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Mit Maske und ohne Ehrfurcht reist der FCN nach Dortmund

Ein Punkt ist Schäfers Minimalziel - "Haben nichts zu verlieren" - 25.01.2013 07:00 Uhr

NÜRNBERG  - Hansi Flick, Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, sorgte bei der EM 2012 mit einem unglücklichen Satz für helles Aufsehen. Man müsse die Stahlhelme aufsetzen, empfahl er den DFB-Kickern seinerzeit vor dem Auftaktspiel gegen Portugal. Zwar setzt beim 1. FC Nürnberg vor dem Gastspiel am Freitag beim Meister Borussia Dortmund (20.30 Uhr) niemand auf solch eine martialische Metapher, Raphael Schäfer jedoch auf einen ähnlich einschüchternden Effekt.

"Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir", erzählte Club-Torhüter Raphael Schäfer.
"Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir", erzählte Club-Torhüter Raphael Schäfer.
Foto: Stefan Jablonka
"Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir", erzählte Club-Torhüter Raphael Schäfer.
"Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir", erzählte Club-Torhüter Raphael Schäfer.
Foto: Stefan Jablonka

Der Club-Kapitän tritt dem Starensemble mit einer Maske entgegen. Natürlich nicht ganz freiwillig. Schließlich hat er sich am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den Hamburger SV (1:1) einen Nasenbeinbruch zugezogen, der am Dienstag operativ korrigiert wurde.

„Meine Töchter sagen Darth Vader zu mir“, erzählte Torhüter Schäfer, der mit einer solchen Maskerade an Fasching auch als Zorro oder Sido durchgehen könnte. Im Training hat ihn das Nasenkleid aus schwarzem Carbon nicht behindert: „Es ist etwas anderes mit Maske, man muss sich daran gewöhnen, aber es ist keine Einschränkung der Sicht.“ Sollte Schäfers Antlitz auf Dortmunds Angreifer Robert Lewandowski tatsächlich ähnlich Angst einflößend wirken wie die düster keuchende Film-Figur aus „Krieg der Sterne“, wäre sein Minimalziel in Reichweite: „Wir wollen einen Punkt mitnehmen.“


Hoffen lässt Schäfer zudem Dortmunds Heimbilanz, die sich für einen Meister zwar ausnehmend schlecht liest, aber immer noch besser ist als die des 1.FCN. Der BVB hat in dieser Saison nur jedes zweite Heimspiel gewonnen. „Wir können dort etwas holen.

Die Bilanz ist nicht besonders Furcht einflößend“, sagte Schäfer. Die nackten Zahlen taugen gemäß seiner Interpretation sogar zum Mutmacher: „Wir müssen nicht zwangsläufig damit rechnen, dass sie uns komplett auseinandernehmen“, schlussfolgerte Schäfer. Passieren kann es trotzdem. Werder Bremen erlebte es vor einer Woche und wurde von Götze und Co. in seine Bestandteile zerlegt (0:5).


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23. Januar: Pressekonferenz des 1. FC Nürnberg am 23.01.2013 vor dem Freitagabendspiel gegen Borussia Dortmund. Patrick Peters für nordbayern.de

Einen ähnlichen Spielrausch gilt es zu unterbinden. „Wir müssen zu unserer Kompaktheit finden und aggressiv verteidigen. Viele Chancen dürfen wir ihnen nicht geben“, mutmaßte Markus Feulner. Der Mittelfeldspieler steht nach seiner Erkältung wieder zur Verfügung und freut sich auf den Auftritt gegen seinen Ex-Verein im Signal-Iduna-Park. Vor allem weil er weiß, dass er der Startelf angehören wird.

Als er noch bei den Westfalen unter Vertrag stand, war das keine Selbstverständlichkeit. „Ich habe in diesem Stadion ja nicht so oft gespielt“, blickt der 30-Jährige zurück. Obwohl ihn BVB-Coach Jürgen Klopp einst von Mainz nach Westfalen gelotst hatte, baute dieser in den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 nur 15 Mal auf Feulner, der sich als deutscher Meister Richtung Nürnberg verabschiedete und seitdem nur noch Kontakt zum Fitnesstrainer der Borussen unterhält.

„Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind der klare Außenseiter“, sagte Feulner. Das Gastspiel vor 80.000 Zuschauern empfindet er als Privileg: „Man muss das als Chance sehen. Wir müssen Spaß und Freude empfinden und versuchen, ein überragendes Spiel abzuliefern. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.“ An Schäfers Einsatz wird es indes nicht mangeln. Der bald 34-Jährige hätte keine Angst vor einer erneuten operativen Begradigung seiner Nase: „Wenn ich sie mir wieder anschlage, ist sie halt wieder etwas schief.“

Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Reus, Götze, Großkreutz – Lewandowski

Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Balitsch, Simons – Feulner, Kiyotake, Gebhart – Pekhart

SR: Weiner (Giesen). 

Stefan Jablonka


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Titel, Tränen und Triumphe: Der 1. FC Nürnberg blickt auf eine bewegte, mittlerweile über 113-jährige Geschichte zurück. Seine größten Erfolge feierte der Club in den "goldenen" 20er Jahren, als alleine fünf der insgesamt neun Meisterschaften gelangen. Bis in die 60er Jahre gehörte der Verein zu den ganz großen Namen des deutschen Fußballs. Doch mit dem erstmaligen Abstieg aus dem Oberhaus 1969 begann ein jahrzehntelanges Tief. Abstiege und Skandale prägten den Verein, der sich in dieser Zeit den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft verdiente und 1996 gar in die drittklassige Regionalliga abstürzte. Erst im neuen Jahrtausend konsolidierte sich der Verein und knüpfte mit dem DFB-Pokalsieg 2007 an alte Zeiten an - sehr zur Freude der treuen und großen Anhängerschaft des FCN.

Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968

DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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Der Club-Kader in der Saison 2012/13

Galerie Kader 1. FC Nürnberg 2011/12

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