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Nöthe: Dauerläufer mit unwiderstehlichem Torriecher

Kleeblatt - Stürmer bejubelte 13 Treffer - Mit Aufstieg ging ein Traum in Erfüllung - 25.05.2012 08:00 Uhr

FÜRTH  - Es ist für die SpVgg Greuther Fürth ein historischer Schritt: Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hat die aktuelle Mannschaft ein Ziel erreicht, dem man beim "Kleeblatt" eineinhalb Jahrzehnte lang vergeblich hinterhergerannt war. Wir stellen in einer kleinen Serie die Spieler vor, die diesen Traum realisiert haben. Diesmal Christopher Nöthe.

Der Sturm-Schlaks der Spielvereinigung: Häufiger als Christopher Nöthe (vorne) traf in Fürth nur Olivier Occean.
Der Sturm-Schlaks der Spielvereinigung: Häufiger als Christopher Nöthe (vorne) traf in Fürth nur Olivier Occean.
Foto: Sportfoto Zink
Der Sturm-Schlaks der Spielvereinigung: Häufiger als Christopher Nöthe (vorne) traf in Fürth nur Olivier Occean.
Der Sturm-Schlaks der Spielvereinigung: Häufiger als Christopher Nöthe (vorne) traf in Fürth nur Olivier Occean.
Foto: Sportfoto Zink

In der Sommerpause kämpfte sich Christopher Nöthe nach einer komplizierten Fußverletzung mühsam zurück. Der Bruch des sogenannten Sesambeins hatte binnen Jahresfrist bereits die dritte Zwangspause für den 24-Jährigen bedeutet. Zuvor hatten ihn schon ein malades Innenband im Knie und eine kaputte Schulter für Wochen ausgebremst. Die üble Verletzungsserie aus der Vorsaison ging nicht spurlos an Nöthe vorüber. Der schlaksige Angreifer ging geprägt von einer großen Ungewissheit in seine dritte Saison beim „Kleeblatt“.

Doch auch die Gesundheit der Kollegen blieb nicht verschont. Dani Schahin und Sercan Sararer standen anfangs nicht zur Verfügung, und Nöthes Nominierung beim Saisonauftakt gegen Eintracht Frankfurt (2:3) war quasi die logische Konsequenz. Die Bewährungschance ließ er nicht ungenutzt verstreichen.

Auch wenn seine beiden Treffer nicht zum Sieg reichen sollten, hatte er sich wenigstens seinen Stammplatz zurückerobert. „Ich bin super reingekommen. Dass ich so zurückkomme, hätte ich selbst nicht gedacht“, sagt Nöthe, der Trainer Mike Büskens das Vertrauen mit sechs weiteren Treffern bis zur Winterpause „aber auch zurückgezahlt“ hat.

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Stimmen Sie ab über Ihren Kleeblatt-Spieler der Saison: Geben Sie jedem Profi eine Note zwischen 1 (sehr gut) und 6 (sehr schlecht). Spieler der Saison wird der Profi mit der besten Durchschnittsnote.

Nöthes Selbstvertrauen verlieh der plötzliche Aufschwung phasenweise Flügel. Dem laufstarken Angreifer gelang so vieles, was am Saisonende schließlich nicht mehr glücken wollte. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich wieder wichtig war für die Mannschaft und helfen konnte“, erinnert er sich. Unverletzt kam er aber auch diesmal nicht durch die Saison.

Bei einem üblen Schubser des Hoffenheimers Marvin Compper, der Nöthe im Pokal-Viertelfinale unsanft in den Gegenspieler befördert hatte, zog er sich einen Faserriss im Oberschenkel zu. „Er kam später zu mir in die Kabine und hat sich dafür entschuldigt“, sagt Nöthe. Die Einsicht des Gegners konnte ihn aber nur bedingt über weitere vier verpasste Zweitliga-Spiele trösten. Nur diesmal sollten es die einzigen Partien sein, die Pechvogel Nöthe nicht zur Verfügung stand.

„Viele haben immer darauf gewartet, dass wir Federn lassen. Aber wir haben nie wirklich geschwächelt, sondern immer unsere Punkte geholt“, blickt er auf die Aufstiegssaison zurück. Eindrucksvoll sei sie verlaufen. „Wir haben bewiesen, dass wir zurecht da oben stehen“, sagt Nöthe. Der Schlüssel zum Erfolg waren seiner Meinung nach die aggressive Spielweise und das permanente Pressing: „Das war sicherlich einzigartig in der Liga.“


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Derby-Sieg in Nürnberg, das größte Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte im Pokal-Halbfinale gegen Dortmund, nächtliche Party-Exzesse auf der Gustavstraße, und beim letzten Saisonspiel in Rostock auch die Krönung zum Zweitliga-Meister: Die SpVgg Greuther Fürth bot 2011/2012 reichlich unvergessliche Momente. Wir blicken zurück auf die besten Szenen der Aufstiegssaison.

An vorderster Front versucht er selbst, das Aufbauspiel des Gegners zu zerstören. Nöthe lief die Viererkette meist unermüdlich ab und scheute auch den Weg in die eigene Hälfte nicht. Nur vermisste man ihn dadurch oft im Strafraum, jenem für Stürmer doch nicht unerheblichen Territorium. „Ich bin ein mannschaftsdienlicher Spieler und arbeite eben viel nach hinten“, stört er sich nicht daran. Vielmehr kompensiert er sein „Untertauchen“ mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit: „Wenn ich vor dem Tor bin, brauche ich nicht viele Chancen“, sagt der 13-fache Saisontorschütze.

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga ist auch für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. Allerdings betritt Nöthe kein Neuland. Für Borussia Dortmund absolvierte er in der Saison 2007/08 drei Erstligaeinsätze. Am 5. Oktober 2007 stand er im Ruhr-Derby gegen VfL Bochum (2:1) vor 80.000 Zuschauern sogar in der Startelf. „Das war eine brutale Stimmung“, sagt Nöthe. Er weiß also, was auf Fürth nun zukommt. 

Stefan Jablonka


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13