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Deren Kosmetik basiert auf einem Enzymdrunk, Rechtsregulat genannt, das das körpereigene Emzymsystem aktivieren und Schäden reparieren soll. Damit wagte sich das 1939 gegründete oberbayerische Unternehmen von der inneren zur äußeren Anwendung.
Auf der Vivaness 2011 wurde das Produkt samt Werbegesicht Sawatzki zum ersten Mal präsentiert. Danach ging es los: von Null auf 250. In so vielen Naturkosmetikgeschäften und Reformhäusern sind die Produkte seitdem gelistet. Die Adress-Datei – bekanntlich ein Pfund, mit dem Unternehmen wuchern können – umfasst bereits 3500 Händler, rund 10000 Heilpraktiker und etwa 10000 Endkunden. Ein Start, der die Erwartungen des Unternehmens deutlich übertraf. Nach der diesjährigen Messe sollen es noch einige mehr werden. Mit der Biosupermarktkette Ebl sei man unter anderem im Gespräch. heißt es. Und auch die Apotheken nimmt Niedermaier jetzt ins Visier.
Das wird ein Kraftakt für das Unternehmen, wie Sprecherin Stefanie Priller einräumt. Die Apotheken sind bei Kosmetikfirmen mit medizinischem Anspruch ein beliebter Vertriebsweg, genießen sie doch beim Endverbraucher eine hohe Glaubwürdigkeit.
Der Markt ist ein Verdrängungsmarkt. Konventionelle Kosmetik gegen konventionelle Kosmetik, Naturkosmetik gegen konventionelle Kosmetik und – trotz Wachstumsraten – auch Naturkosmetik gegen Naturkosmetik. Die kuschligen Zeiten sind in der Biobranche längst vorbei, das Geschäft ist genauso ein hartes Business wie jedes andere auch. „Ich muss als Unternehmen meine Vorzüge gut verkaufen“, sagt Priller
Und so müssen Innovationen her und ein stimmiges Marketing. Ausruhen? Stillstand? Das kann sich kaum einer in der Branche erlauben.
Die Firma Lavera etwa hat wieder zahlreiche Produkte „gerelauncht“, wie es auf Neudeutsch heißt. „Bei dem Gesichtspflege-System fällt der Begriff Faces weg“, erklärt Lavera-Sprecherin Sabine Kästner. „Mit unseren neuen Bezeichnungen kann der Kunde gleich das richtige Produkt für seinen Hauttyp erkennen und sich ohne große Beratung orientieren. Auch die Linie für den Körper heißt nicht mehr BodySpa, sondern wird mit Namen wie Rose Garden, Honey Moments oder Lime Sensation jetzt zum „Dufterlebnis“.
Hart gearbeitet wurde auch an der Weiterentwicklung der Sonnenmilch, die es künftig auch mit Lichtschutzfaktor 30 geben wird, statt wie bisher bis maximal 20. „Der Unterschied ist zwar nicht groß, mit Lichtschutzfaktor 20 werden UVB-Strahlen zu 95 Prozent abgeschirmt, mit 30 sind es 97 Prozent. Aber der Kunde will so ein Produkt.“
Auch bei der dekorativen Kosmetik wird geforscht und entwickelt, was das Zeug hält. Für die Unternehmen eine besondere Herausforderung. Der Kunde will die aktuellen Modefarben und die Haltbarkeit der konventionellen Kosmetik auch in Bio-Qualität. Mit Farben wie „Peach-Amber“ will Lavera im Frühjahr Wangen und Augen ihrer Kundinnen strahlen lassen. Schlammtöne sollen für einen schönen und vor allem geheimnisvollen Augenaufschlag sorgen — ohne düster zu wirken. Für die richtige Portion Pflege soll die eigens entwickelte Bio-Blütenbutter sorgen.
Ein inneres Leuchten will die Firma Dr. Hauschka auf die Lippen zaubern. „Inner Glow“ heißt die Linie mit fünf Lippenstiften – von Rosenholz für jeden Tag bis zum dramatischen Rot. Gleichzeitig greift die Firma aus Bad Boll auf ihr langjähriges anthroposophisches Wissen zurück. Auszüge aus Rosenblüten und Wundklee, Candelilla- und Carnaubawachs sollen für samtweiche Lippen sorgen.
Auf Schönheit von innen setzt auch Michael Droste-Laux. Weniger draufschmieren, sondern mehr ausleiten – das ist seine Devise. Die von ihm entwickelte gleichnamige Pflegelinie setzt darauf, dem Körper zu helfen, das richtige Säure-Basen-Gleichgewicht zu finden. Ein Thema, das – wie er glaubt – in den nächsten Jahren erst noch richtig kommen wird. „Ich sage nicht, dass basisch nur gut und sauer generell schlecht ist, Auch sind nicht alle Menschen übersäuert, denn ein gesunder Organismus scheidet überschüssige Säuren über die Nieren aus. Aber bei vielen Menschen lässt die Pufferkapazität nach“, sagt er.
Da setzen die zwölf Produkte des Unternehmens an, vom regulierenden Tee über das Bad bis hin zu Creme und Maske, die einem ph-Wert von 7,4 alle im leicht basischen Bereich liegen. Wie gut das für die Haut sei, könne man etwa daran sehen, dass beispielsweise Nagelbettentzündung mit Schmierseifenbädern schneller abheilten. „Oder nehmen sie die Seife der Firma Speick, die einen extrem hohen ph-Wert hat“, wirbt er für das Produkt der Konkurrenz.
Am Stand des einst als Feinseifenwerkes Walter Rau gegründeten Unternehmens bestätigt man gern, dass die Speick-Seife – basierend auf dem gleichnamigen Baldriangewächs – seit Jahren ein Bestseller ist. Seit mehr als 80 Jahren, um genau zu sein. „Zwischen 9,8 und 10,0 liegt der ph-Wert unserer Seife“, bestätigt eine Sprecherin. Längst rankt sich auch darum eine ganze Naturpflege-Serie.
Andrea Sawatzki aber hat ihr Produkt gefunden. Als die Firma Niedermaier vor drei Jahren auf sie zukam, war sie bereit, sich deren Produkte genauer anzuschauen. „Ich habe in meinem Leben schon so ziemlich alles probiert – richtig teure Cremes, aber auch Naturkosmetik.
Aber nichts hat so richtig geholfen. Wenn ich nervös bin oder die Luft so trocken ist, bekomme ich leicht rote, allergische Flecken“, erzählt die Schauspielerin. Nachdem sie drei Monate lang die Produkte getestet hatte, war sie überzeugt. „Ich muss mir schon genau überlegen, für wen oder was ich meinen Namen hergebe“, sagt sie. Etwa sieben Anfragen bekommt sie jedes Jahr – vom Teppichbodenhersteller bis hin zu Wohltätigkeitsprojekten.
Auch ihr Ehemann, der Schauspieler Christian Berkel, verwendet die Produkte. Überreden musste sie ihn nicht, erzählt sie und strahlt wieder: „Er war ganz schnell dabei.“
Mi. 23.05.12
Mi. 16.05.12
Mi. 16.05.12
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