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Milorad Pekovic: Der nette Abräumer von nebenan

Montenegriner ist nicht nur Defensivspezialist - 11.05.2012 19:04 Uhr

Ist Gelb seine Lieblingsfarbe? Im Vorjahr sammelte Milorad Pekovic eifrig „Kartons“.

Ist Gelb seine Lieblingsfarbe? Im Vorjahr sammelte Milorad Pekovic eifrig „Kartons“. © Sportfoto Zink


Kurz nachdem Mike Büskens am 28. Dezember 2009 bei der SpVgg Greuther Fürth unterschrieben hatte, traf auch Milorad Pekovic am 19. Januar 2010 im Ronhof ein. An Aufstiegsträume verschwendete im Winter 2009/2010 beim Kleeblatt keiner einen Gedanken. Abstiegskampf war angesagt und „Peko“, der erste Neuzugang unter dem frisch verpflichteten Coach, genau der Spielertyp, den Büskens im Kader der Fürther vermisste. Kompromisslos im Mittelfeld, ein klassischer Abräumer, einer, der auch mal dazwischenhaut.

Pekovic bringt so leicht nichts aus der Ruhe, in 27 Länderspielen mit Montenegro hat der mittlerweile 34-Jährige schon einiges erlebt, unter anderem im Wembley-Stadion zu London die heimischen „Three Lions“ in der EM-Qualifikation zu einem torlosen Remis gezwungen. So einer wird auch nicht nervös, wenn aus dem Gästeblock im Fürther Ronhof mal Böller fliegen und krachend in seiner unmittelbaren Nähe detonieren. Aus Belgrad, wo er für Partizan, den FK Obilic und den OFK spielte, sind ihm solche Szenarien bestens bekannt. Auf dem Balkan geht es beim Fußball traditionell etwas heißer her als hierzulande.

„Pekovic steht für Härte, Konsequenz und Robustheit. Wir haben einen Spieler gebraucht, der unserer Defensive Halt gibt, an den sich die jungen Spieler anlehnen können. Er tut der Mannschaft einfach gut“, befand SpVgg-Präsident Helmut Hack bei der Präsentation Pekovics. Diese im Winter 2010 erhoffte Stütze im Kader verkörpert der Montenegriner auch im Frühjahr 2012 noch. Des Spielers Ruf eilte ihm sogar im Vorfeld seiner Eheschließung voraus. Die Schwiegereltern in spe hatten Angst davor, dass „Peko“ ihre Tochter schlagen könnte.

Abräumer und harter Zweikämpfer im Dienst der Mannschaft: Milorad Pekovic.

Abräumer und harter Zweikämpfer im Dienst der Mannschaft: Milorad Pekovic. © Sportfoto Zink


Pekovic ist ohne Trikot in Zivil aber ein höchst umgänglicher Zeitgenosse, nicht der „Gute Laune Onkel“ in der Kabine der Fürther, aber einer, dessen Wort Gewicht hat, dem vor allem die Jungen zuhören. Nicht zuletzt, weil für den international erfahrenen Mann der Teamgedanke im Vordergrund steht. „Einzelkämpfer sollen Tennis spielen. Im Fußball kann man nur Erfolg haben, wenn man zusammenhält“, spricht er über seine Einstellung zum Miteinander auf dem Platz.

So etwas zahlt sich auch abseits des grünen Rasens aus. Zum Play-off-Spiel in der EM-Qualifikation gegen die Tschechische Republik in Prag begleitete den Abräumer ein Bus voller Mitspieler und Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Aus dem Traum von der EM-Teilnahme in Polen und der Ukraine wurde es aber nichts, trotz der stimmgewaltigen Fürther im Schlepptau.

Mit den Weiß-Grünen erfüllte sich Pekovic dann aber bekanntlich einen anderen, lang ersehnten Wunsch: den Aufstieg in die erste Liga. Auch dort wird Pekovic ein Teil des Teams bleiben. Sein Vertrag läuft bis 2013, und Büskens dürfte das ein oder andere Mal auf die Dienste des Routiniers zurückgreifen, wenn es darum geht, spielstarke Kontrahenten an die Kette zu legen. Dafür hat er ihn schließlich schon vor zwei Jahren nach Franken gelotst. 

Florian Jennemann

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