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Expertin Astrid Tüysüz würde beispielsweise zu einer Sicherheitsausstattung für das Pferd raten. Sie besteht aus einem reflektierenden Stirnband, ebensolchen Gamaschen und weiteren leuchtenden Accessoirs. Ein solches Geschenk schont die Nerven des schreckhaften Fluchttiers, sagt die Inhaberin des Geschäfts „Die Pferdekammer“ in Fürth (Vacher Straße 8). Was noch viel wichtiger sei: Es verhindere, dass das Tier angefahren werde.
Für alle, die ein etwas weniger praktisches Geschenk suchen, empfiehlt die Pferdefreundin aus Fürth Adventskalender mit verschiedenen Leckerli – „der Renner in diesem Jahr“. Damit das Striegeln auch wirklich zum Vergnügen wird und es nicht überall ziept und zerrt, freut sich das Pferd sicher auch über ein Mähnenspray zu Weihnachten, glaubt Martha Galenzyka vom Pferdesporthaus Loosdau in Heßdorf. Das Spray bewirkt, ähnlich wie eine Spülung für Menschenhaare, dass sich die Schweifhaare leicht entwirren lassen. Ergänzen lasse sich das Verwöhnprogramm mit einer extraweichen Schmusebürste fürs Gesicht.
Damit das Halfter auch wirklich an keiner Stelle drückt oder scheuert, könne es der Mensch, so Galenzyka, mit dafür vorgesehenen Lammfellstreifen leicht polstern. Lammfell sei auch als Unterlage für den Sattel bestens geeignet. Modebewusste Pferdeliebhaber verschenken Outfits im gewagten Giraffen- oder Zebra Look.
Pferde, die der Jahreszeit entsprechend ausstaffiert sein wollen, lassen sich gerne Gamaschen, Satteldecken, Ohrenhauben, Stirnbänder, Zaumzeug und Schabracken schenken, vermutet Sandra Link von Reitsport-Hacker in Nürnberg, (Juvenellstraße 15–17). „Vielleicht ist es den Pferden ja auch egal, und lediglich der Mensch findet es toll...“ Ob den Vierbeinern der neueste Schrei zu Weihnachten gefalle, ein Elch- Geweih für Pferdeköpfe, wagt Link zu bezweifeln.
Mit Futter dagegen liege man in Sachen Geschenk auf jeden Fall richtig. Das kann ein Abonnement für ein ganz besonderes Futter oder eine Gemüsekiste aus dem Knoblauchsland sein, eigens mit den Leckerbissen für Pferde bestückt, darunter Rote Bete, Getreide, Äpfel, Karrrotten. Schlecksteine und Spielzeug wie Bälle vertreiben die Langeweile in den Boxen. Für manche Pferde sei ein Hufschmied-Abonnement ein willkommenes Geschenk, weiß Link. Damit ist sichergestellt, dass ein Fachmann alle zehn bis zwölf Wochen nach den Hufen schaut.
Wenn Pferde sich etwas zu Weihnachten wünschen könnten, dann würden sich unter Umständen auch Lehrgänge für ihre Reiter, beispielsweise für Springen oder Dressur, auf der Liste finden. Nicht schlecht ist aus Sicht des Tieres wohl auch eine Pferdesalbe, ein Gel für die Beine, das kühlend wirkt. Pferde, die im Winter geschoren werden, lassen sich mit wasserdichten Decken für draußen mit einer Wattierung zwischen 250 und 400 Gramm beglücken.
Solche Decken sind jedoch nichts für den Stall, sagt Andreas Zitzler, der Inhaber des Reitsportfachgeschäfts Steigbügel in Lauf (Hersbrucker Straße 23). Damit würden die Pferde in den Boxen nur schwitzen. Nach der Bewegung im Freien sind Abschwitzdecken ideal, die aus Materialien bestehen, die den Schweiß schnell aufnehmen und die Feuchtigkeit nicht speichern. Zitzler findet, dass beispielsweise auch Wärmebandagen ein schönes Weihnachtsgeschenk fürs Pferd sind.
Wer sein Tier mit einem neuen Sattel beglücken wolle, der müsse tief in die Tasche greifen. Da sei man gut und gerne mit 3000 Euro dabei, erklärt der Besitzer des gut sortierten Geschäfts. Damit das Pferd gesund und munter bleibt, ist ein passender Sattel von elementarer Bedeutung. Und der sollte nur von einem absoluten Experten individuell abgemessen und von Zeit zu Zeit auch aufgearbeitet werden, empfiehlt Zitzler.
Der Geschäftsmann steht dem weihnachtlichen Hüttenzauber mit Pferden übrigens eher skeptisch gegenüber. „Das schönste Geschenk für ein Pferd ist es sicherlich, wenn man es möglichst artgerecht behandelt, und das zu jeder Zeit.“
