsverteidigers hat er sich auch angefreundet. Lange Zeit wollte sich Geis einfach nicht vorstellen, dass Fußballspielen zwischen Sechzehnmeterraum und Seitenlinie Spaß machen kann.
„Ich dachte, dass man da nicht so viele Bälle bekommt und man nur schnell vor- und zurückläuft“, sagt Geis. Die kleinen, pfeilschnellen Gegenspieler waren außerdem nicht unbedingt nach seinem Geschmack. Doch mit fünf Kilo weniger lebt es sich auch bei der Verfolgungsjagd leichter: „Es geht alles viel lockerer. Und ich bin wesentlich spritziger als vorher.“
Auf eine erste Bewährungsprobe hofft Geis im Pokalspiel gegen 1899 Hoffenheim, wenn Rechtsverteidiger Bernd Nehrig Gelb-gesperrt zusehen muss. „Das wäre meine erste große Aufgabe. Der Trainer soll sich keine Gedanken machen müssen. Er soll mir vertrauen können.“ Das Vertrauen zwischen den beiden hat sicher nicht abgenommen.
Schröck bestand Belastungstest
Stephan Schröck ist weiter auf dem Weg der Besserung. Der Mittelfeldspieler, der wegen einer Knochenhautentzündung am rechten Fuß vorzeitig aus dem Trainingslager abreisen musste und sich in der Heimat intensiv behandeln ließ, bestand einen ersten Belastungstest. Am Donnerstag sollte Schröck zudem eine Trainingseinheit mit dem Amateurteam der SpVgg Greuther Fürth absolvieren. „Die Wunde ist gut verheilt. Die Entwicklung nährt unsere Hoffnung, dass alles gut ist“, sagte Manager Rachid Azzouzi.
Mi. 22.02.12
Mi. 22.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12
Di. 21.02.12