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"Wir setzen auf das tolle Bamberger Publikum"

NZ-Interview mit dem deutschen Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen - 07.02. 16:58 Uhr

BAMBERG  - Am Wochenende trifft die Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) im Rahmen des Davis-Cups in Bamberg auf Argentinien. Die NZ sprach mit Kapitän Patrik Kühnen über sein Team, die Chancen gegen die Südamerikaner und die besondere Atmosphäre in der Bamberger Arena.

Umgeben von Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner (von links) präsentierte sich Teamkapitän Patrik Kühnen (2. von links) bei der ersten Pressekonferenz in Bamberg.
Umgeben von Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner (von links) präsentierte sich Teamkapitän Patrik Kühnen (2. von links) bei der ersten Pressekonferenz in Bamberg.
Foto: dapd
Umgeben von Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner (von links) präsentierte sich Teamkapitän Patrik Kühnen (2. von links) bei der ersten Pressekonferenz in Bamberg.
Umgeben von Tommy Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner (von links) präsentierte sich Teamkapitän Patrik Kühnen (2. von links) bei der ersten Pressekonferenz in Bamberg.
Foto: dapd

NZ: Wie ist nach den ersten Trainingseinheiten Ihr Eindruck von Ihrem Team, Herr Kühnen?
Patrik Kühnen: Der Eindruck ist sehr, sehr gut. Wir haben uns in Neutraubling auf genau dem Sandplatz vorbereitet, der auch in Bamberg in der Halle liegt, und es läuft alles nach Plan.

NZ: Wo liegen jetzt die Prioritäten in der Vorbereitung? Woran wird noch gearbeitet?
Kühnen: Der Fokus liegt zunächst auf der Eingewöhnung auf Sand, weil zuletzt viele Turniere auf Hartplatz stattgefunden haben. Das ist das Hauptziel, da man sich vom Laufen und Rutschen her auf die neuen Bedingungen einstellen muss. Ziel ist es in den nächsten Tagen natürlich auch, dass jeder seine beste Form findet. Daran arbeiten wir, auch mit vielen intensiven Laufübungen.



NZ: Argentinien gilt als favorisiert. Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Kühnen: Argentinien ist ein sehr starkes Team, aktuell Nummer drei der Weltrangliste und im letzten Jahr Davis-Cup-Finalist. Ich erwarte am Wochenende sehr umkämpfte Matches. Wir stehen vor einer großen Aufgabe, einer großen Herausforderung, aber auf der anderen Seite muss ich auch sagen, dass wir ein sehr kompaktes und starkes Team haben und damit auch Chancen, zu gewinnen. Natürlich wird das nicht leicht, weil Argentinien mit sehr, sehr guten Spielern anreist. David Nalbandian zum Beispiel hat im Davis-Cup eine Bilanz von 22 Siegen und fünf Niederlagen. Wir freuen uns aber, dass wir ein Heimspiel in Bamberg haben, vor toller Kulisse, und wir hoffen natürlich, dass wir dort mit der Unterstützung des Publikums Kräfte freisetzen, die wir benötigen, um Argentinien zu besiegen.

NZ: Gibt es einen Argentinier, der Ihnen besonderes Kopfzerbrechen bereitet?
Kühnen: Ach, Kopfzerbrechen würde ich nicht sagen. Die Argentinier sind insgesamt sehr kompakt. Juan Monaco hat am Wochenende noch ein Sandplatzturnier in Chile gewonnen. Juan Chela war beim gleichen Turnier im Halbfinale. Nalbandian ist ein sehr erfahrener Davis-Cup-Spieler. Eduardo Schwank war im vergangenen Jahr im Halbfinale bei den French Open in Roland Garros. Insofern wissen wir, was uns erwartet. Aber auch wir haben unsere Stärken, und an die glauben wir. Wir werden alles geben, um unsere Chance zu nutzen.

NZ: Worauf wird es ankommen?
Kühnen: Wir werden top vorbereitet sein, und dann wird es auch darum gehen, eine gute Tagesform zu erwischen. Jeder von uns muss über die drei Tage seine beste Leistung abrufen. Mit Leidenschaft zu spielen, mit viel Kampf auf den Platz zu gehen. Und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt.

NZ: Philipp Kohlschreiber stand letzte Woche in Montpellier auf Hartplatz im Halbfinale. Ist das ein Vorteil, wenn ein Spieler kurz vor dem Davis-Cup in einem Turnier noch weit gekommen ist? Oder könnte er noch am verpassten Endspiel knabbern?
Kühnen: Nein, ich sehe das sehr positiv. Er hat schon bei den Australian Open in Melbourne sehr gut gespielt. Das Halbfinale in Montpellier ist für ihn ein sehr guter und wichtiger Erfolg gewesen, auch für das Selbstvertrauen kurz vor dem Davis-Cup.


Kapitän Patrik Kühnen (l.) hat Tommy Haas erstmals seit 2007 wieder ins deutsche Davis-Cup-Team berufen, das ab Freitag in Bamberg spielt.
Kapitän Patrik Kühnen (l.) hat Tommy Haas erstmals seit 2007 wieder ins deutsche Davis-Cup-Team berufen, das ab Freitag in Bamberg spielt.
Foto: dapd
Kapitän Patrik Kühnen (l.) hat Tommy Haas erstmals seit 2007 wieder ins deutsche Davis-Cup-Team berufen, das ab Freitag in Bamberg spielt.
Kapitän Patrik Kühnen (l.) hat Tommy Haas erstmals seit 2007 wieder ins deutsche Davis-Cup-Team berufen, das ab Freitag in Bamberg spielt.
Foto: dapd

NZ: Sie haben Tommy Haas zurück ins Aufgebot geholt. Wird er spielen?
Kühnen: Entschieden ist das noch nicht. Aber wie die anderen Spieler macht auch er einen sehr, sehr starken Eindruck, und ich freue mich, dass er wieder dabei ist. Mit seiner Erfahrung, die er auch im Davis-Cup hat, ist er ein ganz wichtiger Spieler. Außerdem ist es schön zu sehen, dass er körperlich wieder topfit ist und beschwerdefrei spielen kann. Das ist auch für ihn sehr, sehr wichtig. Spielerisch ist bekannt, dass er im Davis-Cup für Deutschland immer herausragende Leistungen gezeigt hat. Insofern ist er für uns ein sehr wichtiger Spieler und sicherlich eine große Stütze für unser Team.

NZ: Haas sucht in Bamberg nebenbei einen Physiotherapeuten für die ATP-Tour. Könnte das die Vorbereitung beeinträchtigen?
Kühnen: Nein, in keinster Weise. Das ist mit Sicherheit keine Sache, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird und deswegen auch keinen Einfluss auf unsere Vorbereitung hat.

NZ: Sie haben bereits gesagt, Sie hoffen in Bamberg auch ein bisschen auf das Publikum. Wie gefallen Ihnen dort die Bedingungen?
Kühnen: Ich war ja schon beim Basketballspiel Bamberg gegen Bayern München dort und war begeistert von der Atmosphäre. Jetzt weiß ich, warum Bamberg „Freak-City“ genannt wird. Ich habe das hautnah miterlebt. Es war eine Riesenstimmung in der Halle, einfach fantastisch. Bei uns ist der Freitag ja auch schon ausverkauft. Ich erwarte eine tolle Atmosphäre. Wenn sich die Begeisterung des Bamberger Publikums vom Basketball auf das Tennis übertragen lässt, wird es ein tolles Event, und da freuen wir uns drauf.

NZ: Sie haben selbst für den TC Bamberg in der Tennis-Bundesliga gespielt. Was haben Sie für Erinnerungen an Ihre Zeit dort?
Kühnen: Ich habe wirklich sehr positive Erinnerungen. Zu meiner Bundesliga-Zeit waren auch immer sehr viele Tennis-Fans da, ein sehr fachkundiges und begeisterungsfähiges Publikum. Damals waren wir auch im Finale und haben gegen den Favoriten Neuss ganz knapp verloren, was uns alle sehr geärgert hat. Aber ich habe durchweg nur positive Erinnerungen. Bamberg ist eine wunderschöne Stadt, mit einer tollen Altstadt. Ich habe in den zwei Jahren eine wirklich sehr gute Zeit gehabt und freue mich, dass ich jetzt zu diesem Anlass zurückkommen darf. 



Florian Jennemann

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