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Allein die Grundrezepte füllen diverse Backbücher. Der eigenen Experimentierfreude sind trotzdem keine Grenzen gesetzt. Mit Nüssen, einigen Innereien, Leinsamen oder Weizenkleie lässt sich prächtig variieren. Soweit die gute Nachricht.
Leckerli sind meist Hüftgold pur. Das gilt leider nicht nur für die Besitzer, sondern auch für die Tiere selber. Das ist die schlechte Nachricht. Ob fertig gekauft oder selbst gebacken, spielt dabei keine Rolle. „Für die Deckung des Nährstoffbedarfs sind Hundekekse nicht erforderlich“, bestätigt auch Melanie Thes vom Lehrstuhl für Tierernährung der Tierärztlichen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Aber, so die Ernährungswissenschaftlerin weiter, in puncto Erziehung und Kommunikation können sie durchaus sinnvoll sein. Soll heißen: Mit dänischen Käsestangen, Fenchelsternen oder Erdnusshügeln sitzt der Hundebesitzer am längeren Hebel.
„Für ein Tier mit Futtermittelallergie können selbst gebackene Hundekekse eine echte Alternative sein. Auf die unverträglichen Futtermittel wie z.B. Weizen oder Proteinquellen wie Huhn oder Rind kann man je nach Notwendigkeit verzichten“, sagt Melanie Thes. So oder so — Bello und Co werden es uns danken, wenn wir selber leckere Häppchen produzieren. Frisch ans Werk also!
Leichter gesagt als getan. Was ist tabu? Zucker natürlich, das weiß jeder. Und Honig? Was ist mit Salz? Und stimmt es wirklich, dass Kräuter der Provence manche Hunde an Leberwurst erinnern? Honig sei auch nur Zucker und damit nicht notwendig, eine Prise Salz sei durchaus erlaubt und was die Kräuter der Provence angehe, so habe sie über deren Geschmack noch mit keinem Hund sprechen können, scherzt Melanie Thes.
„Mit einem kompletten ABC der Zutaten“, bedauert die Expertin von der LMU, könne sie schon aus Platzgründen nicht dienen. Immerhin warnt sie: „Es gibt bestimmte Zutaten wie Knoblauch, Rosinen, Schokolade, gewisse Kräuter oder Zwiebeln, die der Mensch durchaus genießen kann, die aber für den Hund unverträglich bis giftig sein können.“
Bleibt die ideale Keks-Menge. Dazu rät Melanie Thes: „Zehn Prozent der Tagesration sollten nicht überschritten werden, weil sonst eine Verdünnung der im Alleinfutter enthaltenen Nährstoffe die Folge ist. Als Grundregel gilt: Alles, was getrocknet ist, also Kekse genauso wie getrockneter Pansen, haben etwa ein 1:4-Verhältnis zu frischen Produkten. Wer also seinen vierbeinigen Freund mit 10 Gramm Keksen belohnt, hat ihm fast dieselbe Energie zugeführt wie aus 40 Gramm Frischfleisch!“
Hätte ich das bloß vor dem Backen gewusst! Nun habe ich zwei prall gefüllte Keksdosen. Eine mit Bello-Pralinen aus Quark, in der anderen stapeln sich Hunde-Kekse auf Vollkornweizenmehlbasis. Selbstverständlich enthalten die Leckerlis keinerlei Konservierungsmittel. Bei exakter Zuteilung droht der Rest ranzig zu werden. Ich fürchte fast, die Mühe hätte ich mir sparen können! Ob das der Hund auch so sieht?
