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Schock für ballverliebte Fürther

Verdiente 1:3-Niederlage bei Dynamo Dresden - 03.02. 20:29 Uhr

DRESDEN  - Mit einem Paukenschlag ist die Zweitliga-Pause zu Ende gegangen: 44 Tage nach dem Pokal-Triumph über den Erzrivalen 1.FC Nürnberg herrscht zum Liga-Wiederbeginn für die SpVgg Greuther Fürth große Ernüchterung. Mit der verdienten 1:3(0:1)-Niederlage bei Dynamo Dresden haben die Aufstiegshoffnungen der Spielvereinigung einen jähen Dämpfer erhalten.

Robert Koch (Mitte) erzielt gegen die SpVgg Greuther Fürth das 1:0.
Robert Koch (Mitte) erzielt gegen die SpVgg Greuther Fürth das 1:0.
Foto: dapd
Robert Koch (Mitte) erzielt gegen die SpVgg Greuther Fürth das 1:0.
Robert Koch (Mitte) erzielt gegen die SpVgg Greuther Fürth das 1:0.
Foto: dapd

Der momentan dienstälteste Zweitligist, der bis zur Winterpause in 19 Spielen satte 40 Punkte geholt und bis gestern lediglich drei Niederlagen (Frankfurt, Braunschweig, Düsseldorf) zu Buche stehen hatte, präsentierte sich in Dresden nicht annähernd in Bestform. Nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, als die Gastgeber erstmals jubeln durften. Ein weiter Schlag aus der eigenen Hälfte über 70 Meter landete bei Robert Koch, der die schlechte Abstimmung in der Fürther Hintermannschaft nutzte und gedankenschnell den Ball direkt über den herauseilenden Torwart Max Grün zur Führung ins Netz hob.

Ein reichlich kurioser wie gleichwohl sehenswerter Treffer, an dem die Fürther allerdings großen Anteil hatten. Nicht nur in der Anfangsphase wirkte die im bisherigen Saisonverlauf so sattelfeste Abwehr alles andere als sicher. Noch häufiger in der ersten Halbzeit präsentierte sich Dresden wesentlich handlungsschneller, die oft passiv wirkenden Fürther bekamen keinen Zugriff und mussten dem Geschehen oft hinterherlaufen.

Kurioser Führungstreffer



So spielte der Führungstreffer der taktischen Ausrichtung des achtfachen DDR-Meisters perfekt in die Karten. Bei Fürther Ballbesitz zogen sich die Gastgeber in ihre Hälfte zurück, lauerten auf Fehler des Gegners und schalteten bei Ballgewinnen blitzschnell auf Konter um. Der allein um spielerische Problemlösung bemühte Aufstiegsanwärter machte es den bissigen Dresdnern allerdings auch recht einfach. Die Angriffe liefen immer wieder über die Mitte, die mit dem zumindest bemühten Stephan Schröck und dem auf der rechten Seite offenbar überforderten Linksfuß Edgar Prib besetzten Außenpositionen entwickelten nahezu keinerlei Gefahr. Ein Schuss aus 22 Metern von Prib, der das Tor klar verfehlte, war die kärgliche Ausbeute (13.). Bei dem einzigen Eckball in den ersten 45 Minuten jubelten die Fürther über das vermeintliche 1:1 von Olivier Occean, doch hatte der Schiedsrichter den Ball bei Heinrich Schmidtgals Ecke bereits im Aus gesehen (26.).


Bilderstrecke zum Thema
Mit einem klassischen Fehlstart begann die SpVgg Greuther Fürth die Zweitliga-Rückrunde: Beim 1:3 in Dresden offenbarte das Team von Mike Büskens zahlreiche Abstimmungsprobleme.

Mit einem Sieg hätte sich die Spielvereinigung über den Sprung an die Tabellenspitze freuen dürfen, viel wichtiger aber als diese Momentaufnahme wäre wohl die Erkenntnis gewesen, die guten Vorstellungen in der Vorbereitung auch im Ligaalltag umsetzen zu können. Nur wollte sich in Dresden dieser Eindruck so gar nicht aufdrängen. Hypothetisch über den weiteren Spielverlauf zu diskutieren, wenn Christopher Nöthe völlig freistehend das 1:1 gelungen wäre. Sein Kopfball aus sechs Metern strich aber um Zentimeter am Tor vorbei. Praktisch im Gegenzug zeigte Dresden, was Kaltschnäuzigkeit bedeutet: Nach einen fahrlässigen Ballverlust Schmidtgals am eigenen Strafraum ließ sich Dresdens Torjäger Mickael Pote nicht lange bitten und vollstreckte aus zwölf Metern zum 2:0.

Wirklich leidenschaftliche Gegenwehr war bis dahin auf Fürther Seite nicht festzustellen. Erst nach der Umstellung von Trainer Mike Büskens, der nach einer Stunde Sercan Sararer für Milorad Pekovic brachte und Prib wieder auf seine gewohnte Position ins Zentrum zog, änderte sich das Auftreten des Favoriten. Nun stemmte sich Fürth gegen die drohende Niederlage, spielte konsequent und kompromisslos nach vorne und wurde schnell belohnt: Nur fünf Minuten nach seiner Hereinnahme glückte Sararer der Anschlusstreffer, als er von der Strafraumkante mit einer scharfen Flanke Dresdens Torwart Wolfgang Hesl alt aussehen ließ.

Lange aber sollten die Hoffnungen, in der Elbmetropole zumindest noch einen Punkt zu ergattern, nicht Bestand haben. Dresdens dritter Treffer durch Zlatko Dedic, der Kapitän Thomas Kleine enteilt war und dann im zweiten Versuch Grün überwand, entschied die Partie. Ein Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Welz hätte es womöglich spannend machen können. Nur scheiterte Bernd Nehrig an Hesl und machte damit einen rabenschwarzen Abend perfekt.

Dresden: Hesl – Gueye, Bregerie, Jungwirth, Schuppan – Solga, Papadopoulos (82. Fiel)– Koch, Trojan (87. Walch) – Poté (85. Fort), Dedic / Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Pekovic (57. Sararer) – Schröck (61. Pektürk), Prib – Occean, Nöthe (76. Schahin) / Tore: 1:0 Koch (5.), 2:0 Pote (53.), 2:1 Sararer (62.), 3:1 Dedic (74.) / SR: Welz (Wiesbaden) / Gelbe Karten: Gueye (3), Dedic (2) – Kleine (3), Schmidtgal (4), Nehrig (10) / Besonderes Vorkommnis: Hesl hält Handelfmeter von Nehrig (79.). 



Von Stefan Jablonka und Florian Pöhlmann

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.