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Struff: Überraschung sucht jetzt Bestätigung

Gegen den an Nummer zwei gesetzten slowenischen Daviscupspieler Blaz Kavcic ist er nicht Favorit - 06.06.2012 21:27 Uhr

FÜRTH  - Als Boris Becker erstmals auf dem heiligen Rasen in Wimbledon triumphierte und damit in Tennis-Deutschland eine Welle der Euphorie lostreten sollte, war er noch nicht mal geboren. Zum Vorbild taugt der zum Helden erkorene Leimener seitdem aber allemal für junge Kerle, die gerne auf einen Filzball eindreschen. Und doch ist Jan-Lennard Struff, der Überraschungsfinalist der Franken Challenge 2011, bei seiner Rückkehr nach Fürth so ganz anders.

Warf in der ersten Runde mit 7:5 und 6:3 den ersten Chinesen in Fürth raus: Jan-Lennard Struff.
Warf in der ersten Runde mit 7:5 und 6:3 den ersten Chinesen in Fürth raus: Jan-Lennard Struff.
Foto: Sportfoto Zink
Warf in der ersten Runde mit 7:5 und 6:3 den ersten Chinesen in Fürth raus: Jan-Lennard Struff.
Warf in der ersten Runde mit 7:5 und 6:3 den ersten Chinesen in Fürth raus: Jan-Lennard Struff.
Foto: Sportfoto Zink

Der junge Mann mit dem Wuschelkopf hat ereignisreiche Monate hinter sich, seit er im letzten Sommer an der Coubertinstraße für Furore sorgte. Damals war er mit einer Wildcard ausgestattet bis ins Endspiel vorgedrungen, hatte wesentlich routiniertere Profis besiegt und mit seinem unbekümmerten Auftreten den Zuschauern viel Spaß gemacht. „Es war die schönste Woche meiner Karriere“, sagt er jetzt, und schon diese Einschätzung mag vieles verraten über seinen Werdegang in der Zeit nach Fürth.

„Ich hab’ schnell gemerkt, dass es nicht unbedingt so laufen kann wie hier“, blickt er zurück auf ein Jahr, in dem er viel Erfahrungen machte. Auf und abseits des Platzes. Der Sommer war noch ganz in Ordnung, findet er, zudem holte er sich den DM-Titel in der Halle, doch dann riss sich Struff im Training die Bänder im linken Knöchel: Zwangspause, nur Oberkörpertraining, mehr ging nicht. „Da denkt man dann schon über vieles nach“, sinniert er reichlich melancholisch.


Diese Leichtigkeit, die ihn auszeichnete, hatte er bei seiner Rückkehr nicht mehr. „Ich kam schwer in Tritt“, sagt Struff über eine Phase, in der er „zu wenig Matchpraxis kam“. Die in Tenniskreisen übliche Verniedlichung für etliche Erstrundenniederlagen, weswegen er in der Weltrangliste auf Platz 306 abgerutschte.

Erst in den letzten Wochen fing er sich, machte auf kleineren Future-Turnieren einen Schritt zurück, um wieder einen vorwärtsgehen zu können. In Fürth haben sie ihn eingeladen, weil sie an ihn glauben. Dieses Vertrauen will Struff heute im Achtelfinale zurückzahlen. Gegen den an Nummer zwei gesetzten slowenischen Daviscupspieler Blaz Kavcic ist er nicht der Favorit. Aber diese Ausgangsposition kennt Struff ja. 

Florian Pöhlmann


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