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Pokalheld Occean lässt Fürth weiter träumen

"Kleeblatt" steht nach 1:0-Sieg in Hoffenheim erstmals im Halbfinale - 09.02. 10:11 Uhr

SINSHEIM  - Als das nächste Kapitel auf dem angestrebten Weg nach Berlin geschrieben war, stürmte Mike Büskens völlig euphorisiert aufs Feld und herzte sekundenlang jeden Spieler, der ihm gerade in die Quere kam. Immerhin gab es ja einen historischen Moment zu feiern: Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte gelang der SpVgg Greuther Fürth der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Ein herrlicher Treffer von Olivier Occean (44.) reichte dem tapferen Zweitligisten, um den klassenhöheren Gastgeber 1899 Hoffenheim mit 1:0 (1:0) zu schlagen.

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Nach dem 1:0 gegen Hoffenheim steht die SpVgg Fürth im Halbfinale des DFB-Pokals. Wie haben sich die einzelnen Spieler beim Überraschungscoup des Zweitligisten geschlagen?

Just in dieser bedeutenden Partie hatte Trainer Büskens eine personelle Überraschung gewagt. Der lange verletzte Robert Zillner, der es beim „Kleeblatt“ bislang lediglich auf 14 Zweitliga-Minuten (beim 5:0 gegen Union Berlin) gebracht hatte, stand erstmals in einem Pflichtspiel in der Anfangsformation und sollte im defensiven Mittelfeld an der Seite von Stephan Fürstner für Ordnung sorgen.

Auf der rechten Abwehrseite vertrat Stephan Schröck den gesperrten Bernd Nehrig, der beim 1:0-Sieg in Nürnberg die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Bei den kriselnden Kraichgauern ließ Holger Stanislawski seiner Brandrede nach dem frustrierenden 2:2 gegen Augsburg Taten folgen: Der selbst in die Kritik geratene Coach zog personelle Konsequenzen und verbannte seine Stars Ryan Babel und Sejad Salihovic ebenso auf die Bank wie Talent Knowledge Musona.

Fast 5000 Fans auf Auswärtsfahrt



Auf den Rängen der Sinsheimer Arena, die mit 14000 Zuschauern sehr spärlich besetzt waren, hatten rund 5000 Fürther Fans fast für ein optisches Gleichgewicht gesorgt. Auf dem Platz hingegen erspielte sich zunächst der Bundesliga-Achte leichte Vorteile, ohne dabei groß zu glänzen. Nach acht Minuten prüfte Neuzugang Srdjan Lakic Max Grün mit einem Schrägschuss (8.), dann lenkte der „Kleeblatt“-Keeper einen tückischen Ball von Peniel Mlapa zur Ecke (24.).

Es dauerte eine halbe Stunde, ehe es die Franken erstmals gefährlich vor Hoffenheims Tor schafften. Nach Zuspiel von Edgar Prib scheiterte Olivier Occean aus elf Metern an Tom Starke. Fast im Gegenzug profitierte Mlapa von einer Unsortiertheit in der Fürther Defensive, doch klärte Heinrich Schmidtgal den Schuss des freistehenden „U21“-Nationalspielers knapp vor der Linie (32.).


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Mit 1:0 gewann die SpVgg Greuther Fürth das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Hoffenheim und sorgte damit für eine Überraschung. Nach einem Spiel, in dem bei beiden Teams blanke Nerven sichtbar wurden, hatten die Fürther das nötige Quentchen Glück. Und Stürmer Olivier Occean, der mal wieder zur Stelle war, als es darauf ankam.

Dann wurde es plötzlich hektisch. Weil Marvin Compper Christopher Nöthe unsanft in einen Gegenspieler geschubst hatte, bildete sich schnell ein munteres „Rudel“, in dem sich der Ex-Nationalspieler auch noch zu einer dezenten Tätlichkeit an Stephan Fürstner hinreißen ließ – die Rote Karte durch Referee Marco Fritz (Korb) war die logische Folge (36.).

Gegen einen dezimierten und akut verunsichert wirkenden Favoriten übernahm nun immer mehr der Zweitligist das Kommando. Der agile Schmidtgal sendete mit einem Distanzschuss, den Starke noch reaktionsschnell zur Ecke lenkte, ein erstes Signal (40.).

Eine Minute vor der Pause durften die Grün-Weißen, die wesentlich engagierter zu Werke gingen als jüngst bei der 1:3-Pleite in Dresden, dann tatsächlich jubeln: Nach weitem Pass von Kapitän Thomas Kleine nahm Occean den Ball geschickt mit, setzte sich im Strafraum unwiderstehlich gegen Jannik Vestergaard und Daniel Williams durch und düpierte Starke mit einem platzierten Linksschuss aus elf Metern.


In der zweiten Halbzeit gelang es den Gästen, bei denen Gerald Asamoah den angeschlagenen Nöthe ersetzte, allerdings nicht, die numerische Überzahl in weitere Treffer umzumünzen. Zu oft fehlte den Offensivaktionen die nötige Präzision, zu selten kam bei aussichtsreichen Kontern der finale Pass zum Mitspieler. Hoffenheim gab sich zwar bemüht, doch blieb Edson Braafheids Distanzschuss, der knapp über das Tor strich (62.), noch die gefährlichste Aktion.

In der 79. Minute hätte der ambitionierte Außenseiter alles klar machen können, doch verpasste Occean eine Hereingabe von Schröck um ein paar Zentimeter, dann drosch Sercan Sararer den Ball überhastet drüber. So musste bis zur 93. Minute gezittert werden, ehe der denkwürdige Triumph, der dem „Kleeblatt“ zudem einen Geldsegen in Höhe von 1,75 Millionen Euro beschert, besiegelt war.

Nun hofft man im Ronhof auf ein bisschen Losglück für die Runde der letzten Vier (20./21. März) – damit das finale Kapitel dieser aufregenden Reise vielleicht sogar am 12. Mai im Berliner Olympiastadion geschrieben werden kann...

Seine Mitspieler beglückwünschen Olivier Occean zum entscheidenden Siegtor gegen die TSG Hoffenheim.
Seine Mitspieler beglückwünschen Olivier Occean zum entscheidenden Siegtor gegen die TSG Hoffenheim.
Foto: Sportfoto Zink
Seine Mitspieler beglückwünschen Olivier Occean zum entscheidenden Siegtor gegen die TSG Hoffenheim.
Seine Mitspieler beglückwünschen Olivier Occean zum entscheidenden Siegtor gegen die TSG Hoffenheim.
Foto: Sportfoto Zink



Hoffenheim: Starke – Beck, Vestergaard, Compper, Braafheid – Williams, Strobl (83. Salihovic) – Mlapa (64. Babel), Firmino, Johnson (79. Gyau) – Lakic / Fürth: Grün – Schröck, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Zillner (55. Pekovic) – Sararer, Prib – Occean (89. Karaslavov), Nöthe (42. Asamoah) / SR: Fritz (Korb) / Tor: 0:1 Occean (44.) / Zuschauer: 14000 / Rote Karte: Compper wegen einer Tätlichkeit (36.) / Gelbe Karten: Lakic – Zillner, Schmidtgal, Occean, Asamoah. 



Florian Pöhlmann und Uli Digmayer

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.