Aber nur deshalb, weil der Wirtschafts- und Finanzreferent der Stadt vorgewarnt war. „Es war klar, dass ein Abbau bei Areva Deutschland besonders Erlangen hart treffen wird“, sagt er mit Blick darauf, dass hier fast zwei Drittel der deutschen Areva-Mitarbeiter beschäftigt sind.
Nun hofft Beugel darauf, dass das Unternehmen trotz des Sparzwangs seiner sozialen Verantwortung nachkommt: „Ich erwarte von Areva, dass das Unternehmen das ohne betriebsbedingte Kündigungen hinbekommt“, sagte er gestern. Konkrete Zahlen zum geplanten Abbau in der Hugenottenstadt liegen auch ihm noch nicht vor. Doch er bleibt am Ball: „Schließlich ist die Firma nach Siemens der zweitgrößte private Arbeitgeber der Stadt.“
Was sich bereits seit dem Reaktorunfall in Fukushima angedeutet hat, dürfte nun allerdings bittere Realität sein: Die Expansion der deutschen Areva – „die Firma wuchs in den Jahren mit schöner Regelmäßigkeit“, so Beugel – ist erst einmal vorbei. Für ein Grundstück in Eltersdorf, das sich Areva gesichert hatte, um Platz für die Logistik, Labore und für 3000 Arbeitskräfte zu schaffen, muss nun wohl ein neuer Interessent gesucht werden. Auch wenn Beugel bislang „noch nichts Offizielles“ darüber weiß. ob die Firma auf ihre Grundstücks-Option verzichtet.
Nun hofft Beugel, dass Areva den Stellenabbau über Jahre hinweg streckt. Bei 800 wegfallenden Stellen in fünf Jahren, wären das im Schnitt 160 pro Jahr, rechnet er mit Verweis auf die rein hypothetischen Zahlen vor. „Momentan ist der Arbeitsmarkt für Ingenieure aufnahmebereit. Es gibt noch immer viele unbesetzte Stellen in einigen Siemens-Bereichen“, macht der Wirtschaftsreferent den von den Sparplänen potenziell Betroffenen Hoffnung.
Doch bis Einzelne bei Areva erfahren werden, wie die Pläne sie persönlich betreffen, wird noch einige Zeit vergehen. Nun beginnen erst einmal die Verhandlungen zwischen Unternehmen und Betriebsrat. Der machte gestern schon einmal deutlich, dass er es dem Areva-Management nicht einfach machen wird: „Übereilte Maßnahmen wird es nicht geben. Unvermeidbare Anpassungen müssen sozialverträglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen darf es nicht geben. Ein politisch akzentuierter und überzogener Abbau wird nicht akzeptiert“, heißt es in einer Mitteilung.