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Gründerkredit Mittelfranken: Alles nur ein Strohfeuer?

Bilanz der regionalen Initiative für Existenzgründer - 17.02. 19:13 Uhr

NÜRNBERG  - Vor gut einem Jahr haben die mittelfränkischen Kammern zusammen mit Finanzinstituten mit der Förderbank LfA den "Gründerkredit Mittelfranken" vorgestellt. Er sollte es mit einem standardisierten Verfahren und einer Vorauswahl durch die Kammern Existenzgründern erleichtern, an Geld zu kommen. Eine Bilanz.

Eine dynamische Wirtschaft lebt von Existenzgründern – und Existenzgründer davon, für den Start an Geld zu kommen. Die Kammern helfen dabei.
Eine dynamische Wirtschaft lebt von Existenzgründern – und Existenzgründer davon, für den Start an Geld zu kommen. Die Kammern helfen dabei.
Foto: dpa
Eine dynamische Wirtschaft lebt von Existenzgründern – und Existenzgründer davon, für den Start an Geld zu kommen. Die Kammern helfen dabei.
Eine dynamische Wirtschaft lebt von Existenzgründern – und Existenzgründer davon, für den Start an Geld zu kommen. Die Kammern helfen dabei.
Foto: dpa

Bernhard T. ist Physiotherapeut. Die Ausbildung hat er bereits mit dem Ziel begonnen, sich irgendwann selbstständig zu machen. Im vergangenen Jahr war der Entschluss so weit gereift, dass er in die Tat umgesetzt werden sollte. Nun ging es darum, für die Praxiseinrichtung das nötige Kapital zu beschaffen. Beim Nürnberger Institut für Freie Berufe (IFB) riet man ihm zum „Gründerkredit Mittelfranken“. Er musste einen Geschäftsplan einreichen, der sich an den Standards des Gründerkredits orientierte, und ging mit einer Empfehlung des IFB zu seiner Hausbank. Innerhalb von zehn Tagen bekam er eine Kreditzusage.

So oder so ähnlich lief es bei einigen Existenzgründern in der Region – aus den Bereichen des IFB, der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer. 1,1 Millionen Euro an Krediten wurden 2011 über die Initiative organisiert. Rund 250 Interessenten hatten sich insgesamt für das Produkt interessiert, nur ein Teil davon erhielt nach einer Vorprüfung eine Empfehlung der Standesvertretung, knapp 30 davon schließlich einen Gründerkredit, hieß es aus dem Kreis der Beteiligten.



Trotz dieses Erfolgs gibt es den Gründerkredit in seiner ursprünglichen Form mit einer Risikoübernahme durch die LfA Bayern nicht mehr. Der Grund: Im Laufe des Jahres 2011 verbesserte die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Konditionen für ihr Produkt „Startgeld“, senkte die Zinsen und erhöhte die Risikoübernahme auf 80 Prozent. Das Startgeld war daher sowohl für Kunden als auch für die Hausbanken attraktiver als der Gründerkredit.

War also alles nur ein Strohfeuer? Mitnichten, sagen die Beteiligten: Werner Wendler, der Leiter Sonderfinanzierungen bei der Sparkasse Nürnberg, lobt vor allem, dass die Unterlagen der Antragssteller durch das vorgeschaltete Beratungs- und Bewertungsverfahren der Kammern deutlich professioneller geworden seien. „Das macht uns die Arbeit etwas leichter“, sagt er. „Die Beratung und die Zusammenarbeit waren das Ausschlaggebende“, bestätigt auch Herbert Antes von der LfA in Nürnberg.

Chancen auf Darlehenszusagen steigen

Auch die Erfahrungen des IFB und der Handwerkskammer waren durchweg positiv: „Die Chancen, Kredite zu bekommen, wurden dadurch verbessert“, glaubt Alexander Fortunato vom IFB. Die Vorarbeit und die Stellungnahme der Kammern hätten den Antragstellern die „Gewissheit gebracht, dass ihre Anträge bei den Banken ernsthaft geprüft werden“ – nicht immer eine Selbstverständlichkeit bei Kreditsummen im niedrigen fünfstelligen Bereich.

Darum wird das Verfahren auch ohne das Produkt „Gründerkredit Mittelfranken“ weitergeführt. Unter neuem Namen: Künftig werden Kammern und Banken in der „Gründerinitiative Mittelfranken“ weiter zusammenarbeiten.

Für Klaus Pfattheicher, Leiter Betriebsberatung der Handwerkskammer, ein absolut richtiger Schritt: „Es war beispielsweise nicht einfach, die Anforderungen für die Kreditanträge (bei den verschiedenen Hausbanken) unter einen Hut zu bringen.“ Um dieser Erfolge im Miteinander der Beteiligten willen wären es seiner Meinung nach viel zu schade, „das Ganze im Sande verlaufen zu lassen.“ 



Josef Hofmann

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