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Wie auch immer: „Unumgänglich“ war der Weg zum „Nebenjob“ auch für Brad Pitt – immerhin hat der Superstar sechs Kinder zu ernähren! Das 49-jährige Multitalent hat in den letzten Monaten nicht nur mit seinem Werbespot für Chanel N°5 eine neue Seite aufgeschlagen: Er ist der erste Mann, der für den weltberühmten Frauenduft wirbt. Pitt zählt jetzt auch zu den Möbeldesignern und brachte zusammen mit dem amerikanischen Möbelguru Frank Pollaro Mitte November in New York City seine Luxusmöbelkollektion auf den Markt. Seitdem kann man die edlen Möbelstücke auf der offiziellen Internetseite von Pitt-Pollaro bewundern: zwölf Stücke in limitierter Auflage entworfen von Pitt, gebaut von Pollaro.
Die Idee, eine eigene Kollektion zu entwerfen, ist vier Jahre alt. 2008 besuchte Pollaro, der auf Art déco spezialisierte Luxus-Möbelhersteller aus New Jersey, Brad Pitt und Angelina Jolie auf Chateau Miraval in Südfrankreich – zum Schloss der beiden Stars gehören auch ein Weingut und Olivenbäume, was sonst! Pollaro wollte dem Brangelina-Paar persönlich ein Möbelstück für ihr neues französisches Zuhause liefern. Pitt und Pollaro fingen an, Meinungen über die Geschichte des Designs und über wertvolle Materialien auszutauschen. Pollaro entdeckte dabei ein Notizbuch mit Skizzen von Möbeln, die der Schauspieler seit Anfang der neunziger Jahre gezeichnet hatte. Diese Begegnung wurde zum Ausgangspunkt für das Abenteuer des amerikanischen Stars als Möbeldesigner, denn Pollaro ermutigte ihn zu einer eigenen Möbelkollektion.
Auf diese Weise entstand die sündhaft teure und sehr edle Pitt-Pollaro Möbelkollektion, die jedoch nicht auf der Kölner Möbelmesse IMM Cologne nächste Woche zu bestaunen ist.
Wer sich ein Möbelstück aus dieser Kollektion wünscht, soll sich auf einen strengen Ansparkurs einstellen: Ein Sessel kostet stolze 45 000 Dollar! Alle Pitt-Pollaro-Kreationen sind selbstverständlich nicht nur nummeriert, man bekommt sie auch mit einem handsignierten Echtheitszertifikat. Das bombastischste Stück der Kollektion ist zweifelsohne das Art déco-Bett mit kleinen Diamanten-Inlays und einem Rahmen aus tropischem Hartholz, der von Nickelstreben getragen wird, sich leicht zum Fußboden neigt und als Bank am Fuße des Bettes endet – sicherlich bequem für eine Großfamilie wie die von Pitt! Die Nachttische scheinen mir eigentlich mehr für Cocktails als für die Nachttischlampe geeignet – vielleicht hat Pitt beim Entwurf mehr an die passende Stelle für ein Glas Wein aus seinem französischen Weingut gedacht.
Übrigens von diesem extravaganten Bett werden nur neun Stücke jeweils in verschiedenen Materialien und Variationen hergestellt. Zur Luxus-Möbelkollektion gehören auch Beistell- und Cocktailtische – einer davon aus Glas und mit Gold überzogenem Gestell – und ein über fünf Meter langer Esstisch, dessen Beine mich an die Wurzeln exotischer Bäume erinnern. Pitt hat angeblich eine Schwäche für überdimensionale Formen, denn auch die beiden Sessel der Kollektion sind außerordentlich „bequem“, geschweige denn die Badewanne, die für zwei Personen geeignet ist – weil Brad in seinem französischen Chateau genug Platz dafür hat! Im Gegensatz zum Bett wirkt die Zweierbadewanne, von der nur drei Stücke gefertigt werden, absolut minimalistisch: Dazu trägt auch die Wahl des geäderten italienischen Marmors Statuario Venato bei. Vom extravaganten Wandregal gibt es nur ein einziges Stück, und vielleicht es ist doch besser so, denn so ein Regal taugt mehr für eine ausgewählte Sammlung kleiner Objekte oder ist selbst verspieltes Designobjekt: Aufbewahren lässt sich darin ganz wenig! Pitts Leidenschaft für die Design- und Architekturwelt ist aber nichts Neues. Schon länger hatte er berühmte Designer und Innenarchitekten, wie Charles Rennie Mackintosh, für sich entdeckt – bereits am Anfang seiner Schauspielkarriere leistete er sich ein Stück des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright. Darüber hinaus gründete der Hollywoodstar nach dem Hurrikan Katrina die Stiftung „Make It Right Foundation“, die 150 Häuser für die noch in Not lebenden Leute aus New Orleans bauen lassen will.
Pollaro gibt sich zuversichtlich, dass das Designer-Duo noch weiter an neuen Kreationen Spaß haben wird – und Pitt könnte in Zukunft auch für seine eigenen Designobjekte so werben: „Mein Glück, mein Schicksal, meine Fügung“.
