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Verjüngungskur steht dem Club gut

Heckings „Kindergarten“ holte beim FC Schalke 04 einen Punkt - 27.02. 19:30 Uhr

Gelsenkirchen  - Daumen hoch für den Club, Daumen runter für Schalke und seinen Trainer Felix Magath. Der 1. FC Nürnberg darf es sich nach dem 1:1 (1:0)-Remis beim FC Schalke 04 weiter in der Komfortzone der Bundesliga bequem machen und zurückgelehnt nach oben schielen. Selbst zusätzliche Verletzungsprobleme sorgen angesichts eines Ruhekissens von zwölf Punkten auf den Relegationsplatz nur für ein kurzes Schütteln.


Club-Spieler Markus Mendler (rechts) schoss mit seinem Kopfball übers Ziel hinaus.
Club-Spieler Markus Mendler (rechts) schoss mit seinem Kopfball übers Ziel hinaus.
Foto: Wolfgang Zink
Club-Spieler Markus Mendler (rechts) schoss mit seinem Kopfball übers Ziel hinaus.
Club-Spieler Markus Mendler (rechts) schoss mit seinem Kopfball übers Ziel hinaus.
Foto: Wolfgang Zink

„Wenn man sieht, mit welchem Kindergarten wir gespielt haben, dann war das richtig gut. Die Jungen haben ihre Feuertaufe bestanden“, lobte FCN-Coach Dieter Hecking, während sein Gegenüber Magath wohl mit dem endgültigen Liebesentzug seiner Anhängerschar klarkommen muss. Ein Plakat im Fan-Block mit einem nach unten zeigenden Daumen kommentierte dessen Facebook-Offensive süffisant. Beim 1. FC Nürnberg dagegen muss sich keiner Gedanken um ein Sympathieproblem machen. Die Herzen fliegen der während der Partie gezwungenermaßen weiter verjüngten Mannschaft nur so zu.

„Dass in einem Spiel dreimal verletzungsbedingt gewechselt werden muss, habe ich noch nie erlebt“, sagte Jens Hegeler. Der 23-Jährige hatte mit seinem Abstauber zum 1:0 nach 37 Minuten für eine gute Ausgangsposition gesorgt. Den Schuss von Mehmet Ekici hatte Schalkes Nationalkeeper Manuel Neuer nur noch vorne vor die Füße von Hegeler abprallen lassen können. „Ich musste den Ball nur noch reindrücken“, sagte der Nutznießer.

Schneller Ausgleich verhinderte den sechsten Sieg

Vor allem im ersten Durchgang enttäuschten die Schalker, die in der Liga weiter ihren Ambitionen hinterherhinken. „Wir haben uns inzwischen eben den Respekt erarbeitet. Schalke war vor unserem schnellen Konterspiel gewarnt und spielte deshalb auch nicht bedingungslos nach vorne“, hatte Hecking seine eigene Erklärung für die erschreckende Passivität der Hausherren. Erst nach dem überraschenden Ausgleich zeigte sich, dass Magath seine zig Millionen nicht nur in Quantität, sondern mitunter auch in Qualität investiert hat.

Der nach einer halben Stunde für den verletzten Juri Judt ins Spiel gekommene Markus Mendler hatte ausgerechnet Raul den Ball vor die Füße gestolpert und der spanische „Torero“ bedankte sich standesgemäß mit einem Flachschuss ins lange Eck (52.). „Wenn der Ausgleich nicht so unglücklich und so früh fällt, bekommen wir vielleicht noch Konterchancen für ein 2:0“, haderte Hecking, gab aber auch ehrlich zu, dass das Gegentor in dieser Phase „absolut verdient war“.
Nürnberg verlor für 20 Minuten die Orientierung, gut, dass zumindest Raphael Schäfer sie behielt. Der Keeper brachte Raul (61.) und Klaas-Jan Huntelaar (63., 90.) mit seinen Glanzparaden schier zum Verzweifeln.

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So sah die NZ-Sportedaktion die Leistung von Heckings Team. (Fotos: Sportfoto Zink, dpa, dapd)

In der Nachspielzeit rettete er dann auch noch gegen Benedikt Höwedes in höchster Not. Bis zu diesem Zeitpunkt musste der Club auch noch die Ausfälle von Mehmet Ekici, der sich im Duell mit Ex-Cluberer Peer Kluge einen Pferdekuss einhandelte, und Javier Pinola (muskuläre Probleme) kompensieren. „Am Ende sind sechs Spieler unter 21 Jahren auf dem Platz. Da sind Abläufe im Spiel natürlich nicht optimal. Aber ich muss ihnen einen Riesenkompliment machen“, sagte Hecking.

Mendler hätte sich nach seinem Patzer sogar noch ein Sonderlob verdienen können, hätte er die Siegesserie des Clubs mit einem Treffer auf fünf Partien ausgebaut. Doch erst klatschte sein Kopfball nach schöner Flanke des eingewechselten Marvin Plattenhardt an die Latte und dann versagte er im zweiten Versuch vier Meter vor dem leeren Tor kläglich und köpfte frei daneben (82.).
„Das Unentschieden wird uns sicher nicht aus der Bahn werfen“, meinte Philipp Wollscheid, ob mit Ironie oder im jugendlichen Leichtsinn, wer weiß? Hegeler wollte sich über „den einen Punkt sicher nicht beschweren“ und tröstete sich zumindest damit, dass man inzwischen ja auch sechs Spiele nicht verloren habe: „Das ist ja auch eine schöne Serie.“

Die immer gravierenderen Personalprobleme, nach Julian Schieber (Meniskus) und Albert Bunjaku (Knorpelschaden) meldete sich nun auch Judt (Muskelfaserriss) vorerst ins Lazarett ab, bringen Hecking nicht aus der Ruhe. „Verletzungen gehören dazu. Ich will das nicht dramatisieren. Aber es trifft uns natürlich schon in einer Phase, in der wir richtig gut drauf sind.“ In den Vordergrund rückte der 46-Jährige aber lieber „wie gut wir mit dem Umstand umgehen“.
Obwohl Ilkay Gündogan und Mike Frantz ihre Blessuren derweil auskuriert haben, ist die Personaldecke für ein Testspiel zu dünn geworden. Die für Mittwoch geplante Partie gegen den Drittligisten FC Carl Zeiss Jena wurde kurzfristig abgesagt. 



Stefan Jablonka

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DFB-Pokalsieger: 1935, 1939, 1962, 2007

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