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Sorge um Schäfer stört die Vorfreude

Club bangt vor dem Bundesliga-Auftakt in Gladbach um seinen Torwart - 19.08. 20:00 Uhr

NÜRNBERG  - Nicht nur Dieter Hecking ist froh, wenn am Samstag endlich die Fußball-Bundesligasaison für den 1. FC Nürnberg beginnt. Die Vorfreude auf den Auftakt bei Borussia Mönchengladbach wird allerdings durch die Sorge um Raphael Schäfer getrübt. Der Club-Torhüter laboriert an einer Innenbanddehnung im Knie. Ironie des Schicksals: Auch Gegner Gladbach bangt um seinen Keeper.


Wackelkandidat: Der Club bangt zum Start um Keeper Raphael Schäfer.
Wackelkandidat: Der Club bangt zum Start um Keeper Raphael Schäfer.
Foto: Wolfgang Zink

Die rund siebenwöchige Phase der Vorbereitung auf eine Bundesliga-Saison ist vor allem eine Zeit der intensiven Beobachtungen, Spekulationen und Interpretationen. Testspiele irgendwo in der Provinz sollen Aufschlüsse geben über das künftige Leistungsvermögen einer Mannschaft und sind doch oft nur ein Muster ohne Wert.

Prognosen über die Stammformation geraten nicht selten zur gewagten Kaffeesatzleserei, Details wie die Kapitänsfrage scheinen über Wohl und Wehe eines ganzen Jahres zu entscheiden, Neuzugänge werden nach ersten Kostproben ihres Könnens entweder euphorisch als Heilsbringer gefeiert oder als kapitaler Fehleinkauf verdammt. Und wenn Marek Mintal im Training gefrustet eine Wasserflasche durch die Gegend kickt, kann das schon mal als dramatische Sinnkrise mit hohem Konfliktpotenzial gedeutet werden.

Dieter Hecking hat sich mit diesen Begleiterscheinungen des präsaisonalen Profifußballs längst arrangiert, ist aber dennoch froh, wenn nun endlich der vertraute Alltag einkehrt. "Es wird Zeit, dass es wieder losgeht", bekannte der Trainer des 1. FC Nürnberg vor dem Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach.

Probleme mit dem Knie: Club-Keeper Raphael Schäfer.
Probleme mit dem Knie: Club-Keeper Raphael Schäfer.
Foto: Wolfgang Zink

Die Wahrheit liegt dann ausschließlich auf dem Platz, Ergebnisse und Tabellenstände sind das Regulativ, an dem sich ein Verein messen lassen darf und muss. "Die Vorfreude ist da", verriet Hecking, "die Spieler scharren mit den Hufen, dass sie endlich aus der Box können." Man gehe zuversichtlich in die Saison, basierend auf dem "Gefühl, gut gearbeitet zu haben". Der größere Druck lastet nach Heckings Meinung auf dem ambitionierten Gastgeber, wo der Heimspielstart gegen den Club als vermeintliches "Glückslos" empfunden wurde. "Wir wollen diesen Druck erhöhen und ein unangenehmer Gegner sein. Vielleicht können wir zum Auftakt ja gleich etwas mitnehmen", verkündete Hecking trotzig.

Dazu dürfe man allerdings "nicht nur hinten drin stehen", sondern müsse auch nach vorne Akzente setzen. Zugleich warnte er vor der bekannten Konterstärke der Rheinländer: "Wir dürfen ihnen nicht zu viele Räume lassen und uns im Spielaufbau nicht so viele Fehler erlauben wie zuletzt in Trier."

Der wenig souveräne 2:0- Pokalsieg beim Regionalligisten hat Hecking auch dazu gebracht, noch einmal "das eine oder andere zu überdenken" und personelle Korrekturen in Betracht zu ziehen. Die Folgen dieser kritischen Analyse werde man dann am Samstag sehen, orakelte der Westfale. In erster Linie dürften sich seine Planspiele um die Besetzung der zentralen Mittelfeldposition drehen. Der 20-jährige Mehmet Ekici, der als Joker in Trier mit seinem raffinierten Treffer zum 2:0 Pluspunkte sammelte, könnte schon in Gladbach den wirkungslosen Mintal verdrängen.

Eine weitere Variante wäre, Ilkay Gündogan nach vorne zu beordern und dafür auf der Doppel-Sechs Jens Hegeler an die Seite von Routinier Timmy Simons zu stellen. Auf die wichtigste Personalie hat Hecking allerdings nur bedingt Einfluss: Erst heute wird sich entscheiden, ob Raphael Schäfer zum Auftakt das Tor hüten kann.  Wegen einer Innenbanddehnung im Knie legte der Schlussmann am Mittwoch und Donnerstag eine Trainingspause ein. Hecking bezifferte die Chancen auf einen Einsatz gestern dezent optimistisch auf 60:40.

Müsste Schäfer tatsächlich passen, winkt dem in der Bundesliga bislang glücklosen Ersatzmann Alexander Stephan die sechste Bewährungschance. Ironie des Schicksals, dass auch die Borussia um ihre Nummer eins bangt: Den belgischen Nationalkeeper Logan Bailly plagt eine Rückenblockade, sein Mitwirken ist ebenso gefährdet wie das des angeschlagenen Sturmkollegen Rául Bobadilla.

Definitiv fehlen wird der vier Millionen Euro teure Neuzugang Igor de Camargo, der noch an den Folgen einer Sprunggelenksblessur laboriert. "Er ist auf einem guten Weg, aber ein Einsatz käme noch zu früh", erklärte Coach Michael Frontzeck.

Selbiges gilt beim Club für Rubin Okotie. Der Österreicher soll am Samstag zumindest eine Halbzeit lang bei den Amateuren, die in der Regionalliga den SC Pfullendorf empfangen, seine ersten Gehversuche wagen. Ebenfalls bereits zu Rene Müllers Team abkommandiert wurden die Talente Felicio Brown-Forbes, Christoph Sauter und Philipp Wollscheid. Auch für sie hat nach einer Vorbereitung, in der alle heimlichen Träume vom schnellen Sprung in die Stammelf erlaubt waren, nun wohl der Alltag begonnen.

Club bestreitet Testspiel beim FSV Erlangen-Bruck

Die Bundesliga-Pause Anfang September nutzt der Club zu einem Testspiel beim FSV Erlangen-Bruck. Die Partie auf dem Gelände des Bayernligisten wird am Freitag, 3.September, um 18 Uhr angepfiffen.

  





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Kurzbeschreibung:
Der 1. FCN - genannt "der Club" - hat folgende Titel errungen:
Deutscher Meister: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

Ein extra Themenarchiv mit "historischen" Berichten rund um den 1. FCN finden Sie unter dem Stichwort "Club-Geschichte(n)".

Der Club-Kader in der Saison 2011/12

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Die Club-Gegner in der Saison 2011/12

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