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Der Club-Kapitän tritt dem Starensemble mit einer Maske entgegen. Natürlich nicht ganz freiwillig. Schließlich hat er sich am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den Hamburger SV (1:1) einen Nasenbeinbruch zugezogen, der am Dienstag operativ korrigiert wurde.
„Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir“, erzählte Torhüter Schäfer, der mit einer solchen Maskerade an Fasching auch als Zorro oder Sido durchgehen könnte. Im Training hat ihn das Nasenkleid aus schwarzem Carbon nicht behindert: „Es ist etwas anderes mit Maske, man muss sich daran gewöhnen, aber es ist keine Einschränkung der Sicht.“ Sollte Schäfers Antlitz auf Dortmunds Angreifer Robert Lewandowski tatsächlich ähnlich Angst einflößend wirken wie die düster keuchende Film-Figur aus „Krieg der Sterne“, wäre sein Minimalziel in Reichweite: „Wir wollen einen Punkt mitnehmen.“
Hoffen lässt Schäfer zudem Dortmunds Heimbilanz, die sich für einen Meister zwar ausnehmend schlecht liest, aber immer noch besser ist als die des 1.FCN. Der BVB hat in dieser Saison nur jedes zweite Heimspiel gewonnen. „Wir können dort etwas holen.
Die Bilanz ist nicht besonders Furcht einflößend“, sagte Schäfer. Die nackten Zahlen taugen gemäß seiner Interpretation sogar zum Mutmacher: „Wir müssen nicht zwangsläufig damit rechnen, dass sie uns komplett auseinandernehmen“, schlussfolgerte Schäfer. Passieren kann es trotzdem. Werder Bremen erlebte es vor einer Woche und wurde von Götze und Co. in seine Bestandteile zerlegt (0:5).
Einen ähnlichen Spielrausch gilt es zu unterbinden. „Wir müssen zu unserer Kompaktheit finden und aggressiv verteidigen. Viele Chancen dürfen wir ihnen nicht geben“, mutmaßte Markus Feulner. Der Mittelfeldspieler steht nach seiner Erkältung wieder zur Verfügung und freut sich auf den Auftritt gegen seinen Ex-Verein im Signal-Iduna-Park. Vor allem weil er weiß, dass er der Startelf angehören wird.
Als er noch bei den Westfalen unter Vertrag stand, war das keine Selbstverständlichkeit. „Ich habe in diesem Stadion ja nicht so oft gespielt“, blickt der 30-Jährige zurück. Obwohl ihn BVB-Coach Jürgen Klopp einst von Mainz nach Westfalen gelotst hatte, baute dieser in den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 nur 15 Mal auf Feulner, der sich als deutscher Meister Richtung Nürnberg verabschiedete und seitdem nur noch Kontakt zum Fitnesstrainer der Borussen unterhält.
„Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind der klare Außenseiter“, sagte Feulner. Das Gastspiel vor 80.000 Zuschauern empfindet er als Privileg: „Man muss das als Chance sehen. Wir müssen Spaß und Freude empfinden und versuchen, ein überragendes Spiel abzuliefern. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“ An Schäfers Einsatz wird es indes nicht mangeln. Der bald 34-Jährige hätte keine Angst vor einer erneuten operativen Begradigung seiner Nase: „Wenn ich sie mir wieder anschlage, ist sie halt wieder etwas schief.“
Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Reus, Götze, Großkreutz – Lewandowski
Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Balitsch, Simons – Feulner, Kiyotake, Gebhart – Pekhart
SR: Weiner (Giesen).
Mi. 22.05.13
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