Ob der schlaksige Mittelfeldmann sein Comeback bei den "Roten Teufeln" nach rund einjähriger Absenz bereits am Freitag im ersten EM-Qualifikationsspiel in Brüssel gegen Deutschland geben darf oder erst am 7. September in der Türkei, bleibt abzuwarten. "Ich habe jetzt eine Woche Zeit, mich zu zeigen. Natürlich hoffe ich, dass ich spiele", sagt Simons, der vom neuen Nationalcoach Georges Leekens ebenso wie die Legionärskollegen Daniel van Buyten (FC Bayern München) und Logan Bailly (Borussia Mönchengladbach) in den 25-köpfigen Kader berufen wurde.
"Ich habe immer gesagt: Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da", betont der 74-fache Nationalspieler, der seinen bislang letzten Einsatz für den Königlich Belgischen Fussballverband (KBFV) am 9. September 2009 gegen Armenien bestritt. Nach der 1:2-Pleite war Simons allerdings nicht mehr Dick Advocaats Liebling. Der damalige Auswahlcoach verzichtete fortan auf den Kapitän der PSV Eindhoven, der beim niederländischen Ehrendivisionär längst Kultstatus genoss und vor seinem Wechsel nach Franken ungewöhnlich emotional verabschiedet wurde.
Unter Leekens könnte Simons nun mithelfen, dass die aktuelle Nummer 48 der Fifa-Weltrangliste endlich wieder eine Duftmarke zu setzen vermag. Der belgische Fußball habe in den vergangenen Jahren zwar hoffnungsvolle Talente hervorgebracht, erzählt Simons, doch die letzten vier EM- und WM-Turniere wurden allesamt verpasst. "Es wird langsam Zeit, dass wir uns qualifizieren, denn die jungen Spieler bleiben nicht ewig jung", mahnt der Defensivmann, der 2002 beim bislang letzten internationalen Auftritt Belgiens in Japan und Südkorea mit am Start war. Damals überstand man die Vorrunde ungeschlagen und scheiterte im Achtelfinale unglücklich am späteren Weltmeister Brasilien (0:2). "Ein unvergessliches Erlebnis", schwärmt Simons, der seine Karriere nur zu gerne mit einer Teilnahme an der Euro 2012 in Polen und der Ukraine krönen würde.
Dazu allerdings müsste der EM-Finalist von 1980 (1:2 gegen Deutschland) in der Gruppe A gegen die DFB-Auswahl, die Türkei, Aserbaidschan, Österreich und Kasachstan bestehen. Vor allem die Joachim Löws Elf flößt Simons Respekt ein: "Deutschland ist natürlich Top-Favorit. Die Mannschaft ist Weltklasse, das hat man ja erst bei der WM in Südafrika gesehen."
In Nürnberg hofft man, dass den Routinier erfolgreiche Auftritte im Nationaldress auch für die Arbeit im Liga-Alltag beflügeln. Bislang wechseln beim drahtigen Abräumer auf der strategisch wichtigen "Sechser"-Position noch Licht und Schatten, resolut geführte Zweikämpfe werden getrübt durch allzu hektische Aktionen und unnötige Ballverluste. Zumindest in punkto Einsatzwillen gilt Simons aber als absolutes Vorbild: "Timmy ist immer heiß, egal ob Training oder Spiel", berichtet Club-Coach Dieter Hecking schmunzelnd. Vielleicht bekommen das ja schon am Freitag auch die neuen Liga-Kollegen Lahm, Müller, Podolski & Co. zu spüren.
Neben Simons sind in den nächsten Tagen weitere Club-Profis international im Einsatz. Albert Bunjaku wurde vom Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld
für ein Testspiel gegen Australien (ohne Dario Vidosic) sowie das EM-Qualifikationsspiel gegen England nominiert. Almog Cohen steht in Israels Aufgebot für die Partien gegen Malta und in Georgien. Robert Mak trifft mit der slowakischen "U21" in der EM-Qualifikation auf Norwegen, Mehmet Ekici debütiert bei den bereits gescheiterten DFB-Junioren in den bedeutungslosen Partien in Tschechien und gegen Nordirland.