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Leider war keine Fernsehkamera im Ronhof

Fürther Kantersieg mit vielen Kuriositäten - 05.09. 20:00 Uhr

FÜRTH  - Fußballspiele sind immer eine bitterernste Angelegenheit. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie die Regionalligapartie zwischen der SpVgg Greuther Fürth II und der SpVgg Weiden am Samstagnachmittag bewies.


Weidens Sebastian Szikal schoss seinen Mitspieler Stefan Wiechers k.o. - die folge: ein weiteres Gegentor.
Weidens Sebastian Szikal schoss seinen Mitspieler Stefan Wiechers k.o. - die folge: ein weiteres Gegentor.
Foto: Wolfgang Zink
Weidens Sebastian Szikal schoss seinen Mitspieler Stefan Wiechers k.o. - die folge: ein weiteres Gegentor.
Weidens Sebastian Szikal schoss seinen Mitspieler Stefan Wiechers k.o. - die folge: ein weiteres Gegentor.
Foto: Wolfgang Zink

"Selten so gelacht", grinste ein "Kleeblatt"-Fan beim Verlassen der Trolli Arena. Eine Reaktion, die aber keineswegs durch den hohen 6:0-Sieg der Schützlinge von Trainer Frank Kramer ausgelöst wurde. Die armen Kicker aus der Oberpfalz waren es, die für einen enorm hohen Unterhaltungswert mit einigen unerwarteten Kuriositäten sorgten.

 Gelächter auf den Rängen, Trauerstimmung bei dem auf der Bank zur Salzsäule erstarrten Weidener Trainer Günter Güttler. "So etwas habe ich in meiner langen Laufbahn noch niemals erlebt", schüttelte der Erlanger den Kopf. Drei der sechs Gegentore, also genau die Hälfte, wurden von seinen Kickern in unnachahmlicher Weise selbst erzielt beziehungsweise vorbereitet.

Jammerschade, dass im Stadion keine Fernsehkamera aufgebaut war, denn das 3:0 für die Fürth wäre mit hundertprozentiger Sicherheit bei der Wahl "Tor des Monats" als klarer Sieger hervorgegangen. Es war ein Eigentor und die Co-Produktion von zwei Spielern, ein Derby Nürnberg-Fürth gewissermaßen: Sebastian Szikal, einst FCN, nahm eine Flanke direkt und traf aus kürzester Distanz den früheren Fürther Stefan Wiechers genau ins Gesicht. Das Opfer landete, wie bei einem Boxkampf, k.o.-geschossen am Boden - und der Ball im Netz.

Nach der Pause schlug die Stunde für einen weiteren Weidener "Unterhaltungskünstler". Tobias Linse, der Mann zwischen den Pfosten, sollte kraft seines Amtes eigentlich Tore verhindern, doch er schenkte den "Kleeblättlern" gleich zwei. Zuerst spielte er den Ball bei einem Abstoß dem gegnerischen Stürmer Stefan Vogler direkt in die Füße und verhalf diesem mit einem Musterpass zum 5:0. Die zweite "Großtat" von Linse, der krönende Abschluss der Partie: Fünf Minuten vor dem Ende kassierte er für ein Foul im Strafraum eine Rote Karte. Bei Weiden, das bereits dreimal gewechselt hatte, musste sich K.o-Schütze Szikal den Torwartpullover überstreifen. Doch gegen den Elfmeter des dreifachen Torschützen Christopher Schaab war er chancenlos.

Fazit: Die SpVgg Greuther Fürth hatte einen Kantersieg gelandet, aber der Namensvetter aus der Oberpfalz unfreiwillig einen enormen Beitrag für einen unterhaltsamen Nachmittag geliefert. 



Dieter Bracke

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