Es gab sogar Applaus für das Management, wie Teilnehmer berichteten. Dabei ist bislang nicht einmal klar, wie viele der 1500 Stellen in Deutschland, die der Konzern abbauen will, am deutschen Unternehmenssitz in Franken gestrichen werden sollen.
Die zuversichtliche Haltung bei den meisten Beschäftigten gründet nach Aussagen der Konzernbetriebsratsvorsitzenden Heidi Heinlein vor allem darauf, dass die einzelnen Geschäftsgebiete in der Versammlung gute Perspektiven aufgezeigt haben – sowohl, was laufende Aufträge und feste Projektzusagen angeht, als auch in Bezug auf Projektplanungen. „Das hat den Beschäftigten deutlich gemacht, dass es weiter geht“, sagte die Arbeitnehmervertreterin.
Bislang gab es noch keine konkreten Verhandlungen über den Personalabbau. Sie sollen erst Ende März beginnen, wenn die vom Betriebsrat beauftragten Gutachter ihre Stellungnahmen formuliert haben. Aber Heinlein sieht durchaus gute Chancen, einen Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne zu bringen.
Das hatte das Management in Paris und in Erlangen bereits zugesagt. „So düster ist unsere Zukunft nicht“, resümierte sie. Zudem werde „nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“.
Sicher werde es Einschnitte geben, aber sie hat nach den Erfahrungen der letzten Wochen das Gefühl, „dass es bei den Verhandlungen fair und partnerschaftlich“ zugehen könne. Wichtig sei nun vor allem, die Unsicherheit bei den Beschäftigten möglichst schnell zu beenden. In Deutschland arbeiten rund 5900 Menschen für Areva, etwa 3800 davon in Erlangen.
Der französische Nuklearkonzern hatte am späten Donnerstagabend auch Umsatzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht. Laut Areva gingen die Erlöse um 2,6 Prozent auf 8,87 Milliarden Euro zurück. Allerdings habe das Auftragsvolumen trotz der Atom-Katatstrophe in Japan um 3,1 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro zugenommen. Es wäre noch höher ausgefallen, aber nach Fukushima wurden bis Jahresende Aufträge im Volumen von 464 Millionen Euro storniert.
Über die Höhe der Verluste machte der Konzern noch keine Angaben. Allerdings hatte Areva den geplanten Stellenabbau im Dezember auch damit begründet, für das Jahr 2011 einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro zu erwarten. Der Sanierungsplan sieht daher vor, bis 2015 jährlich eine Milliarde Euro einzusparen. Weltweit arbeiten für Areva rund 50000 Mitarbeiter.
Sa. 28.01.12
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