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Das tat weh. Dabei hatte Ides unter der Woche alles versucht: Videos vom Gegner studiert, ein spezielles Krafttraining durchgezogen, um die Physis für das Abwehrverhalten zu stärken. Doch es half nichts. Der indiskutable Auftritt gegen Chemnitz und das Absinken in die Kellerregion der Pro A lassen zwar nicht das Weltenende am kommenden Freitag, wohl aber einen sportlichen Überlebenskampf befürchten. Aus einer vorübergehenden Krise ist eine Dauerbaustelle geworden.
Die Gründe sind hinlänglich bekannt. Nach den Turbulenzen der vergangenen Saison sollte eine neu formierte Mannschaft für Stabilität sorgen. Dafür wurde mit Tyrone Brazelton ein Regisseur der Extraklasse engagiert. Das Kalkül schien aufzugehen: Die ersten Begegnungen verliefen vielversprechend. Und Brazelton hatte starke Auftritte – so stark, dass sie in der fernen Ukraine auf ihn aufmerksam wurden und er alsbald dem Lockruf des Geldes erlag. Wenig später trat Ryan DeMichael eine weitere Stütze des Teams zurück. Seitdem läuft nicht mehr viel zusammen beim NBC.
Die Nürnberger suchten Ersatz und wurden fündig. Als neuer Spielmacher wurde Zamal Nixon und unter der Woche auch noch Dorian McDaniel vom Ligakonkurrenten Paderborn verpflichtet. Letzterer soll für mehr Durchschlagskraft unter den Körben sorgen. Dass beide am Samstag ausgesprochen unglücklich agierten, ist irgendwie symptomatisch. Nixon zeigte gute Ansätze, handelte sich aber eine Matchstrafe ein. Und an McDaniel – ohnehin nur sporadisch eingesetzt – lief das Spiel völlig vorbei. Die Nummer 13 erwies sich als Unglückszahl: Als Krönung einer schwachen Leistung erreichten zwei Freiwürfe nicht einmal die Nähe des Korbes: Ein Bild mit Symbolcharakter.
Klar, dass Brazelton und DeMichael kaum zu ersetzen sind. Doch das Problem nur daran festzumachen ist, greift zu kurz. Das Elend hat längst alle Mannschaftsteile erfasst. Neben den bekannten Schwächen in der Deckung läuft auch in der Offensive wenig zusammen. So entwickelte sich eine wahre Fehlpass- und Fehlwurforgie. Ganze sieben Minuten hielten die Nürnberger mit, dann setzten sich die keineswegs überzeugenden Gäste ab. David Schweiger, der im Januar die Öffentlichkeitsarbeit beim NBC übernimmt, brachte es auf den Punkt: „Es ist schwer, innerhalb einer Saison einen personellen Umbau hinzubekommen.“ Immerhin gab es auch Lichtblicke: Luke Fabrizius zum Beispiel, der bei Freiwürfen konstant punktete, und mit Einzelaktionen die Mannschaft einigermaßen im Spiel hielt. So gelangen dem NBC kurz vor Ende des dritten Viertels elf Punkte zum 55:65-Zwischenstand. Doch die Hoffnung, der Partie womöglich eine Wendung zu geben, währte nur kurz.
„Es muss etwas passieren in der Winterpause“, gibt sich Martin Ides keiner Illusion hin. Fragt sich, was der (Spieler)-Markt noch hergibt. Offenbar ist auch in Franken so etwas wie „Rettungsroutine“ eingekehrt. Bedenklich, denn eigentlich legt man auf das Wort des Jahres 2012 in hiesigen Gefilden keinen gesteigerten Wert.
NBC: Fabrizius 18, Adler 11, Schröder 9, Chavis 9, Nixon 8, Reile 7, Thompson 6, Abercrombie 6, McDaniel.
Spielverlauf: 5:2, 8:7, 12:9, 14:14, 14:19, 18:26 – 18:32, 22:34, 27:37, 29:43, 32:46 – 34:50, 38:60, 44:65, 55:65 – 60:68, 62:76, 71:85, 74:87.
Sa. 08.06.13
Fr. 07.06.13
Mi. 05.06.13
Mi. 22.05.13
Fr. 17.05.13