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Kaum waren der „Fall Pinola“ und seine fatalen Folgen am Valznerweiher halbwegs verdaut, erwischte den 1.FC Nürnberg gestern der nächste Tiefschlag: Innenverteidiger Per Nilsson verdrehte sich im Nachmittagstraining das linke Knie und wurde sofort zur Untersuchung in die Erlanger Uni-Klinik gebracht. Dort diagnostizierte man einen Kapseleinriss samt Bänderdehnung – der Einsatz des Schweden im morgigen Heimspiel (15.30 Uhr) gegen den 1.FC Kaiserslautern scheint damit höchst fraglich.
Sollte Nilsson ausfallen, müsste Trainer Dieter Hecking bereits das zweite feste Glied der Viererkette ersetzen. Erster Anwärter für die vakante Position neben Kapitän Andreas Wolf wäre Dominic Maroh. Definitiv fehlen wird gegen die „Roten Teufel“ Javier Pinola. Die Frage, wer den vom DFB-Sportgericht wegen seiner Spuckattacke gegen Bayerns Bastian Schweinsteiger für vier Spiele gesperrten Linksverteidiger vertreten darf, war gestern schnell beantwortet. Wenig überraschend legte sich Hecking auf Pascal Bieler fest, der ebenfalls als Alternative gehandelte Nachwuchsmann Marvin Plattenhardt, der in den letzten Wochen im Training bei den Profis sein Potenzial andeutete, sitzt erstmals auf der Bank.
Hecking traut dem talentierten „U19“-Nationalspieler den Sprung in die Bundesliga durchaus zu, noch aber sei Bieler „die erste Option“. Der 24-Jährige habe bei seinen wenigen Bewährungsproben bewiesen, dass auf ihn Verlass ist. In drei Spielzeiten brachte es „Palle“ bislang auf 14 Zweit- und fünf Erstligaeinsätze, zudem erwarb er sich den Ruf als heimlicher Relegationsexperte: Sowohl 2009 in den beiden Duellen mit Energie Cottbus als auch 2010 im Rückspiel beim FC Augsburg leistete der blonde Pinola-Backup brav seinen Beitrag zum Erreichen des Saisonziels. „Ich bin sicher, dass er auch jetzt die Erwartungen erfüllt und seine Leistung abruft“, verkündete Hecking.
Bieler selbst gab sich vor seinem dritten Saisoneinsatz ebenfalls selbstbewusst: „Wenn ich spiele, holen wir auf jeden Fall auch was“, versprach der kesse Berliner, dessen Vertrag ausläuft und der nun ein bisschen Werbung in eigener Sache betreiben könnte. „So weit denke ich aber noch nicht. Ich möchte jetzt einfach nur mit der Mannschaft erfolgreich sein“, betonte Bieler. Auch Hecking will die Zukunft des früheren „U21“-Nationalspielers nicht allein von diesen vier Partien abhängig machen. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, versicherte der Westfale und lobte Bieler als „Kaderspieler, wie man ihn sich wünscht. Er macht kein großes Aufheben um seine Person und stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft.“
Angesichts der Sperre von Pinola und der Verletzung von Nilsson war Hecking froh, dass zumindest Nürnbergs Nationalspieler ihre Einsätze bei den nach Meinung des Trainers sowieso recht „überflüssigen“ Länderspielen unbeschadet überstanden haben. Allerdings zeigte sich der 46-Jährige irritiert über die zum Teil langen Einsatzzeiten: „Das passt mir gar nicht in den Kram, ich hätte mir da schon ein bisschen mehr Kooperation von manchen Nationaltrainern erhofft.“ So musste etwa Timmy Simons beim 2:0-Erfolg der Belgier in Russland über die volle Distanz ran. Ilkay Gündogan kam beim 2:0 der DFB-Junioren gegen England in der ersten Halbzeit zum Einsatz, Mehmet Ekici durfte eine knappe halbe Stunde beim 0:1 der Türkei in Amsterdam debütieren. Zudem waren die Reservisten Almog Cohen (3:2 mit Israel gegen Island) und Robert Mak (0:0 mit der slowakischen „U21“ gegen Ungarn) ausgiebig am Ball.

Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12