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Bayerische Gründerpreise verliehen

Fürst und Wabe geehrt - 26.05. 20:01 Uhr

NÜRNBERG  - „Eine reibungslose Unternehmensnachfolge – die gibt es nicht!“ Offen und überzeugend sagt Christine Bruchmann diesen Satz. Die 51-Jährige weiß, wovon sie spricht: 2005 kehrte sie in das Dienstleistungsunternehmen Moritz Fürst GmbH zurück, das ihr Vater Manfred Kaiser fast 40 Jahre lang von einer 30-Mann-Firma zum Mittelständler mit 3500 Angestellten ausgebaut hatte.


Der heute 81-Jährige überließ seiner Tochter daraufhin immer mehr Verantwortung, heute ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der Fürst Gruppe. „Was mir dabei geholfen hat, mich auch gegen meinen Vater durchzusetzen, war die eigene Karriere, die ich vor meiner Rückkehr zwanzig Jahre lang aufgebaut hatte“, sagt Bruchmann. Die Managerin führte Personalgespräche ein, eröffnete zwei weitere Standorte und ein neues Tochterunternehmen, das auf Outsourcing spezialisiert ist. Heute arbeiten 4800 Mitarbeiter bei der Fürst Gruppe, die im Jahr 2011 einen Umsatz von etwa 60 Millionen Euro erwirtschaften wird.

Aus diesem Grund ehrte der bayerische Sparkassenverband die Fürst Gruppe mit dem diesjährigen bayerischen Gründerpreis in der Kategorie Nachfolge. „Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist auch eine Form der Gründung und des Neuanfangs“, erläuterte Vizepräsident Rudolf Faltermeier die Wahl des Dienstleistungsanbieters. Außerdem wurde in derselben Kategorie auch die Firma Langmatz GmbH aus Garmisch-Partenkirchen bedacht, die mitten im Tourismustrubel elektronische Komponenten für Energieversorgung, Elektromobilität und Telekommunikation entwickelt, fertigt und vertreibt.

Der Erlanger Verein Wabe e.V., der sich der Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen in die Gesellschaft verpflichtet hat, darf sich in diesem Jahr über den Sonderpreis für soziales Engagement freuen. „Wir sind es nicht gewohnt, dermaßen im Fokus zu stehen“, sagte Andreas Trzcinski von Wabe. Psychisch kranke Menschen stünden heute immer noch sehr häufig am Rande der Gesellschaft. Bei Wabe werden 150 betreute Arbeitsplätze angeboten. Darüber hinaus gibt es einen Bereich für betreutes Wohnen. 2012 solle ein Begegnungszentrum im Herzen Erlangens eröffnet werden.

Weitere Preise wurden 2011 an Firmen außerhalb Mittelfrankens vergeben. In der Kategorie Konzept konnte die Rodung Automobile GmbH die Jury überzeugen, die sich auf Carbonfaser-verstärkten Kunststoff für den Karosseriebau spezialisiert hat. Anfang 2012 soll darüber hinaus der sogenannte Roding Roadster auf den Markt gebracht werden – ein handgearbeiteter Sportwagen in Leichtbauweise.

Die GP Joule GmbH aus Buttenwiesen, die erneuerbare Energieprojekte entwirft und errichtet, gewann in der Kategorie Start-Up. Die BayPack GmbH aus Türkheim revolutioniert den Verpackungsmarkt, indem sie eine Kombination aus Versandverpackung und Verkaufsverpackung anbietet. Die Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH aus Schwandorf wiederum stellt unter Beweis, dass man mit Spezialglas weltweit erfolgreich sein kann. Typisch bayerisch ist in diesem Jahr die Verleihung des Ehrenpreises für ein erfolgreiches Lebenswerk: Er ging an Werner Brombach dafür, dass er das Erdinger Weißbier in 87 Ländern dieser Erde bekannt gemacht hat – ein echter Patron Bavariae eben. 



Sebastian Linstädt

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