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NZ: Herr Funk, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich als Spieler für die Ice Tigers zu lizenzieren? Gegen die EHC 80-Allstars schossen Sie vier Tore.
Lorenz Funk: Das war aber auf ganz niedrigem Niveau, bei niedrigstem Tempo. Nein, meine Zeit ist vorbei. (lacht)
NZ: Die Mannschaft weckte in der Vorbereitung Hoffnungen. Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Saison?
Funk: Von Vorbereitungsergebnissen halte ich gar nichts, niemand sollte das überbewerten. Die Realität erwartet uns in Ingolstadt, da kommt ein ganz anderes Eishockey auf uns zu. Fakt ist aber, dass die Mannschaft viel Potenzial besitzt. Wir haben bessere Einzelspieler als in der Vorsaison, sind spielerisch stärker. Das garantiert uns aber nicht, dass wir auch mehr Punkte holen. Grundsätzlich habe ich aber ein gutes Gefühl.
NZ: Haben Sie Ihre Wunschmannschaft bekommen?
Funk: Mit den Spielern, die ich bekommen habe, bin ich sehr zufrieden. Natürlich gab es auch den ein oder anderen Spieler, den ich gerne gehabt hätte, der dann woanders gelandet ist.
NZ: Wie erleben Sie als noch relativ unerfahrener DEL-Manager das Verhandlungsgebaren im deutschen Eishockey?
Funk: Wenn es um Verhandlungen geht, bin ich ein sehr harter Partner. Ich mache seit 15 Jahren Geschäfte in allen möglichen Bereichen, das war schon immer so. Man muss genau wissen, wo die Grenzen sind, und darf sich nicht weichkochen lassen. Ich denke, dass darin meine Stärke liegt und ich viele in der Liga überrascht habe.
NZ: Schwedische Spieler gelten oft als schwierig zu integrieren in ein nordamerikanisch geprägtes Team. Sie haben Fredrik Eriksson verpflichtet. Welchen Eindruck macht er auf Sie?
Funk: Ich war zu einem Zeitpunkt in Schweden unterwegs, als wir in Nürnberg große Probleme mit dem Überzahlspiel hatten. Ich wollte eigentlich einen defensivstarken Verteidiger finden, wusste aber, dass ich zuschlagen würde, falls mir ein Offensivverteidiger auffällt. Ich habe dann Eriksson gesehen, wie er unspektakulär, aber sehr effektiv das Überzahlspiel seiner Mannschaft gestaltet hat. Wenn er das spielt, was er kann, wird er uns sehr weiterhelfen. Mir ist bewusst, dass es in einer Liga, die von Nordamerikanern dominiert wird, für Skandinavier nicht leicht ist. Aber wir haben mit Morten Ask ja schon einmal eine gute Erfahrung gemacht.
NZ: In der "Eishockey News" sieht das Gros der Experten die Ice Tigers unter den besten Sechs. Empfinden Sie das als Anerkennung für Ihre Arbeit?
Funk: Wir werden auch DEL-intern von Spielern und Managern stark eingeschätzt. Natürlich freut mich das, aber wir müssen vernünftig sein mit unseren Erwartungen.
NZ: Die Messlatte liegt nach Platz fünf im Vorjahr hoch. Beunruhigt Sie das?
Funk: Ja, das macht mir Sorgen. In der vergangenen Saison haben wir das Maximale herausgeholt. Das ist keineswegs selbstverständlich. Heuer haben wir mehr Potenzial, aber es kann immer mal ein Problem auftauchen, das die Mannschaft aus der Bahn wirft. Wir wollen nach der Hauptrunde weiterspielen. Platz zehn ist also unser Minimalziel, danach ist dann sowieso alles möglich.