26°C
Donnerstag, 24.05. - 15:09 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Trotz guten Starts: Neuer Puma-Chef hat viel zu tun

"Wir waren schon mal heißer" - 16.02. 15:00 Uhr

HERZOGENAURACH  - Franz Koch steht Usain Bolt in nichts nach – zumindest beim Start. Da legte der neue Puma-Chef ein ähnliches Tempo vor, wie es der jamaikanische Ausnahmeathlet auf der Tartanbahn (fast) regelmäßig zu tun pflegt. Koch, der den Staffelstab im vergangenen Jahr vom langjährigen Vorstandvorsitzenden Jochen Zeitz übernommen hatte, konnte am Mittwoch auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz gleich mit Bestwerten glänzen: Der Sportartikelhersteller nahm die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro.

Seit ein paar Monaten steht Franz Koch an der Spitze des Sportartikelherstellers Puma. Schon bald soll der Konzern „meine Handschrift und die meines Teams stärker tragen“, kündigte der 32-Jährige gestern an.
Seit ein paar Monaten steht Franz Koch an der Spitze des Sportartikelherstellers Puma. Schon bald soll der Konzern „meine Handschrift und die meines Teams stärker tragen“, kündigte der 32-Jährige gestern an.
Foto: dpa
Seit ein paar Monaten steht Franz Koch an der Spitze des Sportartikelherstellers Puma. Schon bald soll der Konzern „meine Handschrift und die meines Teams stärker tragen“, kündigte der 32-Jährige gestern an.
Seit ein paar Monaten steht Franz Koch an der Spitze des Sportartikelherstellers Puma. Schon bald soll der Konzern „meine Handschrift und die meines Teams stärker tragen“, kündigte der 32-Jährige gestern an.
Foto: dpa

Doch dies ist nur ein kleiner Sieg auf einer langen Etappe, die Puma vor sich hat. Das nächste Zwischenziel ist die Umsatzhürde von vier Milliarden Euro, die Puma bis Ende 2015 übersprungen haben will. Bis dahin sind jedoch noch einige Trainingseinheiten zu absolvieren.

Zuerst einmal will Koch den Konzern, der seit vergangenem Jahr eine europäische Aktiengesellschaft ist und nun unter Puma S.E. firmiert, wieder näher zu seinen Wurzeln zurückführen. Zuletzt wurden nur noch 35 Prozent des Umsatzes von 3,009 Milliarden Euro mit Sportprodukten erwirtschaftet. Diesen Anteil will der 32-Jährige auf 40 Prozent aufstocken. Das Segment Lifestyle soll hingegen von 65 auf 60 Prozent schrumpfen.



Den Sportbereich sollen unter anderem Partnerschaften stärken wie die mit Borussia Dortmund ab kommender Saison. Puma rüstet den aktuellen Deutschen Meister acht Jahre lang aus und soll sich dies – so wird gemunkelt – rund 50 Millionen Euro kosten lassen. Die Partnerschaft ist wichtig für Puma, sollen doch vor allem „die Kids“ ihre Fußball-Idole in Schuhen mit Raubkatzen-Logo spielen sehen. „Die Kunden sollen uns als Schuhmarke wahrnehmen“, sagt Koch

Eine „stärkere Ausrichtung auf die Zielkunden“ heißt so viel wie: die Marke neu zu justieren. Zeitz hatte sie als junger Vorstandschef entstaubt und zu einer der begehrtesten gemacht. Dieses Niveau konnte lange gehalten werden. Doch jetzt scheint wieder Handlungsbedarf zu bestehen. „Uns ist nicht verborgen geblieben, dass Puma schon mal heißere Tage hatte“, sagte Koch.

Diese Zeiten sollen auch wieder heraufbeschworen werden, indem die derzeit weltweit rund 500 eigenen Geschäfte auf Rentabilität überprüft und entweder geschlossen oder neu ausgerichtet werden. An attraktiven Standorten – vor allem in Wachstumsregionen – werden zudem neue eröffnet. Überhaupt sollen die sechs großen Zukunftsmärkte Brasilien, China, Indien, Russland, Südkorea und Mexiko, die sich für Puma 2011 als Wachstumstreiber erwiesen, mittelfristig 22 statt jetzt 15 Prozent zum Umsatz beitragen. Der Anteil der etablierten Märkte USA, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien soll künftig hingegen nur noch bei 38 statt wie bisher bei 48 Prozent liegen.

Dazu sollen auch sportliche Großereignisse verhelfen – für die Branche sind es zwei, für Puma drei. Neben der Fußball-EM und den Olympischen Spielen treten die Herzogenauracher wieder mit einem eigenen Boot beim Volvo Ocean Race an. Mit der nicht ganz billigen Teilnahme an der härtesten Segelregatta der Welt will Puma sowohl für sich als Marke werben wie auch für seine Kompetenz bei Outdoor-Bekleidung. Dieses Segment ist eines der stärksten der Sportartikelbranche mit Wachstumsraten von etwa 20 Prozent pro Jahr. „Wir kommen nicht über die Berge, sondern übers Wasser“, sagte Koch. Allerdings ließ er unerwähnt, wieviel die Segelkollektion zum Umsatz beiträgt.

Die Kollektion beinhaltet auch eine Jacke, die aus recycelten PET-Flaschen und recyceltem Polyesterfasern hergestellt wird und – nach Entfernung der Reißverschlüsse – kompostierbar sein soll. Bis 2015 will Puma für die Hälfte der Produktion nachhaltige Materialien verwenden. Heute beträgt der Anteil 16 Prozent. Koch sieht die größte Herausforderung bei der Herstellung der Schuhe. Allerdings könnte die auch in der Materialbeschaffung für T-Shirts liegen. Der weltweit produzierte Bio-Anteil bei Baumwolle beträgt heute erst fünf bis sechs Prozent. Gleichzeitig entdecken immer mehr Bekleidungsfirmen das Öko-Thema für sich.

Im vergangenen Jahr waren die Beschaffungspreise und die Lohnkosten gestiegen, was weitgehend an die Verbraucher weitergegeben werden konnte. Unterm Strich stieg der Konzerngewinn von 202 auf 230 Millionen Euro. Den Aktionären soll eine um 20 Cent auf zwei Euro gestiegene Dividende vorgeschlagen werden. Nach dem weiteren Rückkauf eigener Aktien liegen gut 75 Prozent der Anteile bei der französischen Mutter PPR, in deren Verwaltungsrat Jochen Zeitz nun sitzt.

Wie er bemüht auch sein Nachfolger Franz Koch das Bild vom Marathon, den er vor sich habe, während Usain Bolts Lauf meist schon nach einem kurzen Sprint beendet ist. Und anders als der Athlet und Puma-Werbeträger kann es sich der sportliche Puma-Chef nicht leisten, kurz vorm Zieleinlauf mal eben das Tempo zu drosseln. 



Anja Kummerow

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Zum Thema
Puma
Branche:
Sportartikel
Sitz, Standort:
Herzogenaurach


Kurzbeschreibung:
Puma ist einer der weltweit führenden Sportartikelhersteller mit über 9.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen wurde 1948 von Rudolf Dassler gegründet, während sein Bruder Adi die Konkurrenzfirma Adidas aufbaute.
In der Puma-Zentrale in Herzogenaurach sind 800 Menschen beschäftigt.
Zum Thema