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Dieser Umgang mit der Mundart ist für Holger Wienpahl ein sehr gelungenes Beispiel dafür, dass regional gefärbte Sprachunterschiede durchaus verbindenden Charakter haben. Der Fernsehmoderator beobachtet solche Auftritte sehr genau. Schließlich hat er bei einem Ideenwettbewerb des SWR in Baden-Württemberg einen der vorderen Plätze belegt. Der Sender hatte alle Mitarbeiter aufgerufen, ihre Vorstellungen zu konkretisieren und einzuschicken. Wienpahls Konzept für die Sendung „Verstehen Sie was“ wurde ausgewählt und vor wenigen Tagen als Pilotfilm ausgetrahlt.
Die Resonanz war „herausragend“, sagt der Journalist. Mit einem Marktanteil von 13,6 Prozent seien die Erwartungen weit übertroffen worden. Das Mundart-Quiz hatte noch nicht einmal einen der Topsendeplätze, sondern wurde an einem Montagabend um 22.30 Uhr gezeigt. Zuvor hatte ein Mundartstück mit festem Fankreis schon einen Teil der Dialektfreunde im Südwesten auf das dritte Programm gelockt. Dennoch freuten sich Wienpahl und sein Team über rund 600000 Zuschauer aus Baden-Württemberg, dem Saarland undRheinland-Pfalz.
Letztere Region ist übrigens die derzeitige Heimat des kreativen Nordrhein-Westfalen Wienpahl. Er hat in eine „Urpfälzer-Familie“ eingeheiratet, erzählt der kreative Fernsehmann. Dort habe er zunächst nur mit Mühe in die regionale Sprache hinein gefunden, fand sie aber im Laufe der Zeit zunehmend witzig. Diese biografische Vorgeschichte habe den Grundstein für die neue Sendung gelegt, verrät er.
Für den richtigen Pfiff für die Mischung aus Mundart, Spiel und Quiz sorgte die Kölnerin Hella von Sinnen. Sie stellte sich mit Humor den unterschiedlichsten Herausforderungen, die typisch für den Südwesten sind. Diese zeigen sich in den sprachlichen Eigenheiten, in den Sitten und Gebräuchen. Aber auch um Klischees, Vorurteile und Missverständnisse drehen sich die einzelnen Spielszenen und Quizfragen. Die Moderation übernahm Wienpahl selber.
Eine Jury, bestehend aus den beiden Comedians Dominik Kuhn und Christian Habekost entscheidet am Ende, ob die Kandidatin die Ehrenbürgerschaft im Südwesten erhält. Da sich Hella von Sinnen zum Beispiel als „Schwäbische Julia“ in der berühmten Balkonszene von Shakespeare gut geschlagen hatte und auch moselfränkische Lebensweisheit aus Daun in der Eifel nachsprechen konnte, erhielt sie den Titel.
Nun hofft Holger Wienpahl, dass die Show dauerhaft ins Programm übernommen wird und 2013 eine ganze Staffel produziert wird. Er kenne keine vergleichbare Sendung im Deutschen Fernsehen, meinte er. Da auch zunehmend junge Menschen ihr Interesse am Dialekt wiederentdeckten, was im Internet zu beobachten sei, werde ein breites Spektrum an Zuschauern angesprochen. Der Moderator könne sich auch vorstellen, dass sein Konzept in anderen Landstrichen funktioniert. So auch in Bayern.
Schließlich prägen auch in Franken etliche Nuancen die Mundart. Man denke nur an die Unterschiede zwischen Nürnberg und Fürth. Selbst eine „große deutsche Mundartshow“ findet der 47-Jährige reizvoll. Urban Priol müsste dann als einer der ersten Gäste zeigen, dass er neben dem Unterfränkischen auch andere Dialekte versteht.
