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Ein verurteilter Dopingsünder, der sein nachgewiesenes Vergehen bis heute nicht gestanden hat, soll als Galionsfigur für den Breitensport dienen. Eine haarige Sache. Auch wenn das (frühere) Radsport-Idol, das seine Karriere längst beendet hat und sich so ob der Sperre nicht grämen braucht, sicher nicht über Erfahrung im Umgang mit Dopingmedizinern referieren wird.
Ebenso bezeichnend wie das Verhalten Ullrichs, der sich verbal seit Jahren windet, um nicht expressis verbis zu gestehen, war die Reaktion des Bundes Deutscher Radfahrer: Der ist „froh, dass dieses Verfahren nach jahrelangen Verhandlungen nun endlich sein Ende fand“. Kein Wort zum Inhalt des Urteils, kein Wort zu Ullrichs Verhalten. Man bereite sich nun auf Olympia vor, hieß es in der dürftigen Mitteilung weiter. So deckt der BDR weiter den Mantel des Schweigens über das Thema Doping, und als Beobachter aus der Ferne fragt man sich unwillkürlich, ob in der Vorbereitung auf die Spiele leistungsfördernde Mittel nicht doch eine Rolle spielen.
Wie jüngst schon die Fälle Armstrong und Contador zeigt das Cas-Urteil in der Causa Ullrich eines überdeutlich: Der Sport ist bei der Doping-Bekämpfung (so überhaupt gewollt) überfordert. Er braucht Hilfe von außen – worüber sich auch der Gesetzgeber noch einmal Gedanken machen müsste.