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Auch für das Team aus dem Kraichgau wäre der Einzug in die Vorschlussrunde eine Premiere, doch über „das erste Mal“ redet derzeit in Hoffenheim kaum jemand. Alles dreht sich um Animositäten, Befindlichkeiten und Grüppchenbildung. Der vor der Saison vom FC St.Pauli gekommene Trainer Holger Stanislawski unterstellte seinen Stars, „zu sehr auf sich fixiert zu sein.“ Freilich ohne Namen zu nennen.
Und in so einer Situation mischt sich auch noch der allgegenwärtige Mäzen Dietmar Hopp ein, der das jüngste 2:2 gegen Augsburg als Tiefschlag bezeichnete und den Trainer offen kritisierte: „Es ist schwer, eine Linie zu erkennen.“ Der 71-Jährige, der die TSG künftig solide wirtschaften sehen möchte und inzwischen ein paar Milliönchen weniger zuschießt, sprach gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“ davon, „jetzt gegen Fürth unbedingt gewinnen zu müssen“. Der Einzug ins Pokal-Finale nennt der Computer-Milliardär ganz nebenbei seinen „großen Traum“.
In Fürth könnten sie die ganze Hoffenheimer Hofstaaterei als bloße Jammerei auf hohem Niveau relativ gelassen sehen, wenn nicht der Zweitligaauftakt am vergangenen Freitag derartig daneben gegangen wäre. Die 1:3-Schlappe in Dresden und vielmehr noch die leidenschaftslose Vorstellung haben all jenen Zweiflern wieder Nahrung verschafft, die Fürth so gerne als „unaufsteigbar“ betiteln und bereits nach dieser einen Niederlage ein Gesamtkonstrukt in Frage stellen, das zuvor mit 40 Punkten in 19 Spielen überzeugt hatte.
„Wir dürfen jetzt nicht alles schwarzsehen“, hatte sich jüngst schon Manager Rachid Azzouzi zu Wort gemeldet und an die „Nehmerqualitäten“ der Mannschaft erinnert: „Nach Rückschlägen sind wir immer sehr stark zurückgekommen.“ Diese angebliche Kernkompetenz wird auch jetzt gefragt sein, immerhin steht nur vier Tage nach dem Pokal-Hit in Hoffenheim bereits das Spitzenspiel zu Hause gegen den momentanen Zweitliga-Dritten Paderborn an.
Dementsprechend ist es Trainer Mike Büskens wichtig, eine Reaktion auf die Schmach von Dresden zu sehen. „Es kann nicht sein, dass wir uns widerstandslos die Bälle abjagen lassen. Wir müssen eine ganz andere Präsenz zeigen.“ Wer anstelle des gesperrten Rechtsverteidigers Nernd Nehrig Mut und Entschlossenheit einbringen soll, ließ er offen. Johannes Geis, Asen Karaslavov und Stephan Schröck wären Kandidaten, um ihren Teil zu einer Mission beizutragen, die sie in Fürth im Rückblick sicher gerne „historisch“ nennen würden.
Hoffenheim: Starke – Beck, Vestergaard, Compper, Braafheid – Rudy, Williams – Johnson, Musona, Vukcevic – Lakic / Fürth: Grün – Schröck, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Pekovic, Fürstner – Sararer, Prib – Nöthe, Occean / SR: Fritz (Korb).
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12