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. Selbst in China lassen sich Liebhaber mit solchen originellen Stücken aus Europa beliefern. Bei Vintage-Möbeln handelt es sich um gebrauchte, oft ungewöhnliche Möbel, zumeist aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren, aber auch Objekte des Jugendstils und aus der Bauhaus-Ära zählen dazu. Gebrauchsspuren, wie verblichene Farben und abgegriffene Stellen, finde ich besonders faszinierend an alten Möbeln. Dabei muss ich immer daran denken, wie viel sie schon erlebt haben – und das macht auch ihr einzigartiges Flair aus.
Wer sich für Vintage-Möbel entscheidet, trägt auch zur Nachhaltigkeit bei, weil diese Möbel bereits ein Leben lang gehalten haben. Aus hochwertigen Materialien hergestellt, teilweise sogar in Handarbeit und in geringen Mengen produziert, stehen sie noch heute für beste Qualität. Inzwischen sind echte Vintage-Möbel zu Raritäten geworden, denn sie werden bereits seit Jahrzehnten nicht mehr produziert!
Die Beliebtheit dieser Stilrichtung ist derzeit so hoch, dass Möbelfirmen von den Originalen inspirierte Modelle neu herstellen oder sogar neue Auflagen der Klassiker präsentieren. Alt und Neu miteinander zu kombinieren, hört sich schwerer an, als es eigentlich ist. Solange Sie dabei Spaß haben, und Ihnen die Mischung gefällt, haben Sie alles richtig gemacht.
Einen Überblick über die Vintage-Prinzipien und Tipps für eine harmonische Gestaltung der Einrichtung mit Vintage-Stücken und mit modernen Möbeln verschafft man sich am besten durch Bücher.
Mit praktischen Beispielen und eindrucksvollen Bildern aus den Häusern von Designern und Künstlern erklärt Autorin Emily Chalmers in „Vintage-Flair zuhause“, wo fündig wird: auf Floh- und Trödelmärkten, in Trödelläden, aber auch im Internet; darüber hinaus kann man mit alten Erbstücken und kuriosem Mitbringsel die Wohnung im Vintage-Look neu gestalten. Dabei bietet Chalmers wertvolle Ideen für den Gebrauch dieser Stücke: Sie begleitet den Leser die Textilien-Welt und plädiert für das Kombinieren von Farben und Tapeten aus verschiedenen Epochen, um eine Wand besonders zur Geltung zu bringen. Dazu muss man, finde ich, viel Mut haben, aber wenn man konsequent ist, hat man sicherlich eine einzigartige Einrichtung geschaffen!
Auch für besondere Sammlungen hat die Autorin passende Tipps: Unterschiedliche kleine Stühle und Hocker machen sich wieder nützlich, und eine ansonsten leer stehende Wand wirkt plötzlich sehr lebendig. Im zweiten Teil des Buches werden verschiedene, im Vintage-Stil eingerichtete Wohnräume beschrieben. Ein inspirierendes Buch für mutige Vintage-Liebhaber, die starke Farben und Kontraste nicht scheuen.
In einem weiteren Buch gibt die Einrichtungsexpertin Katherine Sorrell kreative Tipps und praktische Lösungen anhand ausführlicher Texte und mehr als 300 Illustrationen. Sie hilft so die Gefahr zu vermeiden, dass ein modernes Zuhause mit ein paar wertvollen alten Möbeln bestückt, zu sehr einem Museum ähnelt. Dabei spielt es eine Rolle, wie groß die Räume sind, ob sie klein und eng mit der aktuellen Einrichtung wirken, was man schon hat und was man noch braucht. Wenn man über Möbel und Accessoires aus verschiedenen Stilrichtungen und Herkunftsquellen verfügt, ist eine gründliche Vorbereitung um so wichtiger.
Deswegen werden im Buch Farbschema, Muster, Strukturen und Proportionen von der Autorin systematisch behandelt. Der Unterschied zwischen Designklassikern, Antiquitäten und Retro-Stil-Möbeln wird jeweils in einem eigenen Kapitel beschrieben. Wie auch Chalmers stellt Sorrell im letzten Teil ihres Bandes einige Wohnungen vor, in denen das Prinzip des modernen Vintage-Stils kreativ umgesetzt wird: wie bei der kleinen Stadtwohnung, die mit Secondhand-Funden und mit schmalem Budget eindrucksvoll und elegant wird. Dieses Buch bietet einen guten Einstieg für diejenigen, die sich gründlicher mit der Vintage- Möbelwelt beschäftigen möchten.
Vintage-Flair zuhause, Emily Chalmers, Verlag Gerstenberg.
Wohnen mit Alt & Neu – Der Vintage Modern Style, Katherine Sorrell, Verlag Lifestyle Busse Seewald.
