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Das vom Veranstalter propagierte Schwerpunktthema „Toys 3.0“ – die Verknüpfung von Smartphone, Tablet und Computer mit klassischen Spielzeug wie Modelleisenbahn, Plüschtier oder Baukasten – stieß nicht bei allen Beteiligten auf Gegenliebe. Bei den Herstellern von Holzspielzeug beispielsweise. Sie hatten sich in einer Petition an die Messeleitung dagegen ausgesprochen, schon für Kleinkinder elektronische Spielwaren zu propagieren. Messechef Ernst Kick stellte gestern klar: „Das Thema iToys ist erst für die Altersgruppe ab acht Jahren relevant – und nicht an Kleinkinder gerichtet.“ Zudem erwartet er eine „friedliche Koexistenz“ der unterschiedlichen Spielformen.
Auch Jürgen Brobeil, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Spielwarenindustrie, betonte: „Wenn Kinder sehen, was Erwachsene mit iPad und Co. anstellen, fahren sie natürlich auch darauf ab und sind interessiert. Aber sie erwerben dadurch auch gleichzeitig die Fähigkeiten, die sie später im Leben brauchen können“.
BVS-Geschäftsführer Fischel sieht in den iToys „keine Konkurrenz für die klassischen Spielwaren, sondern sie bieten neue Spielvarianten und weiten so den Spielwarenmarkt aus“. Darauf müsse sich der Fachhandel einstellen. Mit innovativen Sortimenten könnten die Händler trotz Drucks auf die Margen und wachsender Online-Konkurrenz weiterhin punkten, sagte Fischel. In diesem Jahr erwartet der BVS eine stabile Entwicklung im Inland. „Plus/minus Null wäre realistisch und positiv, plus ein Prozent wäre schon Champions League“, sagte BVS-Geschäftsführer Fischel.
Das Rüstzeug für die Champions- League-Teilnahme holten sich rund 73500 (Vorjahr: 76000) Besucher der Spielwarenmesse an sechs Messetagen. Die Spielwarenmesse sei „ein Laufsteg für Marken und Menschen“, so Fischel. Nur wer in Nürnberg Flagge zeige, „weiß, was 2013 gespielt wird“.
Mit dem Messeverlauf zeigten sich Veranstalter, Aussteller und Fachbesucher gleichermaßen zufrieden. „Wir hatten richtig viel zu tun.“ Dies war nach Brobeils Worten sein meistgehörter Satz in den vergangenen Messetagen. 2747 Aussteller aus 60 Ländern waren nach Nürnberg gekommen. 91,3 Prozent gaben bei einer Befragung an, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen. Auch knapp 90 Prozent der Fachbesucher wollen dies tun. Deren Internationalität ist sehr zur Freude von Messechef Kick erneut gestiegen. 80 Prozent der ausländischen Gäste kamen aus Europa. Weniger Einkäufer reisten aus Südeuropa an. Dies wertet Kick nicht nur als Zeichen der Wirtschaftskrise in diesen Regionen. Auch schlechtere Flugverbindungen nach Nürnberg hätten durchgeschlagen. So sei je ein Direktflug nach Italien und Großbritannien weggefallen: „Aus beiden Ländern kamen weniger Gäste.“ Auch hohe Hotelkosten schreckten manche Besucher ab, beklagte Kick.
Für den Messechef ist nach der Messe vor der Messe: Die letzten Fachbesucher hatten gestern das Gelände noch nicht verlassen, da galten Kicks Gedanken schon der Veranstaltung im nächsten Jahr. Neue Zielgruppen sollen erschlossen werden, kündigte er an. Etwa durch einen stärkeren Fokus auf den Bereich Babyartikel. Hersteller von Kinderwagen, Autositzen oder Möbeln fürs Babyzimmer sollen 2014 das Angebot der Messe ergänzen. Zum 65. Mal, „ein kleines Jubiläum“, geht die Messe dann am 29. Januar 2014 an den Start – mit zusätzlicher Ausstellungsfläche in der neuen Halle 3A. Sie wächst derzeit planmäßig aus dem Boden.