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Italiener setzen nach Biolebensmittelskandal auf Transparenz

Schadensbegrenzung im Schweinestall - 17.02. 08:00 Uhr

NÜRNBERG  - Nirgendwo sonst in Europa gibt es mehr Bio-Unternehmen als in Italien. Über 47500 Landwirte, Verarbeiter und Händler zählte das italienische Agrarministerium im Jahr 2010. Um insgesamt 300 Millionen Euro legte die Bio-Branche im selben Jahr zu, machte knapp zwei Milliarden Euro im Inland und eine Milliarde mit Exporten.

Die Großmetzgerei Savigni aus dem Appenin setzt als Familienbetrieb nicht nur auf Tradition, sondern auch auf eigene Entwicklungen. 2012 haben sie eine spezielle "Crema di lardo", eine Schweineschmalz-Kreation, mitgebracht.
Die Großmetzgerei Savigni aus dem Appenin setzt als Familienbetrieb nicht nur auf Tradition, sondern auch auf eigene Entwicklungen. 2012 haben sie eine spezielle "Crema di lardo", eine Schweineschmalz-Kreation, mitgebracht.
Foto: Harald Sippel
Die Großmetzgerei Savigni aus dem Appenin setzt als Familienbetrieb nicht nur auf Tradition, sondern auch auf eigene Entwicklungen. 2012 haben sie eine spezielle "Crema di lardo", eine Schweineschmalz-Kreation, mitgebracht.
Die Großmetzgerei Savigni aus dem Appenin setzt als Familienbetrieb nicht nur auf Tradition, sondern auch auf eigene Entwicklungen. 2012 haben sie eine spezielle "Crema di lardo", eine Schweineschmalz-Kreation, mitgebracht.
Foto: Harald Sippel

Auf den Höhenflug folgte im Dezember 2011 der Dämpfer: Seit 2007 wurden insgesamt 700000 Tonnen Lebensmittel im Wert von 220 Millionen Euro mit falscher Kennzeichnung verkauft. Ein Skandal, der auch deutsche Verbraucher verunsichert – in einer Branche, die Glaubwürdigkeit verkauft.

Die mit 380 Ausstellern größte Gruppe an ausländischen Ausstellern will die diesjährige Biofach nutzen, um aufzuklären und vor allem ihre kauffreudigen Kunden aus Deutschland stärker an sich zu binden.

Wenn sich Nicolò Savigni an den Etikettenschwindel erinnert, kann der Metzger aus dem Apennin nur den Kopf schütteln. „Das wirft das Ansehen der Branche heftig durcheinander“, sagt Savigni, dessen Familienbetrieb auch nach Deutschland liefert. Die Leute hätten zwar nicht weniger eingekauft, aber sehr viel kritischer nachgefragt. Die Savignis setzen auf Transparenz und laden die Öffentlichkeit zu Führungen durch ihren Stall mit 900 Schweinen ein.



Auch Bruno Castagno ärgert sich über „die schwarzen Schafe“ in der Branche. Die Kunden kennen und vertrauen dem Pasta-Hersteller zwar „mehr denn je“, weil die Firma seit ihrer Gründung 1912 die Lieferanten persönlich kenne. „Die Leute kennen den Unterschied zwischen denen, die lieben, was sie tun und denen, die das nicht tun“, sagt Castagno. „Solche Betrüger sind nichts als einfache Kriminelle“, meint auch Roberto Fiorentini, ein Reis- und Getreidesnack-Hersteller aus Turin.

Eine Sprecherin des nationalen Verbandes „bioagricert“ gibt indessen zu Protokoll, dass der Aufarbeitungsprozess immer läuft. Die Zertifizierungsstelle will dem nationalen, aber auch dem deutschen Verbraucher das Vertrauen in die italienischen Produkte zurückgeben stellt sie klar: „Augenscheinlich haben ein paar offizielle Stellen ein Auge zugedrückt“, sagt sie. „Italien wird aufpassen, dass das nicht noch einmal passiert.“ 



amu

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