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Sechs Aspekte, die dem Club Mut machen

FCN-Trainer Hecking betont positiven Trend seiner Mannschaft - 23.01. 19:32 Uhr

NÜRNBERG  - Am Tag nach dem großen Jubiläum sah sich Dieter Hecking einmal mehr zu einem kleinen Plädoyer wider den fränkischen Kulturpessimismus veranlasst. Irgendwie beschlich den Trainer des 1.FC Nürnberg wohl das Gefühl, man habe seiner Mannschaft einen Sieg gegen Hertha BSC Berlin gar nicht zugetraut. "Ich höre immer nur: Was ist, wenn es schiefgeht?", klagte Hecking, "diese Einstellung werde ich nie verstehen."

Ein gelungenes Debüt im Club-Trikot feierte Adam Hlousek.
Ein gelungenes Debüt im Club-Trikot feierte Adam Hlousek.
Foto: Sportfoto Zink
Ein gelungenes Debüt im Club-Trikot feierte Adam Hlousek.
Ein gelungenes Debüt im Club-Trikot feierte Adam Hlousek.
Foto: Sportfoto Zink

Zumindest das Ergebnis gab ihm Recht. Dass beim unglamourösen 2:0 gegen den harmlosen Aufsteiger spielerisch noch einiges im Argen lag, mochte Hecking gar nicht bestreiten: „Klar war das kein schöner Fußball. Das kritisieren wir auch intern.“ Dennoch überwogen für den Coach sechs Aspekte, die Mut machen.

Die Punktausbeute: Aus den jüngsten fünf Partien holte der Club respektable neun Zähler, zuletzt gelangen in Leverkusen und gegen Hertha sogar zwei Siege mit 5:0 Toren. „In der Liga hat die Mannschaft in die Spur gefunden und die Ergebnisse erzielt, die man ihr zutrauen kann“, sagte Hecking, der diesen positiven Trend zu sehr von der „unnötigen Derby-Niederlage“ im Pokal überschattet sieht.



Die physische Verfassung: Nicht ohne Stolz verwies Hecking auf die Statistik, wonach seine Spieler am Samstag zehn Kilometer mehr gelaufen sind als die Herthaner. „Die Mannschaft ist konditionell auf einem Top-Level“, folgerte Hecking und sieht „die Basis gelegt, um weiter erfolgreich Fußball zu spielen“.

Die mannschaftliche Geschlossenheit: „Wir hatten keinen Ausfall, das war der Schlüssel zum Sieg“, schwärmte Hecking von seinem funktionierenden Kollektiv.

Die neue Taktik: Zwar zeigte sich Hecking mit der Umsetzung des in der Türkei einstudierten 4-4-2-Systems „noch nicht hundertprozentig zufrieden“, doch gefiel ihm, „dass wir deutlich mehr Torchancen hatten“. Allerdings will er taktisch flexibel bleiben und erwägt im Auswärtsspiel in Hannover deshalb auch wieder die Rückkehr zur 4-2-3-1-Formation: „Wir haben viele Variationsmöglichkeiten.“

Das Debüt von Adam Hlousek: „Er gibt richtig Gas“, lobte Timmy Simons den neuen Kollegen. Auch Hecking attestierte dem als Linksverteidiger aufgebotenen Tschechen eine „ansprechende Leistung“, der 23-Jährige habe läuferische Qualitäten und gefährliche Standards eingebracht. In Hannover könnte aber wieder Marvin Plattenhardt die linke Abwehrseite übernehmen und Hlousek im Mittelfeld Dampf machen.

Die Personalsituation: Das prall gefüllte Lazarett lichtet sich zusehends. Langzeitpatient Per Nilsson durfte in der Schlussphase ebenso ein Kurz-Comeback geben wie Mike Frantz. Hecking wertete ihre Einwechslung „als Fingerzeig, dass sie auf dem Sprung sind“.

Am nächsten Montag im Test gegen den Karlsruher SC soll das Duo 90 Minuten Spielpraxis sammeln. Juri Judt ist ins Mannschaftstraining eingestiegen, auch die angeschlagenen, gegen Berlin ohnehin gesperrten Markus Feulner und Timothy Chandler könnten am Freitag wieder zur Verfügung stehen. Zu früh kommt das Spiel für Timm Klose, Hanno Balitsch sowie Javier Pinola, der laut Hecking aber „hervorragende Fortschritte“ macht und eine Rückkehr für die Partie am 12. Februar in Augsburg anvisiert. „Der Sieg hat uns ein bisschen Druck genommen, so dass sich alle in Ruhe auskurieren können“, freute sich Hecking. 



Uli Digmayer

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