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Trix und Lehmann gehören seit ihrer jeweiligen Insolvenz zu Märklin, Arnold wanderte nach der Pleite über die italienische Rivarossi zur Firma Hornby. Und Fleischmann ist heute, im Jahr des 125. Bestehens der Firma, Teil der österreichischen Modelleisenbahn Holding und damit eine Schwestermarke des einstigen Konkurrenten Roco.
Wie bei vielen Firmen aus dem Spielwarenbereich, lagen auch bei Fleischmann die Wurzeln in der Produktion von Gegenständen des alltäglichen Bedarfs. Den Grundstein der Firma legt Jean Fleischmann am 9. Mai 1887 mit der Gründung einer Gravieranstalt in Nürnberg. Gussfiguren, Briefbeschwerer und Schreibzeug gehören zu den Produkten der ersten Stunde.
Der Einstieg in die Spielwaren-Welt gelang Fleischmann bereits elf Jahre später mit Schiffsmodellen, magnetischen Schwimmtieren und Schwanenteichen aus Blech. Teilweise hatten sie bereits einen Antrieb – zum Aufziehen. Schiffsmodelle entwickelten sich zu einer Spezialität der Nürnberger. Fleischmann stellte sogar Lehrmodelle großer Überseedampfer für Seefahrtschulen her.
In den 1920er und 1930er Jahren wurde das Sortiment um Karussells und mechanische Figuren, Dampfmaschinen und Kreisel erweitert. Erst mit der Übernahme der Nürnberger Firma Doll & Co. im Jahr 1938 gelang der Einstieg ins Geschäft mit elektrischen Eisenbahnen.
Während des Krieges wurden unter anderem Patronengurte und andere Kriegsgüter hergestellt, nach Ende des Krieges hielt die Familie die Firma mit der Fertigung von Kartoffelschälern, Vorhangstangen und Möbelschlössern über Wasser. Erst 1948 war wieder das nötige Geld vorhanden, in Modelleisenbahnen zu investieren – vorerst aus Blech. Fleischmann ging mit der Zeit und stellte ab dem Ende der 1950er Jahre auch Kunststoff-Modelle her. Diese Fertigungsmethode machte es zehn Jahre später einfacher, die ersten Modelle im Maßstab 1:160 für die Spur N auf den Markt zu bringen.
Parallel dazu folgte Fleischmann dem deutschen Autoboom und nahm für zwei Jahrzehnte elektrische Autorennbahnen ins Sortiment. Anfang der 90er Jahre startete die Firma mit dem ICE für H0 in die Hochgeschwindigkeitsära aus Schienen.
Die Modelle wurden immer aufwendiger: Ab 1994 legte sich beispielsweise der Pendolino in H0 und N dank seiner funktionsfähigen Neigetechnik zuverlässiger als sein Vorbild in die Kurven und die aufkommende Digitaltechnik brachte die individuelle Steuerung von Licht und Geräuschen in die Modelle. Diese Investitionen fraßen das Kapital der Firma auf. 2008 wurde sie von der österreichischen Modelleisenbahn Holding übernommen. Unter ihrem Dach macht Fleischmann wieder Gewinne.
Die Firmengeschichte von Fleischmann kann man in einer Ausstellung im Stadtmuseum Schwabach hautnah erleben. Jeweils Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr.