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Drei Buchstaben standen für ihre Vision, drei Buchstaben, die aber nicht einmal annähernd ausdrücken, was Kirchmayr für die Verwirklichung ihres Traums investierte. Die Abkürzung LET, hinter dem sich die Ladies European Tour versteckt, steht für großen Sport. Auf dieser Tour wird Kirchmayr in den kommenden Monaten auf viele bekannte Spielerinnen und die deutsche Starspielerin Carolin Masson treffen.
Bereits seit 2001 war Kirchmayr im Auswahlkader des Deutschen Golf-Verbandes gesetzt, mit dem deutschen Team gewann sie 2009 die Europa-Mannschaftsmeisterschaft. In dieser Zeit hatte sie immer wieder Anläufe zum Sprung ins Profilager unternommen. Aber jedesmal passte irgendetwas nicht. Diesmal war etwas anders, Kirchmayr hatte taktisch nichts geändert, sie hatte keinen neuen Wunderschläger in der Tasche, sie hatte keinen neuen Mentaltrainer engagiert. Sie hatte einfach alles auf eine Karte gesetzt, so lautet ihr simples Erfolgsrezept. „Ich habe im vergangenen Jahr nach meinem Tourismus-Studium im Hotelfach gearbeitet. Das war eine interessante Zeit, vor allem aber hat es mich in meiner Entscheidung bestärkt, dass ich Golf spielen möchte, und zwar als Berufsgolferin. Das ist mir vergangenes Jahr klar geworden.“
Bereits eine Woche vor Beginn des Ausscheidungsturniers war die 26-Jährige ins Profi-Lager gewechselt. Es dürfte vermutlich genau diese Klarheit über ihr Ziel gewesen sein, die Kirchmayr während der diesjährigen Qualifikation den nötigen Biss gab. „Ich wusste, dieses Mal gab es kein Zurück. Ich wollte die Möglichkeit, ein weiteres Jahr als Amateur im Kader zu spielen, bewusst ausschließen“, berichtet die 26-Jährige von ihrer Entscheidung: Sie setzte alles auf eine Karte und gewann.
Über fünf Runden kämpfte sich die Wahl-Nürnbergerin, die mit den Mädels vom Reichswald im vergangenen Jahr Bronze bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft gewonnen hatte, im spanischen La Manga durch die harte Mühle der Qualifikation zur uneingeschränkten Startberechtigung für die Ladies European Tour. Vom ersten Tag an lag sie in der Spitzengruppe, nach Runden von 70/73/72/ 69/73 Schlägen schloss Kirchmayr das Turnier auf dem geteilten vierten Platz ab.
Somit eifert sie ihrem Vereinskollegen Bernd Ritthammer nach, der in dieser Saison erstmals auf der Tour antritt. Zusammen mit Kirchmayr hatte sich auch Franziska Blum, die seit 2001 im Reichswald spielt, um die Eintrittskarte in die große Golfwelt bemüht. Ihr verbaute aber ein schlechter Start in den ersten zwei Runden den Weg zur Tour. Daran konnte auch eine Par-Runde am vierten Tag nichts ändern. Blum wird wohl einen neuen Anlauf nehmen. Manchmal dauert es eben eine Weile, bis sich der große Erfolg einstellt.
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12