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„Jeder große Spieler muss einmal in seiner Karriere bei mir auf der Anklagebank sitzen“, habe ihm damals der Richter mit auf den Weg gegeben. Dabei war Schäfer nach dem Urteil nicht unbedingt zum Schmunzeln zumute. Sein Tritt gegen den Wolfsburger Spielmacher Zvjezdan Misimovic war mit einer mehrwöchigen Denkpause quittiert worden. Viermal stand fortan Ersatztorhüter Alexander Stephan in der Liga zwischen den Pfosten. Und auch er dürfte sich vier Niederlagen und insgesamt zwölf Gegentore später herzlich bei Schäfer bedankt haben. „Gerade in unserer Situation war meine Aktion nicht sehr hilfreich für die Mannschaft“, erinnert sich Schäfer. Wenig später musste Trainer Michael Oenning die Konsequenzen der Niederlagenserie tragen und Platz machen für den heutigen Coach Dieter Hecking.
Schäfer hat aus der Kurzschlussreaktion seine Lehren gezogen und gibt sich damals wie heute geläutert: „Es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen. Das geht auch in meinem Alter noch. Und das habe ich auch getan. So etwas soll sich nicht wiederholen“, meinte der 32-Jährige gestern nach dem Training. Wenn er heute, über ein Jahr später, erneut in die Arena der Wolfsburger einläuft, ist der Aussetzer für ihn nicht mehr als eine Randnotiz: „Es ist ja kaum mehr ein Spieler von damals dabei. Und Misimovic ist auch längst woanders“, sagt Schäfer. Mit überbordender Antipathie seitens der VfL-Fans rechnet er nicht.
Nachdenklich macht ihn eher die Unberechenbarkeit des abstiegsbedrohten Gegners. „Es ist eine angeschlagene Mannschaft und deshalb schwer einzuschätzen. Sie sind wie Schalke 04 eine echte Wundertüte. Aber umso länger die Null steht und wir unsere Nadelstiche setzen können, umso größer ist die Chance, dass wir gewinnen“, meint Schäfer. Der Co-Kapitän zweifelt auch nicht daran, dass die Mannschaft der Erdanziehung plötzlich widersteht und nach sieben Spielen ohne Niederlage abhebt: „Jeder hat verinnerlicht, wie wir erfolgreich sein können. Und das geht nur, wenn jeder alles reinwirft.“
Auch Trainer Hecking stimmen die Eindrücke der Trainingseinheiten zuversichtlich: „Die Spieler sind nach wie vor hungrig.“ Ihm bleibt bei so viel Engagement nur, „daraufhinzuweisen, dass wir die Konstanz bis Saisonende aufrechterhalten müssen. Denn dann können wir sogar besser als Platz acht abschneiden“. Ilkay Gündogan wird trotz einer leichten Erkältung sein Startelf-Comeback feiern können. Mike Frantz’ Leidenszeit steht dagegen noch nicht vor einem Ende. Der Mittelfeldspieler leidet an einer chronischen Entzündung wie Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nun diagnostizierte. Der malade Zeh von Frantz wurde eingegipst und soll in zwei Wochen erneut untersucht werden.
Wolfsburg: Benaglio (Hitz) – Pekarik, Riether, Kjaer, Marcel Schäfer – Hasebe, Polak – Tuncay, Cicero – Diego, Mbokani / Nürnberg: Schäfer – Chandler, Wollscheid, Wolf, Pinola – Simons – Gündogan, Cohen, Ekici, Mak – Eigler / SR: Winkmann (Kerken).
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Termine für die übrigen Spieltage festgelegt. Demnach findet das Derby zu Hause gegen den FC Bayern München am Samstag (9. April, 15.30 Uhr) statt. Lediglich das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 wird an einem Sonntag (17.30 Uhr) angepfiffen.
29. Spieltag: 9. April, 15.30 Uhr, FC Bayern München (H) / 30. Spieltag: 16.April, 15.30, 1.FC Kaiserslautern (A) / 31. Spieltag: 24.April, 17.30, FSV Mainz 05 (H) / 32. Spieltag: 30. April, 15.30, Borussia Dortmund (A) / 33. Spieltag: 7.Mai, 15.30, 1899 Hoffenheim (H) / 34. Spieltag: 14. Mai, 15.30, Hannover (A).

Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12