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Zwei Ausnahmekönner sorgen für Nürnberger Höhenflug

Ekici und Gündogan: National vereint, international womöglich bald Gegner - 31.10. 20:08 Uhr

BREMEN  - "Die Mannschaft war der beste Mann auf dem Platz.“ Der zweifache Torschütze Ilkay Gündogan hätte sich durchaus selbst für seine Leistung loben können. Kein Zuschauer, nicht einmal einer mit Sympathien für Werder Bremen, hätte ihm das übel genommen, sondern eher anerkennend applaudiert. Doch der Deutsch-Türke blieb bescheiden und empfand sich nur als ein Teil des Ganzen, obwohl er sogar Bremens Nationalspieler Marko Marin die Schau gestohlen hatte


Der personifizierte Club-Jubel: Die beiden Torschützen Mehmet Ekici (links) und Ikay Gündogan
Der personifizierte Club-Jubel: Die beiden Torschützen Mehmet Ekici (links) und Ikay Gündogan
Foto: Sportfoto Zink
Der personifizierte Club-Jubel: Die beiden Torschützen Mehmet Ekici (links) und Ikay Gündogan
Der personifizierte Club-Jubel: Die beiden Torschützen Mehmet Ekici (links) und Ikay Gündogan
Foto: Sportfoto Zink

Dem Nürnberger Kollektiv verlieh auch Mehmet Ekici, der den dritten Treffer beisteuerte, das gewisse Etwas. Doch auch er drängte nicht ins Rampenlicht: „Meine Leistung sollen andere beurteilen.“ Und die war wie bei Gündogan eine Augenweide.

Die beiden harmonieren nicht nur im Spiel exzellent miteinander. „Wir ergänzen uns großartig, auf und auch neben dem Platz“, sagte Ilkay Gündogan, und Mehmet Ekici fügte zufrieden hinzu: „Man sieht, dass wir uns in Nürnberg wohlfühlen.“ Nach seinem Wechsel von München wohnte Ekici vorübergehend im Haus von Gündogan, ehe der 20-Jährige eine eigene Wohnung bezog. Das Duo verbringt viel Zeit miteinander. Und sehen sich die beiden Mittelfeldspieler des 1.FCN mal ein paar Stunden nicht, wird die Verbindung per SMS hergestellt. Sogar ihren Handytarif haben sie aufeinander abgestimmt.

Nur in einer Hinsicht könnte der Kontakt abreißen. Gut möglich, dass sich Gündogan und Ekici eines Tages in einem Nationen-Duell gegenüberstehen und ihre Freundschaft dann zumindest für 90 Minuten ruht. Erst vor wenigen Tagen hat sich Ekici, der in den vergangenen fünf Jahren die Junioren-Auswahlteams des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) durchlaufen hat und in München geboren wurde, für die Türkei und damit das Heimatland seiner Eltern entschieden: „Ich bin dem DFB sehr dankbar, sie haben mich unterstützt, aber es war eine Herzensangelegenheit für mich.“ Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass seine Familie ein „sehr großes Interesse“ daran hat, dass er sich das rote Trikot mit dem Halbmond überstreift. Ekicis Entscheidung dürfte auch der A-Nationaltrainer der Türkei begünstigt haben. In einem Telefonat soll Guus Hiddink ihm einen baldigen Einsatz in einem Länderspiel in Aussicht gestellt haben. Dabei hatte sich auch der DFB um Ekici bemüht. Allerdings plante man dort wohl vorerst nur mit ihm für die „U21“.

„Er hat sich entschieden und das respektiert jeder“, sagte Gündogan. Auch ihm liegen Offerten beider Verbände vor. Der 20-Jährige will sich aber noch alles offenhalten. Allerdings reizt ihn mehr das Trikot mit dem Adler auf der Brust. „Bei mir ist es ein bisschen anders als bei Mehmet. Ich bin in einem deutschen Umfeld aufgewachsen, habe überwiegend deutsche Freunde. Bei mir sind es ein paar Prozent mehr für Deutschland.“ Auch die Familie macht dem gebürtigen Gelsenkirchener keinen Druck: „Ich will mich unbedingt in Deutschland durchsetzen, solange die Perspektive und Wertschätzung stimmen. Erst wenn ich keine Chance habe, werde ich mir Gedanken machen.“

Am Nürnberger Aufschwung haben beide Deutsch-Türken mit nun fünf Treffern großen Anteil. Aber auch das Club-Trikot dürfte sie nicht mehr allzu lange miteinander verbinden. Schon im Sommer gab es für Gündogan aus Hoffenheim dem Vernehmen nach eine Offerte über sieben Millionen Euro. Angeblich soll auch Manchester United inzwischen auf ihn aufmerksam geworden sein. Sein Vertragsende in Nürnberg ist mit dem 30.Juni 2012 absehbar. Um eine hohe Ablösesumme zu erzielen, müsste der Club ihn im Sommer ziehen lassen.

Für Ekici, der vom FC Bayern München für eine Spielzeit ausgeliehen ist, gibt es maximal einen wärmenden Händedruck von Bayern-Präsident Uli Hoeneß. „Bei ihm ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, hofft Dieter Hecking auf eine Weiterbeschäftigung der Teilzeitkraft. Höchstwahrscheinlich aber kann sich der FCN-Coach nur damit trösten, in dieser Saison noch 24 Mal auf das kongeniale Duo zurückgreifen zu können. 





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