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Mahnung an die Lebenden: Steinkunst in Eichstätt

Künstler Alois Wünsche-Mitterecker und sein Mahnmal in Eichstätt - 16.11.2012 14:08 Uhr

Eichstätt  - "Wie im Krieg." Diese Floskel fällt allzu schnell, wenn wieder einmal eine Scheune brennt oder ein Haus einstürzt oder eine Gasflasche explodiert. Wie wirklich der Krieg aussah, wusste Alois Wünsche-Mitterecker.


Der Künstler schuf die Anlage als Mahnmal der Hinfälligkeit des Menschen und seiner gewalttätigen Bestrebungen.
Der Künstler schuf die Anlage als Mahnmal der Hinfälligkeit des Menschen und seiner gewalttätigen Bestrebungen.
Foto: Steinkunst
Der Künstler schuf die Anlage als Mahnmal der Hinfälligkeit des Menschen und seiner gewalttätigen Bestrebungen.
Der Künstler schuf die Anlage als Mahnmal der Hinfälligkeit des Menschen und seiner gewalttätigen Bestrebungen.
Foto: Steinkunst

Er war Pressezeichner einer SS-Divison. Für etwas anderes war der österreichische Künstler wohl auch im Krieg nicht zu gebrauchen. Seine Fresken in Salzburg haben die Nazis abgeschlagen; bei Kriegsbeginn wurde er zwangseingezogen.


Bilderstrecke zum Thema
Steinkunst in Eichstätt: Bilder des Sterbens - Mahnung an die Lebenden


Die Gräuel, die Toten, die Zerstö­rungen – er musste alles "verarbeiten“. Das hat ihn zu einem einsamen Menschen werden lassen. Nach dem Krieg kam er nach Eichstätt. Dort hat er ein Atelier gemietet und wie ein Ber­serker zu arbeiten begonnen. Nicht mehr als Maler, sondern als „Steinkünstler“, der mit einer bestimmten Gusstechnik Skulpturen aus Zement, Granitsplittern und Basaltbrocken formte, die ein Seitental der Altmühl oberhalb von Eichstätt zu einem verstörenden Schlachtfeld werden lassen.

Das Gesamt­kunstwerk Wünsche-Mittereckers, der 1975 mit 72 Jahren starb, steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Die unheimlich und verstörend wirkenden 78 Figuren sollen, so wollte es der Künstler, ein Mahnmal für die Lebenden sein. 

Kirch


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