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Was ist die Visitenkarte eines Autos? Das Magazin „Auto-Test“ glaubt, es seien die Räder. Jedenfalls steht es so in einem Vergleich von Felgenreinigern. Die sind, um im Bild zu bleiben, praktisch die Schuhwichse eines Autos und somit dafür verantwortlich, dass man den Besitzer für gepflegt hält. Allerdings versagen vier von sieben Mitteln dabei: Sie erzeugen Rost oder verätzen sogar den Lack, wie „Auto-Test“ herausgefunden hat. Nur ein Mittel wird als „sehr gut“ eingestuft, nämlich eine 750-Milliliter-Sprühflasche von Sonax für 18,29 Euro. Das ist zwar viermal so teuer wie ein Felgenreiniger aus dem Supermarkt. Aber allemal besser als eine verrostete Visitenkarte.
In der aktuellen Ausgabe von „Auto-Test“ findet man auch Geschenkideen fürs Fest, aber entweder sind die sehr teuer (Autos) oder ziemlich profan: Schnellladegeräte für die Autobatterie zum Beispiel. Praktisch sind sie durchaus: Man kann seinem Fahrzeug wieder Leben einhauchen, wenn man Batterie und Steckdose verbindet. Das klappte im Test aber nicht immer, vor allem billige Geräte enttäuschten. Empfohlen wird unterm Strich ein Gerät der Firma CTEK (MXS 5.0 für 79,95 Euro), das besonders schnell sei und gut verarbeitet. Allerdings gibt es auch ein schöneres Teil von Bosch zum kleineren Preis (C3 für 58 Euro). Das funktioniert zwar nicht so gut. Aber wer schaut so einem geschenkten Gaul schon ins Maul?
„Die Besten zum Fest“ titelt die Stiftung Warentest in der neuen Nummer von „test“ und wirbt mit einem Vergleich von über 170 Produkten. Auch Autobatterien sind dabei, die unterm Tannenbaum natürlich sehr originell wirken. Insgesamt die beste Batterie ist die Nr. 82070 EFB der Firma Moll für 175 Euro. Sie sieht sogar recht gut aus – aber bekanntlich ist ja die Batterie nicht die Visitenkarte eines Autos.
Für Angeber lohnender ist sicherlich die Anschaffung einer schicken Espresso-Maschine. „test“ hat jetzt acht dieser Maschinen ohne und vier mit Cappuccino-Automatik verglichen. Gut aussehen tun sie alle, und beim Geschmack waren die Unterschiede gering. Eine vernünftige Wahl wäre die „ENA Micro 9 One Touch“, die die besten Werte hat und ab 680 Euro zu haben ist. Aufschneider sollten vielleicht trotzdem lieber zu der „Primadonna“ von De Longhi greifen, die ihrem Namen im Test alle Ehre machte und eine lockere Schutzleiterverbindung aufweist. Ein kleines Sicherheitsrisiko ist also im Preis inbegriffen, der mit 1000 Euro auch entsprechend hoch ausfällt. Aber: Das Teil hat einen tollen Namen und sieht am besten aus. Außerdem ist Weihnachten ja nicht das Fest der Vernunft.
Unvermeidlich sind in der Dezember-Ausgabe diverser Testmagazine natürlich wieder iPads & Co., sogenannte Tablets: Offenbar bekommt ja jeder zweite Mann so etwas geschenkt. Während „test“ das iPad (Version 3) nur auf einem zweiten Platz hinter Samsungs Galaxy Note sieht, landet Version 4 in der „Computer-Bild“ ganz vorn. Letztlich ist die Entscheidung aber sowieso fast so eine Art Religion für Männer geworden. Nur dass man in dieser Branche garantiert alle zwei Jahre wiedergeboren wird.
„Computer-Bild“ macht auf mit dem „größten Mobilfunk-Test aller Zeiten“: 6,5 Millionen Messungen, 40000 Teilnehmer. Die Ergebnisse sind allerdings bescheiden: UMTS ist langsamer als versprochen, und die Telekom hat das beste Netz, sowohl beim Internet als auch bei Telefonaten. Für diese Erkenntnisse hätte es nicht unbedingt stolze 466 Jahre Gesamtmesszeit gebraucht. Am spannendsten ist vielleicht noch, dass
Dresden die schnellste UMTS-Stadt Deutschlands ist und Nürnberg auf einem beachtlichen fünften Platz liegt. Nürnberg gehört außerdem zu den wenigen Städten in Deutschland, in denen das O2-Netz besser ist als das von E-Plus, das in Mittelfranken anscheinend besonders langsam ist.
Als schnellstes Smartphone erwies sich in der „Computer-Bild“ übrigens einmal mehr das iPhone, aber nur in seiner aktuellsten Version Nr. 5. Falls Apple eines Tages auch Föhne herstellt, werden sich Tests wie die in der neuen Nummer von „Guter Rat“ wohl erübrigen. Noch allerdings liegen da Geräte von Philips, Braun und Rowenta vorn. Der Testsieger „ActiveCare HP8270“ (69,99 Euro) von Philips ist leider das hässlichste Gerät im Vergleich.
Wer ein heißes Geschenk sucht, greift lieber zum Preis-Leistungs-Gewinner, der zehn Tacken weniger kostet und deutlich ansprechender gestaltet ist: Brauns „Satin Hair 7 – HD 710“. In der Note liegen die beiden ohnehin nur eine Nachkommastelle auseinander.
Wer einen Akkubohrhammer eher braucht als einen Föhn, dem fällt die Kaufentscheidung deutlich schwerer. Das zeigt das Magazin „Selber machen“ im Dezember: Nicht nur, dass zwischen den Geräten Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro liegen. Viel schlimmer ist, dass man mit den billigen gar nicht meißeln kann und nicht durch dicke Wände kommt. Richtig glücklich machen kann einen Mann am Ende angeblich sowieso nur eine Makita („BHR 202 RFE“). Für ihren Preis – 537,88 Euro – könnte man natürlich gleich eine ganze Reihe anderer Testsieger unter den Gabentisch legen. Zum Beispiel 35 Flaschen des Edel-Badezusatzes „Calendula Nativ“ aus zertifizierter Naturkosmetik in der Geruchsrichtung „Rose-Argan“. Ein Fläschchen tut’s aber vielleicht auch und kostet verhältnismäßig harmlose 15,45 Euro.
Fast genauso luxuriös und ebenso „sehr gut“, aber noch viel billiger erweisen sich im neuen „Öko-Test“ mehrere andere Badezusätze. Mit fünf Euro sehr günstig und trotzdem originell wäre etwa die Dresdner Pflegebad-Essenz „Kakao-Vanille“. Sie ließe sich auch sehr schön im Paket mit fairer Schokolade verschenken, wie sie „Öko-Test“ ebenfalls untersucht hat. Wem die „sehr gute“ Fairglobe-Tafel von Lidl für 1,29 Euro oder die Schweizer-Bio-Schoki von Rewe für 1,49 Euro nicht glamourös genug vorkommt, tut sich aber schwer: Die teuren Tafeln sind alle nicht mal „gut“. Am teuersten ist Hussels „Iara“ für fünf Euro. Sie hat zwar ein bisschen Cadmium mit drin, macht aber optisch einiges her.
In „Öko-Test“ schneiden Bio-Produkte eben nicht immer besser ab als stinknormale. So verreißen die Öko-Tester in der aktuellen Ausgabe ein Aromatherapie-Projekt für Kinder. Schon seit Jahren wirbt der Bio-
Hersteller Taoasis bei Schulleitern für sein Projekt „Dufte Schule“. Dabei werden Klassenräume mit Zitrus- und Lavendelgerüchen beglückt. Angeblich führt das zu 40 Prozent besserer Konzentration, 43 Prozent mehr Motivation und 33 Prozent weniger Aggression.
„Öko-Test“ findet das nicht lustig und schreibt dem Hersteller eine glatte 6 ins Zeugnis. Dabei soll doch „eine Beduftung mit Zitrusdüften die Tippfehler von Sekretärinnen verringern“, wie der Hersteller in japanischen und amerikanischen Großraumbüros festgestellt hat. Vielleicht glaubt „Öko-Test“ diesen Studien einfach deshalb nicht, weil in der Redaktion zu wenig Schüler und japanische Sekretärinnen arbeiten...
