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Anbieterwechsel lohnen sich

Fristen einiger Stromlieferanten laufen zum Monatsende aus - 25.11. 21:36 Uhr

DÜSSELDORF  - Millionen Bundesbürger hatten gerade wieder die Hiobsbotschaft in der Post, dass Strom zum 1. Januar schon wieder teurer wird. Bis zu 84 Euro soll ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt im neuen Jahr zusätzlich hinblättern, schlimmstenfalls 155 Euro mehr, wie das Online-Vergleichsportal Check24 berechnet hat.


Verbraucher müssen ab Januar tiefer in die Tasche greifen.
Verbraucher müssen ab Januar tiefer in die Tasche greifen.
Foto: dpa

Statt sich zu ärgern, sollten betroffene Kunden lieber beim teuren Versorger den Stecker ziehen und sich im Sauseschritt einen billigeren Tarif suchen, rät Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher.

Von wegen draufzahlen: Mit einem anderen Stromlieferanten ließe sich 2011 sogar sparen, bestenfalls 150, 200 Euro, je nach Verbrauch. Die Preiserhöhung sei eine günstige Gelegenheit für den schnellen Wechsel, sagt auch Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. Eine Verteuerung eröffnet grundsätzlich das Recht auf außerordentliche Kündigung. Allerdings müssen sich wechselwillige Stromkunden, die bis zum 20. November Post bekamen, jetzt ziemlich sputen. Aufgrund der gesetzlichen Kündigungsfrist bleibt ihnen nur noch Zeit bis zum 30. November, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Bis dahin muss das Kündigungsschreiben beim alten Versorger eingegangen sein – per Brief, E-mail oder Fax. Vorher sollte sich der Kunde schon einen besseren Tarif gesucht haben. Lässt er die Frist ungenutzt verstreichen, muss er die Preiserhöhung wohl oder übel zahlen.

Treu, aber unzufrieden

Bei Autoversicherungen wird alljährlich gefeilscht, gewechselt und gespart, was das Zeug hält. Beim Strom trauen sich nur die wenigsten Bundesbürger umzusteigen. Obwohl die Energie seit Jahren ständig teurer wird und die Unzufriedenheit darüber wächst, sind nach wie vor über 80 Prozent aller Haushalte ihrem lokalen Versorger treu.

„Da wird sehr viel Geld verschenkt“, sagt Peters. Der Wechsel sei gar nicht schwer. Und er klappt in der Regel reibungslos. Niemand muss fürchten, im Dunkeln zu sitzen. Ein Zähleraustausch ist nicht nötig.

Die folgenden Tipps helfen beim Umstieg:

Einen neuen Anbieter finden: Das geht am schnellsten mit Vergleichsrechnern im Internet. Die eigene Stromrechnung vorher raussuchen ist wichtig zum Preisvergleich. Verbraucherschützer empfehlen unter anderem die Tarifportale www.verivox.de, www.toptarif.de oder www.wer-ist-billiger.de. Kunden ohne Internetzugang können sich bei den Verbraucherzentralen vor Ort Rat holen. Wer nicht komplett wechseln will, sollte seinen bisherigen Anbieter nach billigeren Tarifen fragen. Die werden in der Regel nicht aktiv angeboten.

Fallstricke meiden:

Super-Billig-Anbieter, die Vorauskasse oder gar Kaution verlangen zum Beispiel in Höhe des Jahresbetrags, können riskant sein. Geht der Versorger insolvent, ist meist das Geld weg. Vorsicht ist auch bei Festpreisen angebracht. Liegt der Verbrauch darunter, verfällt der schon bezahlte Rest. Verbraucht man mehr, muss teuer nachgekauft werden. “Bei Teldafax oder Flexstrom kann es eventuell Probleme geben“, so Peters. Günstig ist gut. Sensationell Günstiges sollte links liegen gelassen werden.

Auf Details achten:

Je kürzer die Vertragsbindung, desto flexibler bleibt der Kunde. Länger als ein Jahr sollte man sich nicht an einen neuen Anbieter binden, raten Verbraucherschützer. So kann man schnell wieder wechseln, wenn die nächste Teuerung ansteht. Die reguläre Kündigungsfrist sollte möglichst nicht mehr als einen Monat betragen. Ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen ist ebenfalls wichtig.

Sparen ab 2011: Der Wechsel sollte nach maximal acht Wochen über die Bühne sein. Der alte Versorger schickt eine Schlussrechnung. Hakt es beim Neuen, kann man sich an die Bundesnetzagentur in Bonn wenden (www.verbraucherservice-energie@bnetza.de). Sollte der Neue aus irgendwelchen Gründen ausfallen, springt der örtliche Grundversorger nahtlos ein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. 



Berrit Gräber, dapd

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