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Siebenmeter-Tor rettete den Sieg in letzter Sekunde

Pankofer traf in Schwerin für den HCE zum 22:21 - 13.05.2012 21:38 Uhr

SCHWERIN  - In einem wahren Handballkrimi haben die Zweitliga-Spieler des HC Erlangen mit einem 22:21 (9:10)-Sieg in letzter Sekunde beim SV Post Schwerin die Chance auf den Aufstieg gewahrt. Mit einem verwandelten Siebenmeter als letzter Aktion des Spiels gelang Daniel Pankofer dabei der Siegtreffer.

Daniel Pankofer (hier im Archivbild beim Spiel gegen Saarlouis) sicherte den Sieg in Schwerin.
Daniel Pankofer (hier im Archivbild beim Spiel gegen Saarlouis) sicherte den Sieg in Schwerin.
Foto: Sportfoto Zink
Daniel Pankofer (hier im Archivbild beim Spiel gegen Saarlouis) sicherte den Sieg in Schwerin.
Daniel Pankofer (hier im Archivbild beim Spiel gegen Saarlouis) sicherte den Sieg in Schwerin.
Foto: Sportfoto Zink

In einer turbulenten Schlussphase behielt Pankofer kühlen Kopf: Als die Hausherren mit allen Mitteln ihren Ein-Tor-Vorsprung über die Runden bringen wollten, sah der überhart agierende Stephan Riediger in der Schlussminute die Rote Karte – wie schon in der ersten Halbzeit sein Mannschaftskollege Konstantin Chantziaras (29.). Zweimal hatten die Schweriner in diesen Sekunden Ballbesitz, als sie noch ein Tor vorne lagen, und zweimal gelang es den Erlangern, ihnen das Spielgerät abzuluchsen, so dass sie zehn Sekunden vor der Schlusssirene beim Stand von 21:21 ihrerseits Ballbesitz hatten. Clever spielten sie die Restzeit herunter, ehe unmittelbar vor Ende Kapitän Daniel Stumpf einen Siebenmeterpfiff herausholte und Pankofer nervenstark vollendete.


Keines der beiden Teams hatte sich in der ersten Halbzeit im Schweriner Hexenkessel absetzen und deutlicher als mit einem Treffer in Führung gehen können. HCE-Coach Frank Bergemann attestierte seinen Spielern, in der Abwehr gut gestanden und auch reichlich Torchancen herausgearbeitet zu haben. Doch die wurden dann häufig nicht genutzt, wobei oft auch der (Innen-)Pfosten und die Latte sowie Junioren-Weltmeister Robert Wetzel Treffern im Weg standen.

Nach dem Seitenwechsel wurde es richtig hektisch in der Halle: Die ersatzgeschwächten Gastgeber rannten mit dem Mute der Verzweiflung an, während die Erlanger meist kühlen Kopf bewahrten. Zwar scheiterte Stumpf mit einem Siebenmeter (36.), doch HCE-Keeper Andreas Bayerschmidt wurde seinem Ruf als „Siebenmeter-Killer“ gerecht und wehrte gleich zweimal gegen Schwerins Moritz Weltgen ab (30., 39.). Und nach Stumpfs Fehlwurf war es Pankofer, der zuletzt einige Male vom Siebenmeterpunkt aus gescheitert war, doch diesmal eiskalt verwandelte. Hinzu kam, dass die Schiedsrichter großzügig Zeitstrafen sowie zweimal Rot gegen die Hausherren verteilten und die Stimmung zusätzlich anheizten.

„Für uns war wichtig, dass wir wieder mal ein Erfolgserlebnis hatten“, konstatierte Bergemann nach der Partie. Es sei zwar kein schönes, sondern ein Kampfspiel gewesen, „und es war schon stark, wie meine Mannschaft ruhig geblieben ist, sich nicht von der Hektik anstecken ließ“, hatte der Coach nur lobende Worte für seine Spieler. Die dürfen weiter vom Aufstieg träumen, auch wenn bei noch drei ausstehenden Spieltagen der Rückstand auf Neuhausen und dem zum Aufstieg berechtigenden Tabellenplatz drei weiterhin drei Punkte beträgt.

Schwerin: Wetzel, Levshin (ab 59.) – Wetzel, Weltgen (5/1), Riediger (3), Rauch (1), Prothmann (1), Murawski (6/2), Thormann (2),Chantziaras (2), Wirt (1), Koop, Riha, Lemcke / HCE: Bayerschmidt, Deussen (nicht eingesetzt) – Schwandner (5), Pankofer (5/3), Schneck, H.Münch (2), Hess, Nienhaus (2), Stumpf (6/1), G.Münch (1), Krämer, Link (1), Schmidtke / SR: Blümel/Loppaschewski (Berlin) / Strafminuten: Schwerin – Erlangen 12 – Erlangen 8 (G.Münch, H.Münch, Link, Krämer je 2) / Siebenmeter: 5/3:5/4 (Wetzel hielt gegen Stumpf/36.; Bayerschmidt hielt gegen Weltgen/30. und 39.) / Zuschauer: 1095 / Rote Karten: Chantziaras wegen groben Foulspiels/29. und Riediger wegen groben Foulspiels/60.

Torfolge: 0:1, 3:3, 5:5, 7:7, 9:9, 10:9 – 10:10, 12:10, 12:13, 13:13, 13:14, 15:14, 17:15, 17:17, 19:17, 19:19, 21:21, 21:22.

2.Bundesliga: Post SV Schwerin – HC Erlangen 21:22 (10:9), VfL Bad Schwartau – SG BBM Bietigheim 42:31 (19:13), TV Korschenbroich – TV Bittenfeld 35:28 (21:14), HG Saarlouis – HSG Düsseldorf 32:25 (14:11) ThSV Eisenach – ASV Hamm 23:22 (9:10), TV Neuhausen – TuSEM Essen 25:21 (14:10), HSG Nordhorn-Lingen – TSG Friesenheim 30:33 (11:18), DHfK Leipzig – DHC Rheinland 33:31 (11:14) / Tabelle: 1. GWD Minden 1105:930/55:15, 2. TuSEM Essen 959:892/49:21, 3. TV Neuhausen 1011:965/44:26, 4. HC Erlangen 880:827/41:29, 5. ThSV Eisenach 983:931/41:29, 6. DHfK Leipzig 1009:1002/41:29, 7. TV Emsdetten 978:963/39:31, 8. ASV Hamm 1010:933/38:32 ... 15. Post SV Schwerin 947:978/33:37. 

Philipp Roser


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Zum Thema
HC Erlangen
Gründungsdatum:
11.4.2002



Kurzbeschreibung:
Der HC Erlangen setzt die lange Geschichte des Erlanger Handballs fort. Die traditionsreichen Vereine TV 48 Erlangen und TB 88 Erlangen schlossen sich 1983 zur HG Erlangen zusammen und legten damit den Grundstein für den heutigen Erfolg. Die Konkurrenz von der CSG Erlangen stieg 1989 in die 2. Liga auf, die HG folgte 1996. 2001 fusionierten beide Vereine zum HC Erlangen, der sich bis zum Abstieg 2004 in der 2. Handball-Bundesliga halten konnte. 2008 gelang unter Frank Bergemann, der bis heute im Amt ist, der Wiederaufstieg. 2010/2011 schaffte der HCE die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, 2011/2012 scheiterten die Erlanger nur denkbar knapp am sensationellen Aufstieg in die 1. Liga. Seine Heimspiele trägt der HCE in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle aus.