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Nürnbergs Problem war förmlich zu greifen. Vor dem Tor fällt den Ice Tigers derzeit einfach nichts ein, was die Lage nicht einfacher macht. Auch gegen die Kampfhähne aus dem Sauerland blieb die Misere den Franken treu. Trainer Bengt-Ake Gustafsson versuchte dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. „Wir machen Fortschritte auf dem Weg zum Tor“, fand der Schwede nach 65 Minuten nebst Penaltyschießen mit überschaubarem Unterhaltungswert.
Zu sehen gab es wieder viele Fehler aus der leichten Kategorie, überflüssige Scheibenverluste und nur zwischendrin einige lichte Momente, die wenigstens gelegentlich für etwas Aufsehen sorgten. Für die meiste Bewegung in der Halle sorgte im zweiten Drittel mal wieder Yasin Ehliz. Im Powerplay, einer Disziplin, die den Nürnbergern zuletzt nicht gerade lag, schlug der junge Publikumsliebling in der 31.Minute zu.
Den Knoten löste der Treffer aber nicht. „Mit nur einem Tor ist es schwierig zu gewinnen“, gestand freilich auch Gustafsson. Nur lieferte sein Team nicht viele Argumente dafür, dass sich das Selbstvertrauen, das fehlt, ganz von alleine einstellt. Gehemmt, manchmal vorsichtig oder in einer Einzelaktion mit dem Kopf durch die Wand – Nürnbergs Versuche, den Bock umzustoßen, waren ebenso vielfältig wie erfolglos.
In der ersten Minute zog Brett Festerling von rechts vors Tor und wurde von Sebastien Caron im Roosters-Gehäuse gestoppt. Wenig später bediente Patrick Reimer Rob Leask, doch die gefährlich anmutende Situation wurde nicht konsequent zu Ende gespielt.
Im zweiten Drittel traf Yan Stastny nach einem (zu harten) Zuspiel von Casey Borer am langen Pfosten wartend die Scheibe nicht richtig, später servierte Borer Stastny den Puck glänzend mit einem langen Pass aus der eigenen Zone, diesmal stoppten zwei Iserlohner den Nürnberger auf dem Weg zum Kasten.
Im dritten Drittel bot sich Ehliz eine Gelegenheit auf ein weiteres Tor, Patrick Reimer setzte kurz darauf das schwarze Hartgummi an die Latte. Jason Jaspers suchte sein Glück auf eigene Faust und fand es bei seiner beherzten Einzelaktion sechs Minuten vor dem Schluss doch nicht. Was vielleicht wie ein Offensivfeuerwerk klingt, war keines. Es dokumentiert nur, dass Nürnberg Chancen hatte.
„Du bekommst nichts umsonst“, führte Gustafsson an, dass er mit der Arbeit in Richtung Tor nicht unzufrieden war. Die Ice Tigers suchten den direkten Weg, spielten weniger umständlich als zuletzt, damit lag der Skandinavier richtig. Mit dem Abschluss konnte er zwangsläufig nicht zufrieden sein. Ein optisches Übergewicht und ein damit verbundener Vorteil auf dem Eis hilft der Mannschaft aber nur bedingt.
Immerhin einen Zähler konnten die Nürnberger gegen Iserlohn einsammeln, einen wichtigen Schritt vorwärts bringt dieser nicht. Die Ice Tigers stehen weiter an der Schwelle zwischen der Qualifikationsrunde zu den Play-offs und einem vorzeitigen Saisonende. Da kommt die aktuelle Negativserie zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Deswegen hofft Gustafsson nach diesem Wochenende weiter auf eins: „Wir brauchen ein einfaches Tor.“ Dann wäre es auch leichter, den Trend mit einem positiven Ergebnis wieder einen freundlicheren Charakter zu verleiden.
Nürnberg: Weiman – Butenschön, Festerling; Pollock, Borer; Leask, Nowak; Schüle – Reinprecht, Jaspers, Bayda; Reimer, Stastny, James; Ehliz, Chouinard, Frosch; Aab, Weiß, Rupprich / Iserlohn: Caron – Kopitz, Tomassoni; Peltier, Lepine; Ardelan, Rogers; Orendorz – Hommel, Fischhaber, Holzmann; Bell, York, Wolf; Guiliano, Hock, Wörle; Stuart, Tepper / SR: Schukies/Koch (Herne/Schweiz) / Zuschauer: 3540 / Strafminuten: Nürnberg 2 (Leask) – Iserlohn 4 / Tore: 1:0 (30:53) Ehliz (Pollock/Chouinard, 5-4), 1:1 (44:28) Holzmann / Penaltyschießen: Wörle vorbei, Stastny gehalten, York 0:1, Reimer gehalten, Bell 0:2.

Do. 23.05.13
Mi. 08.05.13
Di. 07.05.13
Mo. 06.05.13
Sa. 04.05.13